Schule des Rades

Wilhelmine Keyserling

Die Zahlen als Prinzipien

Die Planeten als Sphären

Der primäre Gegensatz den wir uns vorstellen können, ist nichts und etwas. Das Etwas können wir erfahren, erforschen. Das Nichts bleibt für uns das ewig Unerschlossene, reine Potentialität, der die Aktualität entspringt, auf die sie wieder zurückweist. Als Potentialität unfaßbar birgt das Nichts das Etwas, aber auch das Etwas birgt das Nichts auf verschiedene Weise: als ungreifbare Mitte eines Zusammenhangs, der Mitte eines Rades, oder als zeitloser Augenblick, oder als Null zwischen der positiven und negativen Zahlenreihe.

Der Null entspringen die neun Prinzipien als Einfältigkeit, Zweifältigkeit (Yin-Yang), Dreifältigkeit (konstituierend), Vierfältigkeit (der Bewegungsformen), usw. bis zur Neunfältigkeit der Wirkweisen, deren Einwirkung und Wechselwirkung die Gesamtheit des Geschehens in unserer Welt des Etwas ausmacht.

Nachdem wir uns als Menschen über die Einwirkung von Mikrokosmos und Makrokosmos konstituieren, als Kosmos (= Mensch) eine Dreiheit mit diesen bilden, stellt sich die Frage, in wie fern sind wir bewirkt, in wie fern wirksam, Wirkende und Mitwirkende am Ganzen. Die neun Wirkweisen, die das Tun und Erfahren, das Sosein und die Entfaltung des Menschen ausmachen, können wir aus vier Aspekten der Entsprechung entschlüsseln, die über die vier Funktionen, empfinden, denken, fühlen, wollen, einsichtig werden.

Das Neuneck, Enneagramm, als Bild der Zahl ist sowohl eine Darstellung der neun Wirkkräfte in uns, als auch der neun Planeten: 1) in ihrer Beziehung zum Tierkreis, 2) in ihrem Verhältnis zueinander als Konstituenten unseres Bewußtseins, 3) als Konstituenten des Mikrokosmos, aus dessen Elementen und ihren Verbindungen unser Körper und unsere Welt bestehen. So wie das Empfinden, Denken, Fühlen ineinandergreifend wirken, das Wollen aber ursprungschaffend ist, so verstehen wir die Selbstorganisation, 4), als negentropische Bewegung aus unserer Mitte, das heißt aus der Kraft der Erdmitte. Nicht um die Planeten als materielle Wirklichkeit geht es hier, sondern um ihre Sphären, die ungreifbaren Umläufe — nicht der Vogel, sondern der Vogelflug ist zu erfahren. Hier sind die Neun von der Zehn gekrönt, die heben und drüben vereint — dem höheren Selbst, wenn wir die Entsprechung zu den Chakren wahrnehmen.

  1. Die neun Planeten in Beziehung zum zwölffältigen Kreis der Zeit-Raum-Qualitäten als Träger ihrer Wirkkraft, vermitteln uns im Horoskop die Gegebenheit der Anlage, in Entsprechung zum Empfinden als Realitätssfunktion.
  2. Aus dem Beziehungsgefüge der Struktur des Enneagramms erschließen wir im Denken — in Beziehung zu den Wortarten — die Fülle dieser Wirkkräfte. Das Enneagramm wird hier zum Raster einer bewußten Arbeit an sich selbst (Gurdjieff) — falls eine Verbindung zwischen Ich und Selbst besteht — in der wir diese Kräfte zu steuern und zu verwenden suchen.
  3. Die Beziehung zu der Neun als Elementegruppen ist unbewußt wie das Wachstum einer Pflanze. Die Etappen der Entfaltung lassen sich psychisch-geistig als Durchschreiten von Krisen feststellen, in denen die Energie des Fühlens im Wunsch nach Erfüllung, jeweils von einem weiteren Feld der, Intentionalität getragen wird, wie es Arnold Keyserling im Divinatorischen Meisterspiel beschreibt. Der genauere Bezug der Elementegruppen zu diesen energetischen Etappen wird sich in einem neuartigen Studium der Alchemie der Wassermannzeit allmählich klären.
  4. Betrachten wir nun den vierten Aspekt der Neun, die negentropische Bewegung der Selbstorganisation aus dem Feuer des Wollens, in Beziehung zu den Chakren und den Himmelsrichtungen. (Hier wird vorausgesetzt, daß der Betrachter die Bedeutung der Himmelsrichtungen kennt.)
    1. Osten — Muladhara — Mondsphäre
      Das mondhafte Vorstellungsvermögen ermöglicht die schöpferische Offenbarung des Ostens zu vernehmen, zu schauen.
    2. Westen — Swaddhistana — Merkursphäre.
      Nur was von der Fülle der keimhaften Visionen über die merkurische genaue Unterscheidung erfaßt wird, kann sich integrieren.
    3. Süden — Manipura — Venussphäre.
      Im wässrigen Element des Manipura verleiht die Venussphäre gemeinsam mit der Macht des Südens dem integrierten Keim Gestalt und Wachstum.
    4. Norden — Anahata — Kreis der Sonne.
      Das Wesen des Menschen ist es, das im Kreislauf der Sonne seine Medizin findet, und mit Hilfe der Weisheit des Nordsterns aus der Übersicht des Denkens strategisch Weichen stellt.
    5. Mitte — Vishuddha — Mars.
      Die eigentlichen Initiativen, die diesseits und jenseits verbinden, entspringen dem Wunsch der Menschwerdung, dem Chakra der Wortwerdung über die Frage.
    6. Süd-Osten — Ajna — Jupiterumlauf.
      Die jupiterische Kraft erschließt den Zusammenhang mit der geistigen Familie der Ahnen und Wegbereiter, bindet in die Goldene Kette ein.
    7. Süd-Westen — Sahasrara — Saturnsphäre.
      Gemeinsam mit den Elementalen, den Erd-Geistern (Im Sahasrara vereinen sich Körper und Geist), können die zum Licht strebenden Liebhaber der Erde die täglichen Umstände zum Reigen gestalten.
      Damit ist die persönliche Einung von Dunkel und Licht vollzogen, die über die weiteren Sphären in den Zusammenhang mit Geschichte und Werk fährt.
    8. Nord-Westen — in den Knien zu orten — Uranussphäre.
      Die Acht erfaßt die Lebensganzheit und damit wird das ganze Raumzeitwesen zum Wirkfeld. Wer das Leben als Einheit im Sinne der Integration in Menschheit und Werk sieht, kann in Ehrfurcht mit seinem Engel kommunizieren.
    9. Nord-Osten — in den Füßen zu orten — Neptunsphäre.
      Die schrittweise Verwirklichung im Wechsel von Yin und Yang, mit Hilfe der Inspiratoren, der Musen, bezieht notwendig die Mitmenschen ein, ist auf sie bezogen. In der Sphäre des Neptun wird sie gemeinschafts- und geschichtsschaffend.
    10. Mitte — das höhere Selbst — Plutosphäre.
      In der Plutosphäre wird dieses geschichtliche Wirken erst eigentlich zur Mitwirkung am Werk, einerseits der Zivilisation andererseits der Akasha-Chronik, die über den Erdkreis hinauswirkt. Das Werk hat sein Zentrum im höheren Selbst. So lange strebt die Erde, der Irdische zum Pluto, bis der Durchbruch durch alle Assoziationen geschaffen ist. Darum ist Pluto die Krone, über die der Irdische bereits im Leben den Ansatz jenes Werkleibes bildet, der bereits auf dieser Erde Teil der neuen ist.

Diese Vereinigung von Planetensphären und Himmelsrichtungen gilt es im Nord-Ost Fest 1992 in den Chakras zu integrieren. Alle die Planetensphären bis zum Himmel, und die Planetengeister helfen ihnen heißt es in der Botschaft.

Planeten-Geister sind die Sphären nicht die kreisenden Materien. Als Himmels-Körper wirken sie im irdischen Geschehen. Als Sphären sind sie Himmelsleiter die wir begehen um da und dort zu einen.

Wilhelmine Keyserling
Die Zahlen als Prinzipien · 1992
Die Planeten als Sphären
© 1998- Schule des Rades
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