Schule des Rades

Arnold Keyserling

Vernünftige Hermetik

6. Sympathie

Noch Newton bezeichnete die Sympathie als Grundlage der Schwerkraft, des inneren Zusammenhangs aller Wesen und Dinge (Eranos).

Das Gesetz der Sinne ist das Gesetz des Sinnes. Dieser goethesche Ansatz der Phänomenologie kann mittels des Rades das gespaltene abendländische Bewußtsein in das ganzheitliche körperliche Gewahrsein zurückführen. Alles ist körperlich, seelisch und geistig. Diese Einsicht verlangt Öffnung von anderen Erfahrungsweisen, wie sie durch die transpersonale Psychologie in den letzten Jahrzehnten zugänglich gemacht wurden. So ist der hermetische Ansatz nicht nur ein historischer Schlüssel der abendländischen esoterischen Tradition, sondern erweist diese als Summe gemeinsamer Nenner, die alle Überlieferungen und Traditionen mit der mystischen Erfahrung vereinigen kann.

Dieserart werden die Unterschiede zwischen der wissenschaftlichen Einstellung und der einfach naiven Offenheit überbrückt ähnlich wie wir die gelehrte Mystik eines Meister Eckhart mit der Gefühlsmystik von Seuse, Tauler, Ruysbroek, aber auch Sebastian Franck, Valentin Weigel und den Rosenkreuzern in einem geistigen und zukunftsträchtigen Zusammenhang erleben.

Arnold Keyserling
Vernünftige Hermetik · 1999
Studienkreis KRITERION
© 1998- Schule des Rades
HOMEDas RAD