Schule des Rades

Arnold und Wilhelmine Keyserling

Magie der Chakras

7. Wort

Motivation

Ein nicht ergriffener tonalischer Planet fehlt in der Anlage, der Mensch gleicht einem, der im Sprechen eine Wortart nicht benützt und damit ärmer im Ausdruck ist als andere. Ein nicht integrierter nagualischer Planet wird zur negativen Motivation und damit zerstörend für einen selbst und die anderen:

und Jupiter
Venus
Uranus
Mond
Merkur
Neptun
Mars
Saturn
Pluto
als
als
als
als
als
als
als
als
als
Eifersucht,
Eitelkeit,
Ehrgeiz,
Lüge,
Habsucht,
Neid,
Streitsucht,
Machttrieb,
Ruhmsucht.

So wirken sie über die Laster als Teil der Instinkte. Man folgt ihnen als Tugend, im Zusammenhang, oder Laster, Vereinzelung, auf jeden Fall; es ist die Freiheit des Menschen, ob er sie anjocht oder nicht. Um diesen letzten Aspekt der Chakras zu verstehen, gilt es auch den Westen einzubeziehen, der uns erst wieder durch die Indianer bewußt geworden ist und nur über das Erdheiligtum, die bewußte Gemeinsamkeit der Menschheit, aktualisiert werden kann. Jeder Mensch lebt zwischen Erdbezogenheit und Sonnenbezogenheit, Kraft und Licht. Er erreicht die Öffnung zur Welt und die Sprengung des abgeschlossenen Ichbildes, indem er sich in einem geweihten Ort über die Kriterien von Raum und Zeit klar wird. Die sekundären Himmelsrichtungen bilden die Umwelt, die primären die innere Struktur, die persönlich im Nacheinander des Lebenskreises, kollektiv im Rahmen des Weltenjahrs zu aktualisieren sind.

Der Zusammenhang zwischen beiden Ordnungen, der nagualischen und tonalischen Himmelsrichtungen, wird durch das Swastika veranschaulicht: W und S folgen der Yang-Zählweise, N und O der Yin-Zählweise.

von innen nach außen – Chakras



10
9
8
7
6
5
4
3
2
1

O
Gewahrwerden
Aufmerksamkeit
Intention
Motivation
Geist
Seele
Körper
wollen
fühlen
denken
empfinden
vorne
W
Wollen
Höheres Selbst
Musen
Erzengel
Naturgeister
Ahnen
Mensch
Tier
Pflanze
Mineral
Feuer
hinten
S
Seele
Pluto/Menschheitsbedeutung
Neptun/Kommunion
Uranus/Werdegang
Saturn/Können
Jupiter/Inbild
Luzifer/Eigensinn
Mars/Einsatz
Mond/Sorgen
Venus/Lebensstil
Merkur/Vermögen
links
N
Denken
Sonne/strahlen
Pluto/erfinden
Saturn/verantworten
Mars/Initiative
Neptun/Kommunikation
Merkur/urteilen
Mond/einbilden
Uranus/erkennen
Venus/gestalten
Jupiter/heilen
rechts

im Körper

Durch sitzen in den acht Himmelsrichtungen im Erdheiligtum zu bestimmten Zeiten wird das entsprechende Chakra geöffnet, wie ich in meinem Buch über das Erdheiligtum dargestellt habe. Damit werden alle existentiellen Probleme zu Gelegenheiten und Ansätzen der Selbstaktualisierung, die sich auf 8 × 12 Themen — 12 astrologische Zeiten und acht Himmelsrichtungen — zurückführen lassen. Doch alle acht Aspekte der Chakras lassen sich über die Mitte der Erde in einem neunten integrieren, in dem das Bewußtsein Kraft und Licht persönlich und sozial verbindet und womit der Mensch bereits im Leben seine Sonnenhaftigkeit erreichen kann. Von der Mitte des Rades her, die Mensch und Mensch im All, Ordnung: 5 und 10 vereint, ergibt sich folgende Liste

10
9
8
7
6
5
4
3
2
1
Künder
Weiser
Walter
Wandler
Lehrer
Freund
Führer
Helfer
Gestalter
Arbeiter

Der Arbeiter vereint im Feuer der Arbeit, Überwindung der Trägheit, Merkur und Jupiter, nagualische Sehnsucht nach materieller Unabhängigkeit mit Wertgefühl. Erst der Arbeiter ist Teil der Menschheit; wer nicht arbeitet und statisch auf Besitz oder Herkommen vertraut, hat keinen Einstieg zum Erdbewußtsein.

Der Gestalter hat rechts und links die Venus, ist auf die Materie gerichtet, die es zur Schönheit zu verwandeln gilt. Nur auf diese Weise findet er seine Bewegungsmitte und auch seinen Lebensstil.

Der Helfer geht über den Gestalter hinaus, kümmert sich um den anderen und seine Entfaltung. Tonal im Uranus erkennt er den Werdegang an, ist Teil der Gemeinschaft der Strebenden, und nagualisch im Mond erfährt er intuitiv die eigenen und die fremden echten Bedürfnisse, für deren Befriedigung er sorgt. Er schließt die Pflanze in sein Bewußtsein ein.

Der Führer ist gleich dem Tier der Stratege, sein Wollen ist aus der Evolution getragen. Im Nagual ist es der Mars, die Initiative und Kampfbereitschaft, im Tonal der Mond, das Verständnis der Motivation der anderen und ihre Lenkung.

Der Freund, der Mensch, der das Wort hat, ist auf die Potentialität des anderen in Inspiration, Führungsfähigkeit und Entscheidungsmacht gerichtet, nagualisch durch Ketu, Rahu und Luzifer im Verhältnis zum tonalischen Merkur. Luzifer ist der Planet, der einst zerstört wurde und dessen Teile zur Menschheit zusammengefügt werden sollen. Tonalisch hat der Merkur die Gabe, die Vision des Zusammenhangs zu artikulieren und dem Freund vom Motiv zur Intention, vom Instrument zur Lebensmelodie zu verhelfen.

Der Lehrer gehört bereits dem höheren Zusammenhang der Menschheit zu. Er ist Träger des Wissens der Ahnen, auf das hin er die Gemeinschaft eicht und lenkt. Nagualisch ist es der Jupiter als Verständnis der höchsten Möglichkeiten, der Inbilder der Vergangenheit, und tonalisch der Mars, der Einsatz für das Neue, das in die Geschichte eingreifen kann. Denn der Mensch west immer nur im Beginn; sobald etwas angefangen hat, gehört es zu den bestehenden Kausalketten.

Der Wandler wirkt an der Nahtstelle von Körper und Geist, von Leben und Tod. Wenn das siebte Chakra geöffnet wird, führt es zum Erleben der Seligkeit. Nagualisch ist es der Saturn, das Erreichen der Verantwortung für die Macht im Wechsel der Generationen. Tonalisch ist es der Mars, die Initiative, die das Todgeweihte ausscheidet und das Lebendige befruchtet. Der Mensch findet Zugang zu den Naturgeistern, und kann die mögliche Zukunft des anderen als Magier bestimmen und verändern helfen.

Das achte Chakra des Walters hat physiognomisch seinen Schwerpunkt zwischen den Knien, die astrologisch zum Bereich der Öffentlichkeit gehören. Im Nagual ist es der Uranus als Zugang zur eigenen Entwicklung, zum Werdegang nach Maßgabe des Interesses, das aus dem Fühlen gespeist wird. Im Tonal ist es der Saturn, die praktische Verantwortung, die über jene des Verwalters hinausgeht: man ist verantwortlich nicht nur für das was man tut, sondern auch für das, was einem zustößt. Man erkennt, daß man die Situation gewollt hat und muß sie gut finden, um von dort aus den nächsten Schritt zu beginnen. Man findet Hilfe und Inspiration bei den vier Erzengeln, die den Zugang zum Paradies eröffnen:

  • Uriel als Licht Gottes,
  • Raphael als Heilung durch Gottes Kraft,
  • Gabriel als Wort Gottes,
    durchschauen aller Überlieferung auf ihren göttlichen Ursprung,
  • Michael als Frage Wer ist Gott?

Der Weise ist jener, der von den Musen inspiriert wird, und das Reich Gottes als Kultur auf die Erde bringt. Nagualisch ist es der Neptun als die Sehnsucht, mit allen Wesen in Kommunion und Mitarbeit zu treten. Tonalisch ist es der Pluto, die Beherrschung der Technik, um jedem Menschen den Weg zu seiner Spontaneität in der Zivilisation zu zeigen.

Der Künder ist die Verkörperung des Höheren Selbst: jener, der bereits auf Erden den Schritt zum Paradies erlebt und aus seiner Vision heraus berichtet, der die anderen folgen können. Das Höhere Selbst des Menschen als Teilnahme an der Ordnung des kosmischen Rades ist immer anwesend, man kann zu ihm sprechen, es entscheidet über Leben, Tod und Wiedergeburt. Nagualisch ist es der Pluto, die Sehnsucht nach Erfüllung der eigenen Bestimmung, dem Bau der eigenen Brücke und tonalisch ist es die Sonne, symbolisiert in der Krone über dem Kopf, die traditionell die Teilnahme an der Weihe bedeutete, wie jene des Kaisers im Heiligen Römischen Reich, während der Papst als Brückenbauer mit seiner Tiara die Integration der drei Chakras 8, 9, 10 versinnbildlichte. Wer strahlt und verklärt wird, wie Christus am Berg Tabor, erreicht bereits hier den Zugang zum Paradies und wird Teil des Menschen im All.

Das größte Hindernis zur Erkenntnis des Weges ist die falsche Feierlichkeit, die die Riten immer wieder umgeben hat. Sie war zweifellos aus gutem Willen entstanden, um die notwendige Haltung der Ehrfurcht zu erleichtern. Aber unsere Gefahr ist die Abhängigkeit von anderen. Worüber man nicht lachen kann, das kann auch nicht heilig sein. Die Chakras sind etwas Natürliches. Nur wenn sie als eigene Möglichkeit begriffen werden, die jeder erreichen kann und deren Öffnung die Sehnsucht der Seele ist, dann können sie den Menschen zu jener Vollendung führen, die ihm im erdverbundenen und gottnahen Bewußtsein den Einstieg in seine weitere unbekannte Existenz im Kosmos ermöglichen.

Arnold und Wilhelmine Keyserling
Magie der Chakras · 1983
Urstimmung des Gemüts
© 1998- Schule des Rades
HOMEDas RAD