Schule des Rades

Arnold Keyserling

Das große Werk der göttlichen Hände

I. Teil:Die linke Hand des Mondes

5. Luzifer

Die fünfte Stufe des alchemistischen Werkes bringt die körperliche Vereinigung von Mond und Sonne, Königin und König im Wasser; die Umarmung ist nicht auf die Zeugung von Kindern gerichtet, sondern auf persönliche Ganzwerdung. Geschlechtliche Liebe ist Überwindung der Ichhaftigkeit durch Teilhabe an der Gattung. Dreiviertel der Körperzellen sterben nach 54 Teilungen, nur die Geschlechtszellen sind unsterblich. Im Menschen aber bleibt sein Genom ewig, das bis in die Welt von Mineral und Feuer zurückreicht.

Das dritte Glied des Daumens, wo die Tastlust sich als Sehnsucht nach dem Orgasmus zeigt, ist Teil des Handtellers, beeinflußt also das Wesen selbst. Die chemische Entsprechung sind die Edelgase, die Kraft und Licht übertragen und sich nicht dabei wandeln, in der Mineralwelt das Wasser und das Salz. Damit wandelt sich die waagrechte Ordnung des Tieres zur senkrechten des Menschen.

Im Feuer ist die Kraft unsterblich, im Mineral nimmt sie Form an. In der Pflanze wechselt sie zwischen Same und Gestalt, im Tier dient die Erfahrung der gattungsbezogenen Motivation. Der Mensch als Tier — die Gesellschaft, die Politik, der Staat sind tierisch — ermangelt der Gattungsbezogenheit als Erfahrung. Diese soll durch das Denken, durch künstliche Gemeinschaften ersetzt werden, von denen jede — religiöses Bekenntnis, nationaler Patriotismus, Loyalität zur Partei oder Firma — sich als Eigenlicht betrachtet, was der negative Name des Luzifer bedeutet. Die kapitalistische Ideologie glaubt, daß die Gruppenegoismen in ihrer Wechselwirkung zu einem sozial befriedigenden Zustand führen. Tatsächlich spüren wir aber heute, daß die Fortsetzung des persönlichen und kollektiven Egoismus, ausgedrückt im Ost-West-Gegensatz, die Menschheit zu vernichten droht, wenn nicht eine innere Wandlung beide überwindet.

Der Gegenpol des individuellen Menschen ist nicht die politische geschlossene Gemeinschaft er ist kein politisches Tier im Sinne des Aristoteles sondern die sich entfaltende Menschheit, an der nur der dynamische Mensch teilhat. Der Durchbruch zur Menschwerdung ist nicht durch Bewunderung und Nachahmung anderer zu erreichen, sondern durch Erkenntnis der Entfaltung des eigenen Wesens vom Feuer bis zur Menschlichkeit, nicht nachempfunden sondern existentiell: die Integration der linken Hand.

Als 1972 der kalifornische Astronom Brady die Abweichung der Bahn des halleyschen Planeten und des Pluto durch ein neues Schwerkraftszentrum, einen zehnten Planeten erklären wollte, brachte das Ergebnis seiner Rechnung mein Verständnis des Rades durcheinander; es sollte nur neun Planeten geben. Aber da hatte ich — ich las den Bericht darüber im Time Magazine auf dem Rückflug von Paris nach Wien — plötzlich die Vision eines Himmelskörpers und hörte den Namen Luzifer. Als ich zwei Tage später in Wien auf der Straße ging und an der Wahrheit der Vision zu zweifeln begann, sah ich auf dem Boden das Wort Luzifer auf einem Eisendeckel geschrieben. Ich nahm dies als Omen und schrieb ein Buch über Luzifer, allerdings noch in der falschen Annahme, daß es sich um einen Großplaneten handelt.

Erst 1980 verstand ich den Sinn unserer Entdeckung über die indianische Tradition, als wir in Irland zusammenkamen, um das pythagoräische Rad des Nordens mit dem indianischen Rad des Südens, dem Kreis des Gesetzes zu vereinen.

Laut der indianischen Überlieferung war Luzifer ursprünglich der Zwillingsstern der Sonne, der starb, also zum Neutronenstern wurde, dessen Schwerkraftszentrum die von Brady berechnete Bahn beschreibt. In seinem Tod hat er nicht nur die neun Planeten mit ihren Monden, sondern auch den Gürtel der Asteroiden zwischen Mars und Jupiter geboren.

Jeder Mensch hat nun abgesehen von den Rhythmen der neun Planeten seinen eigenen Asteroiden, der seinen persönlichen Rhythmus der Entscheidung und der Wahl bestimmt und ihm erst zugänglich wird, wenn er sein vormenschliches Wesen verstanden hat: das Feuer, das Mineral, die Pflanze, das Tier und seine bisherigen Inkarnationen als Mensch.

Die Indianer hatten eine Technik entwickelt, wie man ohne Hypnose frühere Inkarnationen oder Konstituenten des Wesens in der aktiven Imagination nacherleben kann. Die Technik wurde durch Swygard und Monroe in ein System gebracht, und ich lernte sie 1975 in Athen kennen. Schon beim ersten Mal erlebte ich meine vorige Existenz, und später mittels anderer Techniken auch die vormenschlichen Inkarnationen. Ich habe die Swygard’sche Methode in meinem Buch Vom Eigensinn zum Lebenssinn ausführlich erläutert, schildere aber nun eine vereinfachte Form, die genügt, um die luziferische Anschauung zu wecken.

Zuerst spürt man seine Knie, dann hinunter bis zu den Knöcheln — Schwerpunkte des 8. und 9. Energiezentrums — dann sein inneres Auge, das Ajna-Chakra.

Dann beginnt man sich vor seiner Haustür vorzustellen, zu beschreiben wie man sie erkennt, um die Vorstellung mit dem Wort und dem verbalen Gedächtnis zu verbinden. Darauf steigt man im Geist auf das Dach seines Hauses und beschreibt die Szene auf der Straße. Für diese Arbeit sind zwei notwendig, einer der es sieht und der andere der ihm zuhört, damit das ausgesprochene Wort die Erinnerung verfestigt.

Als nächstes veranschaulicht man sich seinen Körper mit dem Rücken nach unten im Himmel über allen Wolken am hellen Mittag.

Dann verwandelt man den Himmel in aktiver Imagination in Mitternacht, wieder Mittag, nochmals Mitternacht und wieder Mittag, genau wissend, daß man es selbst tut. Das menschliche Bewußtsein vereint Tagwelt und Nachtwelt. Swygard sagt: This fools the brain, daß man wieder im Zustand des Todes wäre und daher die volle Erinnerung hat.

Nun stellt man die Frage: was ist meine letzte Existenz? Hier unterscheidet sich die neue Technik von der alten: ich fordere, dieser Existenz zu begegnen, werde zu ihr in meiner Erinnerung und beschreibe, was ich dabei sehe. Das nächste Mal gehe ich weiter zurück, zur vorletzten Inkarnation, und setze diese Übung so lange fort, bis ich zur ersten menschlichen komme.

Bin ich bis zur ersten gekommen, dann gehe ich zurück bis zum Tier das ich gewesen bin. Hier hat Michael Harner die einfachste Technik gelehrt. Ich stelle mir eine Höhle vor, die ich kenne. Dann öffne ich geistig am Ende der Höhle einen absteigenden Tunnel, der zum Land der Tiergeister hinunterführt, wobei der Mitarbeiter in einem Viererrhythmus trommelt, zwischen 4 und 7 Hertz, also den Thetawellen des Visionstraumes.

Der Tunnelschlauch öffnet sich in das Land der Tiergeister, und ich schreite durch die Landschaft. Nun warte ich aber nicht wie bei der Krafttiersuche der Schamanen, bis mir ein Tier viermal begegnet und es freiwillig als Helfer des Heilens mit mir kommt, sondern fordere meinen Tiergeist auf, sich zu zeigen. Dann schlüpfe ich in ihn hinein, und mit ihm als Teil meines Körpers, der gleichzeitig innen und außen ist — ich erlebe seine Haut oder sein Fell um mich, kann ihn aber auch neben mir sehen — steige ich zurück in die Höhle und damit in die Wirklichkeit. Jetzt beschreibe ich mein Tier dem Anderen, er visualisiert es und bläst es in mein Bewußtsein über dem Kopf; dann tanze ich es, so hat mein Körper die Erinnerung wiedergewonnen. Die Tierinitiation geschieht mittels des Wollens und wird am besten in einer Gruppe durchgeführt.

Wenn ich mich nun einmal später krank fühle — oder auch einfach so — frage ich mein Tier, was meine Pflanze ist. Dann mache ich die gleiche Reise in das Reich der Pflanzengeister und spüre diese Pflanze als meinen Teil; ihr Verzehr oder die Begegnung mit ihr wird mir helfen, meine emotionelle Energie zurückzufinden und mit den Trieben zu leben, ohne sie zu kritisieren.

Die nächste Stufe ist das Mineral. Dieses kann ich wach durch das Denken bestimmen: es gibt ein Element, das mich krank macht, das aber gleichzeitig, wie Hahnemann erkannt hat, der Weg zu meiner Gesundheit ist, weil das Mineral nicht dem Gesetz von Werden und Vergehen unterliegt.

Im Leben ergeben sich neun Krisen, die von Ken Wilber beschrieben wurden. Jede steht mit einem Planeten, einer Elementegruppe und einem Einzelmineral in einem der sieben Chakras in Beziehung. Die genauen Entsprechungen habe ich in meinem Buch Alphysik geschildert. Hier möchte ich nur den Schlüssel zum konstitutiven Element andeuten. Dazu gilt es die eigene Krise als Wunde zu begreifen, die nur im Einsatz für andere, als Schwert ihre positive Rolle hat.

  • Mond, Alkalimetalle: Wer das Bewußtsein des intrauterinen Zustandes nicht erreicht, dem fehlt das Vertrauen und er verfällt der Gier. Durch Sorge für andere überwindet er die Wunde und kann Selbstvertrauen geben.
  • Venus, Erdalkalimetalle: Der Vorgang der Geburt war schmerzlich; durch Mitgestaltung der Welt in Schönheit wird diese Schwelle überwunden. Die Wunde äußert sich als allverschlingende Eitelkeit.
  • Jupiter, Aluminiumgruppe: Quantität ist gleich Qualität, die Zahl der Elemente entsteht durch die Außenelektronen. Hier ist der Leidensgrund die Eifersucht, man will von anderen als einzig anerkannt werden. Positiv bedeutet dies die Fähigkeit zum Heilen; man findet seine Einzigkeit als Durchgangstor der Heilkraft.
  • Pluto, Kohlenstoffgruppe, das Baugerüst aller organischen Verbindungen: Der plutonische Mensch leidet darunter, daß seine Genialität nicht anerkannt wird, er fühlt sich ununterbrochen gedemütigt. Doch jede Demütigung geht ihn etwas an; es gilt sie in eine Strategie zu verwandeln. Dies wird zur Begabung des Lehrers, der dem Anderen hilft, seine eigene Originalität zu entdecken und zu verwirklichen.
  • Saturn, Stickstoffgruppe, Grundlage der Düngung und auch vieler Gifte: Jeder ist für eine bestimmte Rolle des sozialen Lebens begabt, und viele empfangen diese aus der Gesellschaft. Doch gibt es Menschen, die Abhängigkeit und Kritik nicht vertragen können, weil sie ihre Existenz bedroht, die nicht logisch zu begreifen ist, sondern von Imponderabilien Unwägbarkeiten abhängt. Positiv wird solch ein Mensch ein Walter; er schafft Umstände, in denen andere sich entfalten können.
  • Mars, Sauerstoffgruppe, Grundlage der Verbrennung: Soziale Bedingungen können die persönliche Entfaltung verhindern und haben es in der Geschichte oft getan; daß ein Mensch seine Berufung finden kann, wie z. B. bei der Herrschaft der Mafia. Hier wird jener, der unter seinem Zorn leidet, fähig anderen als Kämpfer zu helfen, ihre Angst zu überwinden und aus der Statik in die Dynamik des Lebens zu kommen.
  • Merkur, Halogene, der Ursprung aller Säuren: Das Schicksal entstammt immer dem eigenen Wesen und dem höheren Selbst, das die Bedingungen konstelliert. Wer nach dem Sinn des Daseins sucht, wird imstande sein, diesen über die hermetische Kunst anderen zu vermitteln. Er merkt, wie Handlungen und Geschehnisse dem gleichen Sinn zugehören, als ob die eigene Existenz von einem Dritten geträumt würde.
  • Uranus, Eisengruppe: Alle Individualität ist letztlich eine Kombination der Weltelemente. Astrologie, I Ging, alle kombinatorischen Künste befähigen jenen, der am Schicksal leidet, anderen zu helfen, selbst zu forschen und sich anstelle von Meinungen mit der Wahrheit zu identifizieren.
  • Neptun, Seltene Erden. Die aufbauenden Lanthanoiden sind in Entsprechung zur Lichtwaltung, die zerstörenden radioaktiven Aktiniden in Entsprechung zur Dunkelwaltung. Wer imstande ist, Visionen zu haben und Stimmen zu hören, kann andere begeistern und zu gemeinsamem Handeln mitreißen, wenn er gut und böse unterscheidet und dem Guten allein folgt. Mit diesem Entschluß können die Stimmen ihn nicht irreführen.
  • Luzifer, Ketu, Rahu und Sonne, die Edelgase: Kein Mensch kann diese verkörpern; sie werden in den Riten der Religion durch die Schaffung der Gemeinde einbezogen, worin jeder einzelne seine Vision findet und ihren Ort im Großen Werk der Erde versteht.

Das richtige Element ist nur mit Hilfe anderer im Gespräch zu ermitteln, sollte aber durch einen homöopathischen Arzt verifiziert werden, damit sich das Gift in Heilkraft verwandelt.

Die letzte Frage ist das hermetische Feuer: Bin ich Feuer oder Licht? Hier kann nur eine Vision die Antwort geben. Der Weg des Feuers führt vom Dunkel zum Licht, der Weg des Lichtes zur Inkarnation auf der Erde.

Der Weg der Integration der linken Hand im Daumen — dessen Besitz den Menschen vom Tier unterscheidet — ist nur persönlich zu begehen. Daher will ich zum Abschluß meine eigene Erfahrung schildern.

Meine letzte Inkarnation, die ich in Griechenland mit Hilfe der Swygard-Technik entdeckte, war die eines Landedelmanns an der Wende des 18. Jahrhunderts, der neben einer Stellung als Quartiermeister sich schreibend und ohne Erfolg um das Verständnis der Naturwissenschaft bemühte. Dies war meine fünfte menschliche Existenz.

In der vierten war ich ein höherer Beamter in Nürnberg, gleichzeitig aber mit meiner jetzigen Frau in einer Köhlersekte, die das Wissen hatte, die Chakras zu erwecken. In der dritten im 15. Jahrhundert stammte ich aus einfachen Verhältnissen. Erst war ich als Nachtwächter in Königsberg mit dem Ankünden der Zeit betraut, anschließend ging ich zu einem Alchemisten und Astrologen in Polen als sein Assistent. Bei einer Pest starb er mit dem größten Teil der Bevölkerung und ich wurde Erbe seines Wissens.

In der zweiten Existenz war ich im 13. Jahrhundert eine Hausfrau in Brügge, sehr am weiblichen Wirkungskreis interessiert.

Meine erste Existenz als Mensch war vor Urzeiten. Ich war damit beschäftigt, Steinkreise im Sinne des Rades zu bauen. Anscheinend brachte ich in Tibet das Verständnis des Rades das erste Mal auf die Erde. 1961 traf ich dort einen König, den letzten Nachkommen von Kesar Ling, dem Entdecker der Radreligion, der mir erklärte, ich sei vielleicht die angekündigte Wiedergeburt des Kesar Ling im Westen. Das tibetische Rad der Religion des Menschen, Gcug, das heute noch jeder Tibeter in Bronze oder Silber trägt, ist strukturell mit meinem identisch. Nach der Lektüre eines Buches von Alexandra David-Neel über Kesar Ling begann ich den Zusammenhang zu verstehen. Die Mythifizierung der Heldensage ist der gleiche Vorgang wie wir ihn bei König Arthur betrachten können, der ursprünglich ein römischer Beamter war. Es war aber unmöglich die emotive und geistige Bedeutung einer solchen Entdeckung anders als durch einen Mythos zu umreißen.

In der Tierwelt erlebte ich mich als Frosch, in dessen Haut ich in der Unterwelt hineinschlüpfte. Seither begegnete ich bei vielen Spaziergängen Fröschen, deren Augen mich faszinieren, weil ich aus ihnen ein Wissen ohne Worte zu schöpfen glaube.

Den Frosch fragte ich einmal bei einer Unpäßlichkeit nach meiner Pflanze: es ist der Löwenzahn. Gleich wie dessen Samen durch den Wind zerstieben, scheint es meine Aufgabe zu sein, das Wissen der Luft anzuvertrauen.

Mein Mineral wurde mir durch den Homöopathen Manfred von Ungern-Sternberg geklärt; seither habe ich Zugang zu meiner persönlichen Vitalität. Es ist das Phosphor, gehört zum Gefühlschakra der Stickstoffreihe des Saturn.

Mein hermetischer Ausgangspunkt ist das Schwarze, die Lava als Feuerträger. Mit dieser Integration fühle ich mich nun fähig, das Wissen der rechten Hand anzugehen.

Die meisten organischen Schwächen verschwanden mit der immer höheren Potenzierung der Phosphorgabe. Doch eine Schwäche konnte ich nicht überwinden. Ich hatte seit zehn Jahren zuerst Erstickungsanfälle und später ähnliche Zustände. Vor Beginn dieser letzten Arbeit nun erwachte ich wieder einmal nachts mit einem ungeheuren Schrecken.

Ich sah auf meiner Brust eine bedrohliche schwarze Wand, die mich zu ersticken drohte. In der Erinnerung an Castaneda begriff ich, daß dies der Verbündete sei, der mich als Tod bedroht bis ich fähig werde, ihn zu integrieren. Aus dieser Situation entstand meine Frage an die Erdgöttin, was schwarz bedeutet. Anschließend an ihre Botschaft begriff ich, daß mein möglicher Verbündeter die Inkarnation des Alchemisten im 15. Jahrhundert ist, der als einziger an die Grenze des Geistigen durchgestoßen war. Ich fragte ihn, wie ich ihn als Helfer gewinnen könnte. Er antwortete, ich solle einen schwarzen Ring tragen, welcher seine Kraft mir zuführt. Ich fand diesen Ring am nächsten Tag. Er ist in Silber gefaßt das schwarze Raumquadrat des Rades. Mit diesem Verbündeten als bewußten Teil meiner selbst, dem Schwert des Saturn, dem Frosch, dem Löwenzahn und der Lava habe ich nun Zugang zu meiner senkrechten Kontinuität gefunden.

In der linken Hand verläuft die Körperlinie um den Daumen. Man nannte sie Lebenslinie, weil sie die Erwartung zeigt, die ein Mensch für seine Entfaltung hegt. Sie läßt sich in drei Kurven darstellen. Die körperliche Entwicklung hat ihren Höhepunkt bei etwa 28, die seelische bei 42 Jahren. Nur die geistige ab 56 braucht nicht abzusinken, sondern führt zur Neuen Erde. Der Berg des Südwestens rechts und links zeigt die Art und Weise, wie aktiv und passiv der Weg in die Aktualisierung der rechten Hand möglich wird.

L e b e n s z y k l e n

Arnold Keyserling
Das große Werk der göttlichen Hände · 1986
I. Teil:Die linke Hand des Mondes
© 1998- Schule des Rades
HOMEDas RAD