Schule des Rades

Arnold und Wilhelmine Keyserling

Ars Magna

I. Astrologie

1. Absichtliches Leiden

Der Mensch lebt in zwei Ordnungen:

  • der Entfaltung seines Wesens,
  • und seiner Rolle für die Gattung in der Folge der Geschlechter.

Ein Viertel aller Körperzellen dienen der Fortpflanzung. Er kann nur dann seine persönliche Bestimmung im Dreieck erfüllen, wenn er lateral die Planeten des Fühlens und Empfindens anjocht.

M e i o s i s
Die Figur der Siebenerdivision zeigt die Reihenfolge biologisch und mental:
7·Kopulation, Neubeginn,Mars
1·Befruchtung, Vereinigung von Same und Ei,Jupiter
4·Polarisation der elterlichen Anlagen,Mond
2·Teilung der Urzelle bis zum vollendeten Organismus,Venus
8·Entwicklung der Organsysteme,Saturn
5·Verselbständigung in der Geburt,Merkur
7·Geschlechtsreife, Einordnung in die Gattungsrolle,Mars

Dieser Rhythmus wurde ursprünglich in der Woche verkörpert, die erst chaldäisch ihre profane Rolle erhielt (Reihung im Siebenstern nach der Sonnenentfernung). So war die Arbeit an sich selbst geheim, nur Mitgliedern der Brüderschaften zugänglich. Heute kann man sie wieder klären und damit den Alltag als Entwicklungsweg im Sinne der Menschheit verstehen.

Montag·Mars:Neubeginn, Initiative zusätzlich zum bisherigen Leben, die aus dem Sonntag — der Selbstbesinnung im Dreieck — erfolgt.
Dienstag·Jupiter:Vertreten dieser Initiative als Rolle, als Idee und Aufgabe im Leben.
Mittwoch·Mond:Eingliederung des Neuen in den seelischen Zusammenhang der Motive und Bedürfnisse.
Donnerstag·Venus:Verkörperung der Motive im Entwurf einer Gestaltung.
Freitag·Saturn:Funktionalisierung und Begrenzung.
Samstag·Merkur:Bestimmung des Ergebnisses, Feststellung der Leistung ohne Überschätzung und Unterschätzung.

Jeder der Tage hat eine eigene Disziplin, die von den Sufis gelehrt wurde.

  • Um neu anzufangen, galt es am ersten Tag der Verbalisierung negativer Emotionen zu entsagen im Sinne des Mars, weil diese bedingte Reflexe erzeugen, die den Menschen an die Vergangenheit verhaften. Wie wir heute wissen, sind sie nach vier Jahren Enthaltsamkeit aus dem limbischen System geschwunden,
  • Jupiter am Dienstag verlangt Enthaftung vom Ichbild im Erkennen, daß alle personalen Rollen Visionen entstammen; man muß ihre Vielzahl und Gleichberechtigung akzeptieren.
  • Mond am Mittwoch erfordert die genaue Bestimmung des Unterschiedes von Wesen und Person, Motiv und Intention, und das Erkennen ihres Wechselverhältnisses.
  • Venus am Donnerstag verlangt Selbstbeobachtung — Erkennen festgefahrener Manierismen — und Selbsterinnerung, sich des Zieles der Bewußtwerdung immer gewahr zu sein.
  • Freitag ist der saturnische Tag, wo man im Gehirn Licht machen soll. Die Wahrnehmungsblase wird in der Gemeinsamkeit der Gruppe gesprengt, die Puffer und Schranken werden beseitigt und damit die Aufrichtigkeit erreicht.
  • Am Samstag im Sinne des Merkur gilt es das Ergebnis abzuschätzen und an diesem seine Entfaltung zu messen, was bei den Sufis an ein Handwerk gebunden war.

Die gleiche Folge bestimmt von außen den Todeskreis des Horoskops mit 72 Jahren, in welchem der Mensch rechtsläufig im Zusammenhang mit dem Weltenjahr (1° = 72 Jahre) den äußeren Schwierigkeiten begegnet.

0-6XIIFinden der Einheit.
6-12XIkulturelle Eingliederung.
12-18XAbrichtung und Funktionalisierung.
18-24IXFinden der eigenen Geschichte.
24-30VIIIBewährung.
30-36VIISuchen der gesellschaftlichen Stellung.

Diese sechs sind von der Öffentlichkeit geprägt, dann geht der Weg in die unterbewußte Motivation.

36-42VIFinden der Arbeitsmethodik.
42-48VAnsatz des Werkes.
48-54IVAuseinandersetzung mit den Wurzeln.
54-60IIIErfahrung in Gruppen.
60-66IIVerkörperung der Gestaltung.
66-72IFührungsimpuls, der eigene Rahu wird der Menschheitsgeschichte eingegliedert.

Dieser Rhythmus ist das planetarische Schicksal, das die Woche vorwegnimmt. Es wird durch den gegenläufigen Weg des Dreiecks ergänzt.

Arnold und Wilhelmine Keyserling
Ars Magna · 1982
Kriterien der Offenbarung
© 1998- Schule des Rades
HOMEDas RAD