Schule des Rades

Arnold und Wilhelmine Keyserling

Magie der Chakras

8. Zahl

Wirkweisen Gottes

Die Chakras bestimmen die Vereinigung von Nagual und Tonal. Darüber hinaus sind sie Wirkweisen Gottes; dieser letzte Aspekt wird durch die Zahl verständlich. Von der Großhirnstruktur her gesehen hat der Mensch Zugang zu vier Welten:

Wirklichkeit/Wachen
Einzelheit
Zahl
Gott


Wort
Mensch
Träumen/Möglichkeit
Zusammenhang

Im entfremdeten Bewußtsein identifiziert sich der Mensch mit dem Wort, das ihn als Ich vereinzelt: mit seiner Erfahrung der Wirklichkeit über die linke Hemisphäre des Großhirns wie der Wissenschaftler, oder mit seiner Welterklärung über die rechte Hemisphäre wie der Ideologe. Wirklichkeit und Möglichkeit sind objektiv gegeben; Wort und Aktualisierung im Denken, Zahl und Entscheidung im Wollen sind subjektiv zu integrieren. Das ichhafte Subjekt ist losgelöst und hat eine bestimmte Bedeutung. Die Zahl dagegen ist reine Verbindung und bildet deshalb zusammen mit der Null, der Aufmerksamkeit, die Teilhabe am göttlichen Urgrund.

Solange das Bewußtsein im Ich west, ist es abgeschnitten. Sobald es sich in der Liebe dem Ganzen über die zehn Prinzipien eröffnet, erreicht der Mensch bereits im irdischen Dasein die Fülle. So bedeutet jedes der zehn Chakras den Zugang zu einer anderen Art von Hilfe der geistigen Wesen des All.

Eine Voraussetzung zu dieser Anjochung ist das Erdheiligtum, das Verstehen der sakralen Himmelsrichtungen. Der erwachte Durchschnittsmensch ist an die vier kardinalen Richtungen gefesselt: Integration des Nordens, Einstehen und Hingabe des Westens, Vertrauen des Südens und Erleuchtung des Ostens. Der Schamane dagegen verschiebt den Schwerpunkt seines Bewußtseins in die vier Nebenrichtungen. Der Süden, Vertrauen, findet Zugang zu den Naturgeistern im Südwesten. Der Westen, die Hingabe, findet seine Erfüllung in der Mitarbeit mit den Erzengeln in der Befriedung aller Probleme und Bedürfnisse im Achterkreis im Nordwesten. Die Integration des Nordens erfüllt sich im Nordosten, der Mitarbeit am Werk über die Musen, und der Osten, die eigene Erleuchtung und Vision, gliedert sich im Südosten der Geschichte ein.

Die Entfaltung der Chakras durch Öffnung von der Mitte nach den acht Richtungen ist leicht zu erkennen; jedes ist durch acht Komponenten zu bestimmen. Solange der Mensch seine Helfer im Universum nicht kennt, kommt ihm das Leben tragisch und schwer vor. Hat er diese einmal gefunden, so lassen sich ihre Kräfte auf die Erde bringen und der nagualische Energieleib wird Teil des Kosmischen Gitternetzes. Damit wird die Reihe des neunten Chakras, tonal aus der Mitte und nagualisch aus dem Nordosten — zum Ansatzpunkt der Selbstaktualisierung.

Der Zusammenhang des Tonal ist durch die Grammatik der Sprache gegeben, wo die einzelnen Chakras als Motivationen und Fähigkeiten im Verkehr mit anderen immer wieder das Gleichgewicht finden. Die Klaviatur der Chakras ist gleich den Zeichen des Buchs der Wandlungen im Multiplikationsfeld des Rades, dem seelischen Feld des Urkreuzes abzulesen, da die Multiplikation die Rechnungsart der seelischen Verbindung darstellt. Vom Körper her reicht es nur in den Chakras bis 7 × 7 = 49, doch gehen sie als Verknüpfungen mit der Geisterwelt, als Vorwegnahme der paradiesischen Existenz darüber hinaus bis 100.

Die Zahlen des Multiplikationsfeldes bilden nur den Rahmen der Verbindung von Nagual und Tonal; tatsächlich ist jede Beziehung durch eine Dimension von der anderen getrennt. Somit ist wie auch im Rad die geometrische Betrachtung des Chakrenfeldes die Voraussetzung, um die Stufen der Aura, des Lichtfeldes zu verstehen, dessen Vollendung allein den Zugang zur zehnten Ebene der paradiesischen Existenz ermöglicht. Während wir bisher die Chakras in der Vertikale betrachteten, zeigt sich im neunten Chakra ihr Zusammenhang in der Horizontale. Daher liegt sein Schwerpunkt im Nagual.

Arnold und Wilhelmine Keyserling
Magie der Chakras · 1983
Urstimmung des Gemüts
© 1998- Schule des Rades
HOMEDas RAD