Schule des Rades

Arnold Keyserling

Das Nichts im Etwas

4. Das Rad

Die energetische Entsprechung der Chakras

Die materielle Entsprechung der Chakras zu den Atomschalen und den Planeten als Zugang zu den Weltbereichen ist durch die energetische zu ergänzen.

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Fission
Information
Schwerkraft
Schall
chem. Energie
Elektrizität
Strahlung, Fusion
Geist
Seele
Körper
wollen
fühlen
denken
empfinden
lieben
sprechen
hören
tasten
schmecken
riechen
sehen
Milchstraße
Sonne
Planeten
Leben
Molekül
Atom
Quant, Photon

Das entfremdete Bewußtsein ist auf den Kopf als Entsprechung zur Erdkugel begrenzt, der alle sieben Richtungen in sich trägt. Der erwachte Mensch dagegen hat kosmisches Bewußtsein, worin alle denkbaren Ebenen der Erfahrung zugänglich werden. Hierbei ist er Lichtleib Träger der Sinneserfahrung, über welche die Energien und ihre Weltbereiche zu Organen des Bewußtseins werden.

  1. Empfinden: Die Energie der Strahlung, Absorbtion und Emission, wird über das Sehen bewußt. Das Auge kann ein einziges Photon, ein Lichtquant aufnehmen. Deshalb ist das Bewußtsein des Sehens nicht auf die unmittelbare Umgebung des Leibes beschränkt. Theoretisch wäre es durchaus möglich, in die Ferne zu sehen, da das Bewußtsein über die Lichtgeschwindigkeit mit allem in Beziehung steht. So ist Lichtenergie die höchste Energie. Das Sehen der Augen ist begrenzt auf die Spanne zwischen 3.800 und 7.600 Å, das Schauen der Vorstellung und des Traumes hat wohl andere Bereiche; doch innere Visionen werden auf die gleiche Weise bewußt wie äußere Wahrnehmungen.
  2. Denken: Dieses verwendet die elektrische Energie des Achterkreises und fließt vom negativen zum positiven Pol. Ist ein Problem verstanden, dann besteht die Spannung nicht mehr, genau wie eine entladene Batterie die Spannung 0 aufweist. Der Sinn ist das Riechen, das nicht nur den Sauerstoff bemerkt, sondern auch die elektromagnetische Energie über die Nasenflügel aufnimmt. Die in der Hypnagogik beschriebenen Gehirnströme sind der nachprüfbare Ausdruck der neuronischen elektrischen Tätigkeit.
    Das Riechen geschieht atomar, die Luft wird aufgespalten, der Sauerstoff wird verwendet und die Kohlensäure ausgeschieden.
  3. Fühlen: Die Wärmeenergie oder chemische Energie ist die Grundlage des Fühlens, das durch die vier Triebe gesteuert wird. Sein Sinn ist das Schmecken, die Erfahrung des Nahrungstriebes, das die Nahrung bis auf drei Molekülarten, Fette, Zucker und Eiweiß, herunterbricht. Das Fühlen erlebt den Weltbereich der Zellen, und bestimmte Drogen wie LSD können einem die Zellenbewegung erlebbar machen.
  4. Wollen: Seine Energie ist der Schall, die einzige Schwingung, deren Wahrnehmung der menschlichen Größenordnung entspricht. Der tiefste hörbare Ton hat eine Wellenlänge von etwa 22 m, der höchste von 1 mm. Ton organisiert die Materie, wie wir von den chladnischen Klangfiguren her wissen: streicht man eine Geigensaite unter einer Glasplatte, auf der Sand gehäuft ist, so ordnet sich dieser in geometrischen Formen an.
    Wollen vollzieht sich mittels Werkzeugen und hat als Ziel, die Welt mit dem Menschen harmonisch in Resonanz zu versetzen. Der Schwerpunkt des Wollens ist im Tiefschlaf, und verlangt die innere Leere als Voraussetzung des Gewahrwerdens. Es ist die einfachste und schwerst zu erlangende Funktion. Daraus zeigt sich, daß die Integration der Chakras nicht ein Anliegen auserwählter Adepten ist, sondern jeden Menschen angeht. Hierzu ist die Musik der kürzeste Weg: in der Trance des Tanzes wird der Einklang mit der Erde erreicht.
  5. Körper: Seine Energie, dank derer er sich frei bewegt, ist die Schwerkraft, die aber nicht im menschlichen Größenbereich ist, sondern auf die Erdmitte und damit auch auf die Planeten bezogen wird. Der Tastsinn macht sie bewußt. Dank seiner kann man in bestimmten Erfahrungen den Körper als Lichtleib verlassen. Für den afrikanischen Stamm der Pel ist das astrale Reisen Teil der Initiation. Doch die Voraussetzung dazu ist, daß der Leib zur Gänze über die sogenannt propriozeptiven Wahrnehmungen des Tastsinnes bewußt wurde.
  6. Seele: Ihre Energie ist negentropisch wie der Tastsinn. Sie bedeutet im Sprechen, eine höhere Informationsebene zu integrieren. Jedes seelische, auf die Person bezogene Verstehen im Unterschied zum strategischen Denken ist Teil der Strahlfähigkeit und entspricht makrokosmisch der Sonne. Sprechen ist immer Versprechen: entweder verpflichtet es die Seele, oder man hat sich versprochen. Erst im Aussprechen wird eine Kraft in der Seele im Sinn der seltenen Erden integriert, sie gewinnt an Potenz.
  7. Geist: Die geistige Energie entspricht der Fission, man schafft neue Elemente und Zusammenhänge aus der Vision, gibt im Sterben der Erde die Anlage zurück. Sterben bedeutet Befreiung zur geistigen Existenz, zum Lichtleib. Echte Erkenntnis ist Kommunion wie die Liebe, weshalb das griechische Wort Gnosis beide bezeichnet. In der Fission wird die Allverbundenheit erreicht, man gibt alles hin außer dem eigenen Silberkern.

Die Chakras sind der Yinaspekt der Schicht Fühlen-Körper. Die Waagrechte des Rades zwischen Stier und Mittelpunkt zeigt als Obertöne die harmonikalen Verhältnisse des Leibes, die Senkrechte vom Wassermann zum Mittelpunkt als Untertöne ihr energetisches Feld. Die Einserdiagonale zeigt von der Mitte nach außen die Folge der Chakras, wobei die drei letzten Energieschwerpunkte in Entsprechung zu Uranus, Neptun und Pluto im Farbkreis liegen, also nur aus dem Menschen im All durch Glauben zu integrieren sind. Die indianische Überlieferung behauptet, nur der Schamane besäße diese als Teil seines Wesens. In der Wassermannzeit verlangt aber der Zeitgeist, daß jeder sie integriert und die Mystik nicht mehr ein intimes Anliegen des Einzelnen bleibt.

Die Elementegruppen sind im Enneagramm gegliedert, wobei Eisenreihe, Seltene Erden und Kohlenstoffreihe das Dreieck bestimmen. Somit entstehen drei weitere Energiearten:

  • Der Uranus schafft die Begeisterung, der Fähigkeit, Menschen zu ihrer Entwicklung anzuregen.
  • Der Neptun in Entsprechung zu den Seltenen Erden gibt die Möglichkeit, andere dazu zu bringen, ihre eigene Wesenheit zu entfalten. Diese Energie wurde von Mesmer als animalischer Magnetismus oder als Lebenskraft bezeichnet, sie liegt der Hypnose zugrunde.
  • Der Pluto in Entsprechung zur Kohlenstoffreihe, die auf die Vollendung der Edelgase und damit der Sonne bezogen ist, wird zum Träger des Erfüllens der menschlichen Wirkperson. So sollte jeder andere lehren, sich selbst zu finden, und von anderen zu lernen. Konfuzius sagt: wenn ich mit zwei Menschen wandere, so ist es sicher, daß der eine mein Lehrer, der andere mein Schüler ist.

Diese Kräfte gehören nicht mehr zum Ich, sondern sind nur der inneren Leere zugänglich, die das Wollen erreicht. Doch dieses ist in der vierten Stufe und der fünften Schicht des Rades als Vereinigung von Yin und Yang zu verwirklichen, wenn der Mensch zu seinen beiden Helfern im Asklepios-Heiligtum vordringt.

Arnold Keyserling
Das Nichts im Etwas · 1984
Mystik der Wassermannzeit
© 1998- Schule des Rades
HOMEDas RAD