Schule des Rades

Arnold Keyserling

Das Nichts im Etwas

5. Mystik

4 - Wollen

Das Wollen ist der Schwerpunkt des Menschen, weil aus ihm das Gewahrwerden ansetzt. Es gibt keine Lage, aus der nicht Samadhi erreicht werden könnte. In der Fischezeit lag auch in Indien der Akzent auf der Hierarchie. Doch zur Zeit des Sokrates schuf ein heute unbekannter Philosoph der Shaiva-Schule in Kashmir ein Werk, Vijnana Bhairava Tantra, worin 14 mal 8 Weisungen beschrieben sind, wie man zum Samadhi durchstoßen kann.

Der Autor warnt davor, sich nur mit Denken diesen Versen zuzuwenden: Hiermit wurden die 112 Weisungen bezüglich des Unerschöpflichen zur Darstellung gebracht, o Göttin. Und jedem, der darüber unterrichtet ist, gebührt der Name Kenner.
Wer aber auch nur eine einzige der Weisungen beherzigt, wird selbst zu Bhairava in Person. Seine Worte verwirklichen sich, er verleiht Segen und Verdammnis.

Bhairavi ist Urkraft, Bhairava ist Urlicht. Beides sind Aspekte Shivas. Der Text ist die vollständigste Sammlung von Meditationsweisen, die uns bekannt ist, und alle späteren Anweisungen indischer Lehrer lassen sich auf diese Verse zurückführen. Wilhelmine Keyserling hat sie in folgenden Versen übersetzt und nachgedichtet:

Arnold Keyserling
Das Nichts im Etwas · 1984
Mystik der Wassermannzeit
© 1998- Schule des Rades
HOMEDas RAD