Schule des Rades

Arnold Keyserling

Das Nichts im Etwas

4. Das Rad

Wortarten und Satzbausteine

Alle Wirklichkeit hat ihre Elemente im Sein, in den neun Ziffern. Die Sprache als ein Vermögen – im Unterschied zu den historischen Sprachen – findet ihre Struktur in den Ziffern als Klassen oder Erzeugungsprinzipien, deren Ordnung durch das Enneagramm bestimmt wird. Hierbei gilt es Wortarten als Träger der Bedeutung und Satzbausteine als Träger des Sinnes zu unterscheiden. Die Zuordnung von Ziffern und Wortarten bzw. Satzbausteinen wird durch die Anzahl der Kategorien gegeben, welche in ihr vereint sind, sodaß die quantitative Bestimmung zugleich die logische ist.

W o r t a r t e n · i m · E n n e a g r a m m

Zeitworte / Raumworte

Bedeutung: WortartenSinn: Satzbausteine
1.Wort (als Zeichen)Konjunktion (Bindewort)
2.Substantiv (Hauptwort)
1) Name - Singular
2) Begriff - Plural
Logisches Subjekt,
Haupt und Nebensätze
3.Verbum (Zeitwort)
1) Sein
2) Haben
3) Werden
Arten der Satzaussage
a) intransitiv (nicht zielend)
b) transitiv (zielend)
c) modal (Art, Weise,
Möglichkeit betreffend)
4.Deklination - oder
Präpositionen (Verhältniswort)
1) Nominativ (Werfall)
2) Akkusativ (Wenfall)
3) Dativ (Wemfall)
4) Genitiv (Wesfall)
Objekte (Ergänzungen)
5.Adjektiv (Eigenschaftswort)
1) Positiv (Grundstufe)
2) Komparativ (Vergleich)
3) Superlativ (höchste Stufe)
4) bestimmtes Zahlwort
5) unbestimmtes Zahlwort
Attribute (Beifügungen)
6.Konjugation
(Zeitwortpersonen)
6 Sprechpersonen
(immer bezogen auf den
Gesprächspartner oder
den Leser)
grammatisches Subjekt -
Satzaussage
d) ich gehe
e) du gehst
f) er-sie-es geht
g) wir
h) ihr
i) sie
7.Pronomen (Fürwort)
1) hinweisend
2) bestimmend
3) unbestimmt
4) bezüglich
5) besitzanzeigend
6) persönlich
7) fragend
(der, dieser)
(derjenige)
(mancher)
(der Mann, der)
(mein)
(ich, du)
(wer?)
Nebensätze
8.Adverb (Umstandswort)adverbiale Bestimmung
1) Grund (weil) auf Frage
2) Ort (hier) auf Frage
3) Zeit (jetzt) auf Frage
4) Häufigkeit (oft) Frage
5) Art und Weise (schön) Frage
6) Grad (besonders) Frage
7) Beschränkung (wenig) Frage
8) modal ( vielleicht) Frage
:
:
:
:
:
:
:
:
warum?
wo?
wann?
wie häufig?
wie?
wie sehr?
wie viel?
ist es wirklich so?
9.Zeitwortformen
3 Zeiten
k) Vergangenheit
l) Gegenwart
m) Zukunft
3 Modi
n) Wirklichkeit (Indikativ)
o) Möglichkeit (Konjunktiv)
p) Bedingung (Konditional)
3 Formen
q) Leideform (Passiv)
r) Tätigkeitsform (Aktiv)
s) Unendlichkeitsform (Infinitiv)
(hier sind die lateinischen Be-
griffe klarer als die deutschen)
0.Satz
Aussagesatz
Fragesatz
Sollsatz
Satzarten ausgedrückt
durch Interpunktion (; , –)

In jeder Sprache sind alle 45 Kategorien: – 1+2+3+4+5+6+7+8+9 – in bestimmter Verquickung enthalten, und sämtliche sonstigen oder nicht erwähnten grammatikalischen Formen lassen sich unschwer als Element oder Verbindung erweisen. Es kann eine Wortart auch durch Gestik, durch Satzstellung, oder durch Tonhöhe ausgedrückt werden. Doch wesentlich für die objektive Erkenntnis der Sprachstruktur ist die Gesetzlichkeit der Natur, die durch die Wortarten vergegenwärtigt und damit zum Werkzeug des Bewußtseins wird.

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