Schule des Rades

Wilhelmine Keyserling

Anlage als Weg

XI. Die neun Schöpfungsprinzipien in der Sprache

N e u n

9

Die Zeitwortformen
Körper denken

3   Zeiten:
Vergangenheit
Gegenwart
Zukunft
3   Formen:
Passiv
Aktiv
Infinitiv
3   Modi:
Bedingungsform
Wirklichkeitsform
Möglichkeitsform

Die neun Ziffern sind einerseits Schöpfungsprinzipien: jede ist ein ganz verschiedenes, als Potentialität gleichwertiges Prinzip. Andererseits ist auch ihre Folge, als Ordnungszahlwörter bedeutsam — und außerdem sind in jedem folgenden Impuls die vorhergehenden Prinzipien so selbstverständlich integriert, daß sie nicht mehr unmittelbar zum Ausdruck kommen. In diese letzte Art der Betrachtung können wir hier nicht eingehen, aber wir können sagen, daß der neunte Impuls, im vollständigen Erfassen des Geschehens in der Zeit, die Beziehung zu allen anderen in sich birgt, daß er die letzte Erfüllung der Fähigkeit des Menschen darstellt.

Die drei Zeiten

Nur der Denkende, der Mensch, kann in der Zeit voraus und zurück gehen, die Gegenwart als Teil des Ablaufs sehen. Während er im 8. Sprachimpuls in das Geschehen verwoben ist, tritt er im 9. aus dem Vorgang zurück, um ihn zu überblicken; er wird zum Erzähler, nimmt als Betrachter des Zusammenhangs Vergangenheit- Gegenwart- Zukunft an diesem teil. — Die Mitte des Neunecks ist frei; er ist nicht jetzt und hier (Umstandsworte) im eigenen Wesen zutiefst betroffen.

Es kann natürlich in verschiedenen Sprachen beliebig viele Variationen der drei Hauptzeiten geben.

Die drei Formen

Im Denken erfaßt der Mensch auch den Vorgang als solchen — den es ohne Subjekt garnicht gibt — in seiner Abstraktion, das heißt, in der Unendlichkeitsform: bewegen, rotieren, strahlen, tragen… und kann diesen Vorgang wiedererkennen — umsetzen.

Hat er zuerst heben verstanden und dann den Hebel erfunden? Jedenfalls hat er die Hebelwirkung erkannt: er hat im Denken Vorgang und Gegenstand, Zeit und Raum getrennt, er hat die Wirkweise verstanden.

Und außerdem kann der Mensch aktiv und passiv, Tätigkeitsform und Leideform: ich trage das Holz, und: ich werde vom Holz getragen — als zwei Wirkformen des Dritten, der Wirkweise, verstehen. Somit kann er 1, was er tut, und 2, was ihm zustößt, mit dem 3) dem Geschehen, verbinden.

Über die drei gleichwertigen Formen des Geschehens bleibt er im dynamischen Fortschritt, erfährt sich im 3) Geschehen als 1) Tuender, 2) Erleidender, 3) Betrachtender und Verstehender — erfährt sich so als Mitwirkender und Bewirkender am Werk. Diese Dreiheit hebt die falsche Polarität von aktiv und passiv auf: daß ich stoße etwas um besser sei als ich werde umgestoßen, daß ich für ersteres verantworten möchte, letzteres als Zufall beschreibend nicht integriere.

Die drei Modi

Diese drei werden in den verschiedenen Sprachen oft verkehrt bezeichnet und verwendet. Dabei drücken sie eindeutig die Fähigkeit des Menschen aus:

  1. eine Möglichkeit vorauszusehen,
  2. die Bedingungen der Verwirklichung zu erkennen,
  3. zu verwirklichen.
Zum Beispiel:Möglichkeit
Bedingung
Wirklichkeit


Im Notfall kommt er zu Fuß.
wäre es bereits repariert.
Er würde mit dem Auto fahren,

Diese Möglichkeit verführt den Menschen auch zu Unmöglichem und zu zwecklosen Erwägungen:

Wenn es anders gewesen wäre, ginge ich……
Wenn die Bananen nicht krumm wären, und die Giraffen kürzere Hälse hätten, könnten wir……

Diese neun Zeitwortformen befähigen den Menschen, Geschehenes nachzuvollziehen, rückschließend aus der Vergangenheit Bedingungen möglicher Verwirklichung zu erkennen — in die Zukunft zu planen, sei es für Jahrtausende, oder die nächsten zehn Minuten. So birgt die neunte Wortart das Tun, Erfahren, Überblicken, Planen, Verstehen.

P l u t o
Und Pluto ist der Leitplanet unseres Zeitalters, mit dem ein jeder wo immer er sich im Horoskop befindet, sein Leben plant, entwirft, seinen Ansatz des Verstehens findet, im Rahmen der Menschheit; und wer hat den Überblick?

Das Wort aber, das die tatsächliche Beteiligung des Menschen am Geschehen ausdrückt, das seine vollständige Zuwendung oder Abwendung darstellt, entspringt dem Wollen, der Null. Es ist das

JA und NEIN.

Es steht für einen ganzen Satz, und findet über die drei energetischen Schwerpunkte, Rahu R A H U, Ketu K E T U und Luzifer L U Z I F E R seine Auswirkung in drei Satzarten, drei Einstellungen entsprechend:

R A H UBefehl
K E T UFrage
L U Z I F E RAussage
R a h uL u z i f e rK e t u
Wilhelmine Keyserling
Anlage als Weg · 1988
Theorie und Methodik der Astrologie der Wassermannzeit
© 1998- Schule des Rades
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