Schule des Rades

Dago Vlasits

Vom Sinn der Zahl - Teil III

Starke Kraft – Holz – Gemeiner

Die erste Kraft, die im Universum zur Wirkung kam, war die starke Kraft, denn die von ihr abgespaltene Gravitation erwies sich erst viele hundertausendjahre später als die letztlich stärkste formgebende Kraft im Makrokosmos. Die starke Kraft entfaltete aber bereits in der ersten Sekunde nach dem Urknall ihr Wesen, indem ihr gewaltiges Kontraktionsvermögen gleichsam aus dem Nichts der Urenergie die massiven Protonen und Neutronen schuf. (Dabei werden drei Quarks durch 8 Arten von Gluonen zu einer massiven Einheit zusammengehalten.) Diese Massenpartikel — Protonen und Neutronen — sind die eigentlich stabile Grundlage der materiellen Welt, erst wenn sie vorhanden sind können die anderen Kräfte ihre Wirkung entfalten.

Dies ist der Wandlungszustand des Holzes, in seiner Eigenart können wir die Eigenart der starken Kraft erkennen. Holz ist eine feste Substanz, als Material für die Abdeckung elementarster Bedürfnisse geeignet. Es entstammt aber einem wunderbarenWachstumsprozeß, der sich dauernd vollzieht. Wo vorher scheinbar nichts war, ist aus einer Potentialität ein Ast oder der Baum erwachsen, aus einer Energie kristallisiert feste Substanz mit mineralischer Festigkeit. An dieser Produktivität und Wachstumskraft haben alle Wesen teil, es ist die Kraft die ihnen Bestand in dieser Welt gibt.

Dieser Kraft entstammen alle Aktivitäten des Menschen, die im weitesten Sinn mit seinem Überleben und der Durchsetzung seiner elementarsten Lebensinteressen zu tun haben. Als Gemeine im Sinnbild des Holzes, welches sich überall Bahn bricht, haben wir an dieser Kraft teil in dem wir sie selbstverständlich ergreifen um unser Dasein aufrechtzuerhalten. Denn sosehr die starke Kraft mikrokosmisch verborgen ist, sosehr ist ihr Impetus als das allgemeinste Verhalten der Menschen erkennbar, es sind die Kraft und das Verlangen, Überleben und Bestand zu sichern.

Die starke Kraft ist und bleibt immer die Kraft der Verwirklichung, sie entspricht dem wirklichkeitsschaffenden Akt beim Wählen einer komplexen Zahl, wie weiter oben als die Stufe des Schlafes besprochen. In ihrer reinen, bzw. einseitigen Auswirkung ist die starke Kraft in erster Linie auf Durchsetzung, auf Zusammenhalt und Dauer des Bestehenden gerichtet und führt in die teilchenhafte Vereinzelung. Ein höherer Sinn ist damit nicht geschaffen, er erschließt sich erst durch die Teilhabe am Chi, durch Richten der Aufmerksamkeit im Gewahrsein der natürlichen Zahl. Wir werden es beim Feuer bzw. beim Heiligen Weisen noch eingehender besprechen.

Dago Vlasits
Vom Sinn der Zahl - Teil III · 1996
Studienkreis KRITERION
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