Schule des Rades

Arnold Keyserling

Offenbarung · Religion · Spiritualität

Die Apokalypse des Johannes

Im Christentum gibt es offiziell nur eine Offenbarung: die Apokalypse des Johannes, die er nach seinen Worten von dem Engel des Jesus Christus empfangen hat. Die meisten Kirchen assoziieren mit ihr die furchtbaren Prophezeiungen über das Weltende und das Jüngste Gericht. Doch gibt es auch eine andere Deutung, die aus der Numerologie kommt. Diese befindet sich am Anfang der Schrift:

¹⁰ Ich war im Geist an es Herren Tag und hörte hinter mir eine große Stimme wie eine Posaune, ¹¹ die sprach: Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte; und was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es zu den Gemeinden in Asien: gen Ephesus und gen Smyrna und gen Pergamus und gen Thyatira und gen Sardes und gen Philadelphia und gen Laodizea.

Die Apokalypse ist auf der Zahlensymbolik aufgebaut. Sie entstammt der chaldäischen Tradition der sieben Planeten in ihrer Entfernung von der Sonne, die der Woche — der kreativen Zeit der Läuterung — zugeordnet wurden.

W O C H E

So wurde das Integrieren der Offenbarung in den Erlösungsweg im Rhythmus der Woche möglich, die wir mit Montag beginnen, denn die Audition fand am Sonntag, dem Tag des Herren, statt. Betrachten wir nun die Namen Gottes in den Ankündigungen an die asiatischen Gemeinden als Erlösungsweg.

  1. Montag, II. Kapitel, Ephesus.
    ¹ Das sagt, der da hält die sieben Sterne in seiner Rechten, der da wandelt mitten unter den sieben goldenen Leuchtern.

    Der Weg beginnt also rechts im Wachen, wenn der Mensch die Siebenheit der Leuchten, der Chakras durch die sieben Sterne integriert.

  2. Dienstag, Smyrna.
    Und dem Engel der Gemeinde zu Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden.

    Dienstag ist die Meditation des Todes und der Auferstehung.

  3. Mittwoch, Pergamus.
    ¹² Das sagt, der da hat das scharfe, zweischneidige Schwert.

    Der Merkur artikuliert und sondert die Welt des Wachens und des Traumes, den Tag und die Nacht über die Sprache.

  4. Donnerstag, Thyatira.
    ¹⁸ Das sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie Feuerflammen und seine Füße sind gleich wie Messing.

    Die Flammen sind die jupiterische Strahlkraft aus dem inneren Auge, und die Füße aus Messing sind das Symbol der Heilung.

  5. Freitag, III. Kapitel, Sares.
    ¹ Das sagt, der die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich weiß deine Werke; denn du hast den Namen, daß du lebest, und bist tot.

    Im fünften Chakra (Ajna) der Venus muß der Sterbende von dem geistig aus dem Namen wiedergeborenen Lebenden im Werk getrennt werden.

  6. Samstag, Philadelphia.
    Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, der zuschließt, und niemand tut auf.

    Im Saturn muß die Unterscheidung zwischen dem geistig Lebendigen und dem körperlich Todgeweihten durch das Bekennen der Wahrheit gefestigt werden.

  7. Sonntag, Laodizea.
    ¹⁴ Das sagt, der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Kreatur Gottes.

    Amen heißt, etwas ist abgeschlossen und heilig. Mit der Sonne wird der Mensch zum Durchgangstor, lebt hüben und drüben. Was ist das aber für ein Leben? Wir lesen es im IV. Kapitel.

¹ Danach sah ich, und siehe, eine Tür ward aufgetan im Himmel; und die erste Stimme, die ich gehört hatte mit mir reden wie eine Posaune, die sprach: Steig her, ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen soll.

Hier kommt die Vision zur Audition.

² Und alsbald war ich im Geist. Und siehe, ein Stuhl war gesetzt im Himmel, und auf dem Stuhl saß einer; ³ Und der da saß, war gleich anzusehen wie der Stein Jaspis und Sarder; und ein Regenbogen war um den Stuhl, gleich anzusehen wie ein Smaragd. ⁴ Und um den Stuhl waren vierundzwanzig Stühle, und auf den Stühlen saßen vierundzwanzig Älteste mit weißen Kleidern angetan, und hatten auf ihren Häuptern goldene Kronen. ⁵ Und von dem Stuhl gingen aus Blitze, Donner und Stimmen; und sieben Fackeln mit Feuer brannten vor dem Stuhl, welches sind die sieben Geister Gottes. ⁶ Und vor dem Stuhl war ein gläsernes Meer gleich dem Kristall, und mitten am Stuhl und um den Stuhl vier Tiere, voll Augen vorn und hinten. ⁷ Und das erste Tier war gleich einem Löwen, und das andere Tier war gleich einem Kalbe, und das dritte hatte ein Antlitz wie ein Mensch, und das vierte Tier war gleich einem fliegenden Adler.

Dies ist gleich der Vision des Rades bei Hesekiel. Die körperlichen Zeichen sind rechtsläufig, also im Sinne des Tages und des Weltenjahres genannt.

Die positive Vision geht weiter im VII. Kapitel.

Und ich hörte die Zahl derer, die versiegelt wurden: hundertundvierundvierzigtausend, die versiegelt waren von allen Geschlechtern der Kinder Israel.

Jetzt kommt die Folge der Stämme in der Ordnung der Tierkreiszeichen, je zwölftausend werden versiegelt. Die, die das Siegel haben, gehen nicht zugrunde in der Zerstörung des Jüngsten Gerichts. Je zwölftausend:

S T Ä M M E

Der Tierkreis ist also das Feld der Erlösung, gesteuert von den Ahnen, die es bereits als 24 (Zeichen und Häuser) erreicht haben. Nach Schilderung weiterer Katastrophen erscheint die Neue Erde im XXI. Kapitel.

  1. ¹Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde verging und das Meer ist nicht mehr.
  2. ²Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, bereitet als eine geschmückte Braut ihrem Mann.
  3. ³Und ich hörte eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein.
  4. Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid und Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn der Erste ist vergangen.
  5. Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht zu mir: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß.
  6. Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will den Durstigen geben von dem Brunnen des lebendigen Wassers umsonst.
  7. Wer überwindet, der wird es alles ererben und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein.
  8. Und er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die große Stadt, das heilige Jerusalem, herniedergefahren aus dem Himmel von Gott.
  9. Die hatte die Herrlichkeit Gottes. Und ihr Licht war gleich dem alleredelsten Stein, einem hellen Jaspis.
  10. ¹⁰Und sie hatte eine große und hohe Mauer und hatte zwölf Tore und auf den Toren zwölf Engel, und Namen darauf geschrieben, nämlich der zwölf Geschlechter der Kinder Israels.
  11. ¹¹Vom Morgen drei Tore, von Mitternacht drei Tore, vom Mittag drei Tore, vom Abend drei Tore.
  12. ¹²Und die Stadt liegt viereckig, und ihre Länge ist so groß als die Breite.

Im weiteren kommt eine Beschreibung aller Edelsteine, ähnlich der Schilderung des Paradieses von Buddha Amithaba.

So geht der biblische Weg vom Garten Gottes bis zur heiligen Stadt, der Vollendung der Zivilisation für jene, die die Zahlen verstehen und das Rad kennen. Nur die Johanniter blieben dieser Tradition treu, wanderten aus Alexandrien ins ferne Irland, während die katholische und orthodoxe Kirche sich auf die Darstellung der Katastrophen beschränkte, nachdem die Astrologie und Numerologie seit Verurteilung des Origenes im 6. Jahrhundert verdammt worden waren und jeder, der sich ihnen zuwandte, mit Exkommunikation und dem Tod zu rechnen hatte.

Arnold Keyserling
Offenbarung · Religion · Spiritualität · 1995
Studienkreis KRITERION
© 1998- Schule des Rades
HOMEDas RAD