Schule des Rades

Arnold Keyserling

Rückkehr des Selbstverständlichen

2. Dimension

Denken - Seele - Tier - Elektron - Sonne

  1. Klärung der Systemik

    Die elektromagnetische Energie reagiert in der Polarisierung von Anziehung und Abstoßung (mathematisch: die chaotische Dynamik) und ist damit gleich dem limbischen System (Polarität: Lustgewinn – Schmerzvermeidung). Die Division (denken) und Multiplikation (Seele) können immer weiter fortgesetzt werden und schaffen Erinnerung durch begreifen-verstehen-urteilen, durch Unterordnung der Sprache unter die Gleichung, die entweder falsch oder richtig ist. Die Ichs entstehen aus dem Denken, sind Strategien. Im Rahmen von Territorialinstinkt und hierarchischem Instinkt/Wissen und Kompetenz verbinden sie die Menschen mit dem Tier.

  2. Existentielle Erfahrung
    1. Denken – Elektron – Der praktische Weg zur Klärung der eigenen Ichwerdung verlangt bewußtes Trennen von Wissen und Meinung. Man muß sich in seinen Strategien, in seinem Wirken beschränken auf wirklich geklärtes Wissen. Die Integration dieser Bewußtseinsstufe erfordert, sich genau zu prüfen, ob man sich in seiner Ökonische, in seinem Platz im Ganzen wirklich durchgesetzt hat oder nicht, oder ob Stellung, Wissen und Kompetenz hinter der Möglichkeit zurück bleiben. Wieso bin ich für mein Scheitern verantwortlich; was kann ich tun und lernen, um der Gesellschaft, die sich aus einer großen Anzahl dramatischer Spiele aufbaut, besser gewachsen zu sein.
    2. Seele – Sonne – Die thermonukleare Energie entstammt der Sonne. Im Denken erreiche ich nur dann meine Mitte, wenn ich sonnenhaft strahle, aber mich nicht mit anderen, mit fremden Sonnen identifiziere. Seelische Beziehungen sind Verbindungs­möglichkeiten. Sie brauchen nicht negativ, als Übertragungen zu wirken, sobald man sich dazu entschließt. Hilfreich zur Integration dieser seelischen Ebene ist einerseits das Finden des eigenen Tiergeistes, wie es die Schamanen lehren (M. Harner, 1982); doch psychologisch entscheidend ist andererseits die Trennung von der Urfamilie. Es ist der Rahmen der sechs seelischen Urbeziehungen: Mutter-Vater, Schwester-Bruder und Tochter-Sohn. Hinter jedem der sechs Bedingungen steht ein triebhafter Impuls, der uns seelisch in Abhängigkeit halten kann. Leicht wird man durch diese Impulse überrumpelt, läßt sich durch entsprechende Kritik seelisch manipulieren. Diese Kritik zerstört solange unser Ich, bis wir die dem Impuls zugrunde liegende Forderung als eigenes seelische Postulat integriert haben. Die bewußte Trennung von dieser triebhaften Urstruktur gelingt im Gespräch in einer kleinen Gruppe von Menschen, die sich gern haben und sich als Person nie gegenseitig kritisieren, so daß nur das Wesen übrig bleibt. Dies allein ist der Liebe zu einem anderen Wesen fähig.
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