Schule des Rades

Arnold und Wilhelmine Keyserling

Ars Magna

II. Mantik · Das Tor des Ostens

I. Empfinden

Das Sanfte · (das Eindringliche, der Wind)
57. Sun - 1/I Empfinden unter Empfinden
Der Beginn der Klaviatur ist die wirtschaftliche Tätigkeit, das Kümmern um den Lebensunterhalt, das Geschäft. Erst der Lebenstüchtige wird Teil der Gesellschaft, vorher ist er Kind. Hierbei ist es fördernd, den Großen Mann zu sehen, damit die Tätigkeit nicht auf einen zu kleinen Rahmen hinzielt. Es ist gleich, womit man beginnt; Hauptsache, es ist ein Ansatz da: fördernd ist zu haben, wohin man geht, wobei man klein, mit dem Nächstliegenden anfangen soll.
Die Sippe
37. Gia Jen - 2/I Denken unter Empfinden
Ist der Ansatz des Wirkens gefunden, dann dient er dem Heim, der Familie, der Sippe. Fördernd ist die Beharrlichkeit der Frau, also die Pflege der Anlage. Diese verlangt die Beschränkung auf das Lebensnotwendige: so hat der Edle in seinen Worten die Sache und in seinem Wandel die Dauer.
Innere Wahrheit
61. Dschung Fu - 3/I Fühlen unter Empfinden
Gleichgewicht zwischen rechter und linker Großhirnhemisphäre, zwischen Fühlen und Empfinden: das bedeutet die innere Wahrheit, die vollständige Aufrichtigkeit, die so stark ist, daß selbst die ungeistigsten Tiere, die Schweine und Fische, davon in Bann gezogen werden. In dieser Situation steht das Verzeihen im Vordergrund; es gilt die Strafsachen zu besprechen, um Hinrichtungen aufzuhalten.
Die Betrachtung · (der Anblick)
20. Guan - 4/I Wollen unter Empfinden
Wer im Empfinden einen Teil der Wirklichkeit als Arbeitsfeld integriert hat, ist dadurch imstande, andere zu lehren: so besuchten die alten Könige die Weltgegenden, betrachteten das Volk und spendeten Belehrung. Der Mensch erkennt in der Betrachtung des Himmels göttlichen Weg und schafft Vertrauen für das Opfer, für die Öffnung gegenüber dem Jenseits.
Die Entwicklung · (allmählicher Fortschritt)
53. Dsiën - 5/I Körper unter Empfinden
Das Mädchen wird verheiratet: das Motiv wird einer Intention untergeordnet und damit beginnt der persönliche Weg. Hierbei muß die Lauterkeit des Wesens die Gebärde durchwirken: auf dem Berg ist ein Baum, das Bild der Entwicklung; der eigene Berg, der eigene Körper ist zum Ansatz geworden und bildet ein Beispiel für andere: so weilt der Edle in würdiger Tugend, um die Sitten zu bessern.
Die Auflösung
59. Huan - 6/I Seele unter Empfinden
Die Seele ist der Wirklichkeit angejocht; der König - jener Mensch, der seinen Wirkungskreis beherrscht - naht sich seinem Tempel. Gelingen, sein Tun ist vom Himmel gesegnet. Diese Haltung ist historisch orientiert, das Große Wasser ist zu durchqueren. Man muß sich um die Ausführung bemühen, fördernd ist Beharrlichkeit. Die Könige opfern dem Herrn des Himmels, dem Menschen im All, und bauen Tempel; Orte, in denen der Einzelne seinen Kontakt mit dem Nagual herstellt.
Die Mehrung
42. I - 7/I Geist unter Empfinden
Wer die Öffnung erreicht hat, um den geht alles herrlich voran, und er darf nicht kleinmütig sein. Alle Unternehmungen persönlicher und historischer Art sind förderlich. Doch gilt es hier, sich selbst zu prüfen: sieht der Edle Gutes, so ahmt er es nach, hat er Fehler, so legt er sie ab.
Die erste Photographie eines Gens im Buch von Watson Der Doppelhelix zeigt das Zeichen Nr. 42; die Hexagramme sind also keine Metapher sondern zeigen die tatsächliche Struktur des Genoms.
Des Kleinen Zähmungskraft
9. Siau Tschu - 8/I Pleroma unter Empfinden
Das Empfinden, die Verantwortung für die Erde, ist Anliegen des Einzelnen. Daher verfeinert der Edle die äußere Form seines Wesens. Dies bringt Gelingen, doch die Wirkung bleibt auf die eigene Person begrenzt, sie wird durchscheinend für das Wesen.
Arnold und Wilhelmine Keyserling
Ars Magna · 1982
Kriterien der Offenbarung
© 1998- Schule des Rades
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