Schule des Rades

Arnold Keyserling

Die neue Schule der Weisheit

Die erste Schule der Weisheit

Sariputta, 480 v. Chr. und seine Nachfolger

Der Buddha Sakyamuni erreichte als erster Mensch der Geschichte das Gewahrsein, das die scholastische Tradition als ratio essendi zum Unterschied von der ratio cognoscendi bestimmte.

Um diesen Weg nachzuvollziehen, muß der Mensch sich aus der Identifikation mit den Strategien des Lebens zurückziehen – also die Entfernung von den Leidenschaften erreichen. Die Zielvorstellung ist Arhat, der Befreite. Ursprünglich war das die Bezeichnung jedes Asketen, später wurde sie zum Ziel der ersten Schule der Weisheit im Weg der Meditation in all ihren Aspekten, wie sie auch der Yoga lehrt.

Voraussetzung zum Erreichen der Weisheit ist vollständige Unabhängigkeit, die ein Haushälter der damaligen Epoche auf Grund der Feudalstruktur der Gemeinwesen nicht erreichen konnte. So richtete sich auch der ursprüngliche Aufruf des Buddha nur an Mönche. Den Laien legte er einen moralischen Lebenswandel im Sinne des brahmanischen Dharma nahe, auf daß sie in der nächsten Existenz ohne schlechtes Karma einen geistigen Weg beginnen könnten.

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