Schule des Rades

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Dago Vlasits

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Sinnfeld Rad

Vom einenden Sinn in der Vielfalt

Der Neue Realismus der unendlich vielen Sinnfelder, wie er von Markus Gabriel konzipiert wurde, wendet sich gegen den Hegemonialanspruch der Naturwissenschaften, als auch gegen die Beliebigkeit des heute allgegenwärtigen Konstruktivismus. Doch obwohl im Unterschied zum Konstruktivismus einen Wahrheitsbegriff vertretend, steht der neue Realismus dem Konstruktivismus an Beliebigkeit in nichts nach. Denn da laut Sinnfeldontologie die Welt als Ganzes nicht gedacht werden kann, kann es nur die vielen Wahrheiten über die vielen Sinnfelder geben, niemals eine Wahrheit über das Ganze. Es stellt sich aber die Frage, ob auf Grund logischer Überlegungen (der neuen realistischen Art) die Ganzheit tatsächlich in dieser Radikalität verneint werden muss. Liegen wir vielleicht doch nicht so ganz falsch, wenn wir an die Ganzheit glauben?
Dass sie in einer exklusiven Weise glauben, die „eine“ Wahrheit über das Eine, das Ganze zu haben, kreidet Gabriel zu Recht den religiösen Fetischisten als auch den Naturwissenschaftlern an. Ist aber die Intuition derer, die vom all-einenden Sinn, vom Sein Gottes überzeugt sind, und die Intuition derer, die mit allen Sinnen die Materie erforschen und in der Natur die eine Wahrheit erkennen wollen, grundsätzlich ein Irrtum? Ein Ansatz, der beiden Intuitionen Rechnung trägt, und die „Ganzheit“ auch in einer philosophisch befriedigenden Weise für denkbar und als Teilhabe für erlebbar hält, ist der von dem Religionsphilosophen Arnold Keyserling, seine Philosophie des Rades. Dieses ganzheitliche Denken wird hier erörtert und den ganzheitsverneinenden Positionen der Sinnfeldontologie gegenübergestellt.

Verlag der Palme · 2015
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