Schule des Rades

Arnold Keyserling

Klaviatur des Denkens

3. Sprache

Wortarten und Satzbausteine

Alle Wirklichkeit hat ihre Elemente im Sein, in den neun Ziffern. Die Sprache als ein Vermögen — im Unterschied zu den historischen Sprachen — findet ihre Struktur in den Ziffern als Klassen oder Erzeugungsprinzipien, deren Ordnung durch das Enneagramm bestimmt wird. Hierbei gilt es Wortarten als Träger der Bedeutung und Satzbausteine als Träger des Sinnes zu unterscheiden. Die Zuordnung von Ziffern und Wortarten bzw. Satzbausteinen wird durch die Anzahl der Kategorien gegeben, welche in ihr vereint sind, sodaß die quantitative Bestimmung zugleich die logische ist.

W o r t a r t e n · i m · E n n e a g r a m m
Zeitworte
/
Raumworte
Bedeutung: WortartenSinn: Satzbausteine
1.Wort (als Zeichen)1. Konjunktion (Bindewort)
2.Substantiv (Hauptwort)
1) Name – Singular
2) Begriff – Plural
2. Logisches Subjekt,
     Haupt und Nebensätze
3.Verbum (Zeitwort)
1) Sein
2) Haben
3) Werden
3. Arten der Satzaussage
a) intransitiv (nicht zielend)
b) transitiv (zielend)
c) modal (Art, Weise,
Möglichkeit betreffend)
4.Deklination – oder
Präpositionen (Verhältniswort)
1) Nominativ (Werfall)
2) Akkusativ (Wenfall)
3) Dativ (Wemfall)
4) Genitiv (Wesfall)
4. Objekte (Ergänzungen)
5.Adjektiv (Eigenschaftswort)
1) Positiv (Grundstufe)
2) Komparativ (Vergleich)
3) Superlativ (höchste Stufe)
4) bestimmtes Zahlwort
5) unbestimmtes Zahlwort
5. Attribute (Beifügungen)
6.Zeitwortpersonen (Konjugation)

3 Sprechpersonen:



3 Geschlechter:
6. grammatisches Subjekt Satzaussage
d) ich gehe
e) du gehst
f) er-sie-es geht

g) männlich
h) weiblich
i) sächlich
7.Pronomen (Fürwort)
1) hinweisend
2) bestimmend
3) unbestimmt
4) bezüglich
5) besitzanzeigend
6) persönlich
7) fragend
(der, dieser)
(derjenige)
(mancher)
(der Mann, der)
(mein)
(ich, du)
(wer?)
7. Nebensätze
8.Adverb (Umstandswort)
1) Grund (weil) auf Frage:
2) Ort (hier) auf Frage:
3) Zeit (jetzt) auf Frage:
4) Häufigkeit (oft) Frage:
5) Art und Weise (schön) Frage:
6) Grad (besonders) Frage:
7) Beschränkung (wenig) Frage:
8) modal ( vielleicht) Frage:
8. adverbiale Bestimmung
warum?
wo?
wann?
wie häufig?
wie?
wie sehr?
wie viel?
ist es wirklich so?
9.Zeitwortformen
3 Zeiten
k) Vergangenheit
l) Gegenwart
m) Zukunft
3 Modi
n) Wirklichkeit (Indikativ)
o) Möglichkeit (Konjunktiv)
p) Bedingung (Konditional)
3 Formen
q) Leideform (Passiv)
r) Tätigkeitsform (Aktiv)
s) Unendlichkeitsform (Infinitiv)
9. Satzarten ausgedrückt
     durch Interpunktion (; , —)
In jeder Sprache sind alle 45 Kategorien: 1+2+3+4+5+6+7+8+9 in bestimmter Verquickung enthalten, und sämtliche sonstigen oder nicht erwähnten grammatikalischen Formen lassen sich unschwer als Elemente oder Verbindungen erweisen. Es kann eine Wortart auch durch Gestik, durch Satzstellung, oder durch Tonhöhe ausgedrückt werden. Doch wesentlich für die objektive Erkenntnis der Sprachstruktur ist die Gesetzlichkeit der Natur, die durch die Wortarten vergegenwärtigt und damit zum Werkzeug des Bewußtseins wird.
Arnold Keyserling
Klaviatur des Denkens · 1971
3. Sprache
© 1998- Schule des Rades
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