Schule des Rades

Wilhelmine Keyserling

Gott · Zahl · Sprache · Wirklichkeit

8 - Das Gleichbleibende im Wandel

Im Südwesten haben wir uns eingelassen in den Strom des Lebens, denn auch die Kräfte des Vergänglichen sind heilig. Wir haben unsere Kondition des Körperhaften angenommen, um Träumer unseres Traums zu werden. Wozu? Wer ist der Träumer, der Bestehende im Wandel?

Er ist nicht statisch; sein Wachstum ist jetzt vertikal. Als Träumer ist er Teil der Acht, versucht im anderen dieses Gleichbleibende zu entfalten. Er findet seinen Ort als ein Bestimmter im Kreis (der Acht). Er versucht mit Hilfe der Mittler zwischen oben und unten, die ewigen Gesetze zu erkennen, die Grundprinzipien der kosmischen Ordnung, die im ganzen All gültig sind. Er versucht Vertreter des kosmischen Gleichgewichts zu sein. Das ist sein Halt, der Grund auf den er Zukunft baut.

Der Himmel ist der Urbilder voll, die jedem, seiner Art entsprechend, Einklang und Einstimmung im Ganzen vermitteln können.

Im Spiegel des kosmischen Zusammenhalts kann er Befriedung auf der Erde fördern, das heißt, den dynamischen Ausgleich der Wünsche und Begabungen dieser und jener bewirken; er ist ein Berufener im gemeinsamen Zusammenhalt. Wer das Gesetz der Acht verläßt, begibt sich ins Verderben, verliert sich im Chaos. Von Wesen zu Wesen knüpft er Beziehung zu den anderen und zwischen diesen, ohne sich in falschem Mitleid zu ergehen. Er wird zum Walter.

Mein Reich ist nicht von dieser Welt, sagt Christus, und doch: Zukomme uns Dein Reich. In jedem Zeitalter wird der Mensch aufs neue versuchen, seinem Bewußtseinsstand entsprechend, in Einklang mit der Großen Natur zu leben, das heißt, Himmel und Erde, Geist und Materie zu verbinden.

Wilhelmine Keyserling
Gott · Zahl · Sprache · Wirklichkeit · 1987
Die kabbalistischen Grundmächte des Seins
© 1998- Schule des Rades
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