Schule des Rades

Hermann Keyserling

Menschen als Sinnbilder

Von der Produktivität des Unzulänglichen

Befruchtung durch Erkenntnis

Doch ich will nicht vorgreifen. Von Wien zog ich (1903) zunächst nach Paris und reiste von dort oft nach England hinüber. Der Geologie ward ich ebenso jäh und endgültig untreu wie vorher dem Korpsstudentenleben. In Paris trat eine neue Unzulänglichkeit in den Mittelpunkt meines Bewußtseins: mein Barbarentum. Dieser hochkultivierten alten Welt gegenüber erschien ich mir damals nicht besser, wie mir Wandervögel heute auf dem Hintergrund von Venedig und Florenz erscheinen. Keinen Augenblick dachte ich daran, mein Versagen zu einem Vorzug umzudeuten: ich ging vielmehr sogleich daran, mich dem Niveau der westeuropäischen Gesellschaft anzugleichen. Mit jener Unverfrorenheit, die noch heute der eigentliche Schlüssel zum Problem meiner schnellen Erfolge ist, wo solche vorliegen — schwimmen lernt nur, wer zunächst ins Wasser springt —, trat ich sofort in den Pariser Salons, die mich überaus freundlich aufnahmen und, wie ein älterer Freund sich gutmütig-ironisch ausdrückte, zunächst als Schau-Wilden untereinander herumreichten, mit den besten Causeurs jener Zeit in Wettbewerb. Dann studierte ich mit wahrer Inbrunst die Werke und besonders die Briefe Gustave Flauberts, dieses besten Lehrers, den es für jeden Schriftsteller und Künstler gibt. Damals dachte ich fast ausschließlich an Form. Von Haus aus fehlte sie mir ganz. Und wenn heute Franzosen behaupten, die meine sei d’inspiration française, und manche Deutsche finden, ich sei eigentlich mehr Lateiner als Germane, insofern ich eine romanische Sprache redend und in romanischem Milieu am natürlichsten wirke, so haben beide nicht unrecht: wirklich verdanke ich alle Form in mir der Zeit, da ich mich in Westeuropa dessen Formkultur ebenso vollkommen hingab, wie in Wien dem Einfluß des Wesens Chamberlains. In dieser Rezeption der Form bestand während des ersten Pariser Jahres meine ganze Beschäftigung. Dann auf einmal drängte mein schöpferisches Unbewußtes an die Oberfläche. Im Februar 1904 begann, als Reaktion auf ein überaus schweres Gefühlserlebnis, ganz plötzlich das Gefüge der Welt aus mir hervorzubrechen, nicht anders, wie sonst eine musikalische Improvisation am Klavier. Das war eine gar wunderbare Erfahrung. Wohl hatte ich, unter dem Einfluß Chamberlains, an dessen Kants Entstehung ich innigst teilnahm (das Werk ward mir gewidmet), Kant, Schopenhauer und Friedrich Albert Lange studiert, dann in zwei Perioden frenetischen Lesens im British Museum auch einen Teil der übrigen philophischen Literatur durchrast. Doch eine persönliche Angelegenheit war mir kritische Philosophie, die ich an der Universität nie gehört hatte, nie vorher gewesen; daß ich gar selbst Philosoph im Kantischen Sinne werden sollte, hatte ich nie erwartet. Denn gerade im systematischen Denken war ich besonders schwach. Die Schubfach, abart des Gedächtnisses, deren ein echter Wissenschaftler schwer entraten kann, fehlte mir vollkommen; aus Gründen von Nervenschwäche konnte ich mich überdies, und dies bis zu meinem 32. Jahr, in welchem ich indische Yogaübungen aufnahm, auf keinen Gegenstand lange hintereinander konzentrieren; endlich überwog die Phantasie bei mir ursprünglich so sehr den Trieb zur exakten Forschung, daß ich mich eben deshalb der Disziplin chemischen Experimentierens und kristallographischen Messens in meinen Studienjahren gern unterwarf. Nun entstand aus mir auf einmal ein eigenes kritisch philosophisches Werk. — Ob dieses Wahrheit oder Irrtum enthielt, konnte ich aus persönlicher Überzeugung nicht sagen, denn es hatte sich nicht anders wie ein selbständiger Organismus von mir abgelöst. Ich war überdies zur Zeit, da ich es schrieb, so wesentlich rezeptiv eingestellt und auf alle Subjektivität so mißtrauisch, daß ich mich auch durch meine eigene Schöpfung nicht festlegen lassen mochte. So blieb ich vor dem Verhängnis so vieler Junger, welche die Liebe zum Erstling am Fortschreiten hindert, bewahrt. Aber ich begrüßte ihn nichtsdestoweniger aufs freudigste als Beweis vorhandener Schöpferkraft, zugleich als Wegweiser von innen her: offenbar war ich trotz allem, was sich, zumal auf Grund dieses Buches selbst, dagegen einwenden ließ, zum Beruf des kritischen Philosophen vorbestimmt; er sollte zum Rahmen meines Weiterstrebens werden.

Diese Überzeugung währte ihrerseits bis 1911; der kosmische Standpunkt, den das Gefüge der Welt einnehmen will, der Titel der Welt vom Standpunkt der Natur, den die Prolegomena zur Naturphilosophie ursprünglich trugen, das spezifische tout comprendre der Unsterblichkeit sind ebensoviel Symptome dessen, daß die kritische Philosophie mir eben zum Weg jenes Strebens werden sollte. So schlug denn meine Selbsterziehung eine neue Richtung ein: nicht bloß Verstehen überhaupt, sondern kritisches Verstehen im Kantischen Sinne ward mir nun, mehr zum Ideal, so oft ich bei seiner Verfolgung meiner Natur Gewalt antun mußte. Übrigens begegnete ich auch auf dieser Etappe meiner Entwicklung dem nötigen Schrittmacher: dies war Alexander Wolkoff-Mouromtzoff, der lionardesk begabte Russe, dem ich im 5. Heft des Wegs zur Vollendung ein Denkmal gesetzt habe. Bei unserer ersten Begegnung in Venedig, im Herbst 1905, unternahm er in seiner erbarmungslosen Art (die Wagner, Liszt, Lenbach, Whistler usw. goutiert hatten, die aber wenige Durchschnittsmenschen vertrugen) den Beweis, daß ich ein Esel sei. Wo ich sah, welch ungeheure Intelligenz mir gegenüberstand, und in wieviel Einzelheiten er recht hatte, gab ich mich gleich seinem Einfluß im selben Sinne hin, wie vormals Chamberlain. Wenn ich heute so leicht auf keinen Schwindel mehr hereinfalle, kein à peu près, wenn ich allem frommen Schwärmen feind sein, auf allen Ebenen nach letzter Klarheit streben darf, so verdanke ich dies Wolkoff, der die entsprechende Anlage in mir, durch die Bruthitze seines Geists, zur Reife brachte. Er war zwar alles eher als Philosoph, nur suprem kritisch überhaupt. Allein berufsmäßige Philosophen haben in meinem Leben nie eine wesentliche Rolle gespielt. Ab 1906 war ich wohl mit Simmel befreundet, ab 1910 mit Bergson, aber verdanken tue ich beiden weniger als den vielen Politikern, Künstlern und vor allem Frauen, mit denen ich in meinen Entwicklungsjahren verkehrte. Wohl jeder nicht nur auf Mehr-Können, sondern auf Mehr-Werden Bedachte hat die gleiche Erfahrung gemacht: Wesentliches lernt der Mensch allein von solchen, deren Natur von der seinen verschieden ist, denn nur sie können, laut dem Gesetz der Polarisation, eine Erweiterung des bestehenden Geist- und Seelengefüges bewirken. Während man alles das, was Diskussion mit gleiches Betreibenden bestenfalls lehrt, bei genügender Wahrhaftigkeit und Furchtlosigkeit auch allein für sich erreichen kann.

Die Zeit von 1904 bis 1911 war übrigens eine Übergangsperiode in jedem Sinn. Sie umfaßt viele Ereignisse und Betätigungen, doch keine einzige echte Entscheidung. Zunächst erkrankte ich nach Vollendung des Gefüges der Welt (im März 1905) so schwer, daß meine Genesung recht eigentlich den Beginn eines zweiten Lebens bedeutete. Dann verlor ich durch die russische Revolution von 1905 mein Vermögen, dieses erste Mal zwar nur in der Phantasie, aber für mein Bewußtsein nichtsdestoweniger so real — zur praktischen Wirklichkeit hatte ich damals überhaupt kein Verhältnis, ich stand ihr völlig hilflos gegenüber, da ich die Welt nur als Reaktiv zu würdigen verstand, weshalb ich mich von vornherein damit abfand, daß alles aus sei, keinen Versuch zur Wiedergewinnung des Verlorenen machte, und als es von selbst wiederkam, das Ererbte als neue Schenkung in Empfang nahm —, daß ich zwei Jahre in der Einbildung vollkommener Armut verbrachte, welches neue Erleben von Unzulänglichkeit wiederum sehr produktiv in mir wurde. Ich sah mich innerlich darauf angewiesen, von vorn anzufangen, und vermied so in einem neuen Sinn jene Gefahr des auf Lorbeeren Ruhens, die für den jungen Menschen, der Erfolg hat, soviel gefährlicher ist als für den älteren. Denn dem Armen, und vor allem dem, der sich dafür hält, gesteht die Welt nie zu, was dem äußerlich Unabhängigen selbstverständlich zugestanden wird; schon gar nicht dem Armen, dessen Typus Sicherheit und Unabhängigkeit verlangt. In das Jahr 1906 fällt ein Versuch, mich an der Berliner Universität zu habilitieren, welchen Dilthey warm befürwortete, der aber damit endete, daß Riehl mich ebenso entschieden wie höflich hinauskomplimentierte. Von 1906 bis 1908 lebte ich, allerdings nicht ununterbrochen, denn in diese Periode fallen verschiedene Reisen, in Berlin. Dort schrieb ich die Unsterblichkeit. Diesem Werk verdanke ich den vielleicht produktivsten Anstoß seit Wien. Ich schrieb es so schnell, obgleich mein Organismus von der Pariser Krankheit noch kaum erholt war, zum Teil aus äußeren Gründen: auf dem dadurch gewonnenen Ruhm wollte ich mein Leben materiell neu aufbauen. Wie ich es fertig hatte, war ich überzeugt, eins der größten Werke der Weltliteratur geschrieben zu haben. Dieses nun fanden Chamberlain und Kassner ganz einfach schlecht! Das war ein furchtbarer Schlag für mich, denn trotz aller sachlichen Unabhängigkeit von ihnen war ich ihnen, die mir soviel bedeutet hatten, menschlich desto mehr verhaftet. Als richtig anerkennen tat ich ihr Urteil nicht, aber glücklicherweise versteifte ich mich auch nie auf mein Recht: so wuchs ich schnell über den Unsterblichkeitszustand hinaus. Im Herbst 1907 hielt ich an der damals freien Hamburger Universität den Vortragszyklus ab, welcher 1910 unter dem Titel Prolegomena zur Naturphilosophie erschien1. 1908 erfolgte die wichtigste Wandlung meines äußeren Lebens seit Dorpat: ich über, nahm den ererbten Grundbesitz und ließ mich als Land, — und Forstwirt in Rayküll nieder. Wohl war ich nicht dauernd daheim, und mein neuer äußerer Beruf nahm nie mehr als einen Teil meiner Zeit in Anspruch. Zwischendurch reiste ich viel, knüpfte ich persönliche Beziehungen zu den mich interessierenden geistigen Persönlichkeiten Europas an oder setzte solche fort; ich schrieb auch allerlei, so die meisten Aufsätze, welche neuerdings in Philosophie als Kunst gesammelt vorliegen, Schopenhauer als Verbilder, die drei rein wissenschaftlichen Abhandlungen: Zur Psychologie der Systeme, Das Wesen der Intuition und ihre Rolle in der Philosophie (abgedruckt in Logos I, 1910/11, Heft 3 und Logos III, 1912, Heft 1) und die Mitteilung an den III. Internationalen Philosophenkongreß: Die metaphysische Wirklichkeit (Bologna 1911). Im Februar 1911 trug ich noch einmal an der Freien Universität zu Hamburg vor, dieses Mal über ein geschichtsphilosophisches Thema: den Fortschritt der Philosophie im Wandel ihrer Problemstellungen; im März hielt ich in Bologna in einer der Plenarsitzungen den obengenannten Vortrag. Aber die Hauptsache ist doch, daß ich ab 1908, objektiv betrachtet, nicht mehr der Gast auf Erden war, als welchen ich mich seit Wien hauptsächlich fühlte, sondern, ob ich dies nun innerlich anerkannte oder nicht, einen bestimmten Stand in der Natur- und Kulturordnung einnahm.

Dementsprechend gewann alles, was ich tat, einen neuen Hintergrund, und es wurden Energien in mir frei, deren bloßes Dasein ich seit der Wendung von Wien vergessen hatte. So wenig mich die Routine des Landwirtberufes interessierte, so wenig ich mich ihr jeweils gewachsen erwies, denn nicht nur von ihrer Technik verstand ich nichts, ich war direkt unfähig, mich auf die praktischen Probleme der Landwirtschaft zu konzentrieren — daß ich in jenen Jahren Kulturpionier war, darüber gab es in Estland nur eine Meinung. Die von meinem Vater begonnenen Entwässerungs- und Meliorationsarbeiten — der Wald von Könno stellt, glaube ich, eine der großartigsten Kanalisationsanlagen dar, die je ein Privatmann schuf — setzte ich mit Eifer fort; ich fand im einzelnen neue Wege der Forstkultur, der Viehzucht. Wahrscheinlich ist es so, daß eben die Energien, die sich seit 1920 im Reformator vom Geist her auswirken, ihren Erstausdruck in meinem Bestreben fanden, den ererbten Besitz in ein Neues, Vollkommeneres umzugestalten. Aber je mehr ich als gemachter Mann erschien, dessen Leben in endgültige Bahnen eingemündet war, desto unbefriedigter fühlte ich mich. Einerseits revoltierte mein Inneres gegen das Endgültige überhaupt. Dann gegen die Sondermodalität eines Lebens, das auf Äußeres und nicht Inneres eingestellt war; so verlangte die baltische feudale Tradition, daß ich mich als für das Gut existierend ansah, und nicht umgekehrt, und diese Tradition war auch in meinem Inneren lebendig. Vor allem aber überkam mich ein Gefühl unaufhaltsam wachsender Leere. Mir wurde deutlich, und zwar immer deutlicher von Jahr zu Jahr, daß alles, was ich bisher geleistet hatte und leistete, das nicht war, was ich eigentlich sollte, wozu ich mich bestimmt fühlte und mich nicht allein schon lange Jahre vorbereitet hatte, sondern auch weiter vorbereitete. Meine Betätigung als Landwirt bedeutete mir innerlich nichts, ja ich stand dem, was sich hier positiv auswirkte, als Geistmensch unmittelbar feindlich gegenüber. Ich hatte Angst, daß das Ererbte und Typische in mir, mit dem ich mich persönlich nicht identifizierte, meinem einzig bejahten individuellen Wesen gegenüber übermächtig werden könnte. In Dorpat war ich ja nur Typus gewesen! Aber auch mein geistiges Schaffen war mir nicht mehr das, was es von 1904-1907 gewesen war. Nahm mein Können zu, so vollzog es sich andererseits immer automatischer. Meine besten Leistungen ließen mich innerlich kalt. Einen eigentlichen Seinsausdruck stellten sie keinesfalls dar. Immer klarer wurde mir: auch das kritische Philosophieren lag, rein an sich betrachtet, offenbar auf einer Ebene mit meinem musikalischen und meinem zeichnerisch-plastischen Talent, auf welche meine Familie in meiner Kindheit große Hoffnungen setzte, welche auszubilden ich jedoch ablehnte, weil ich fühlte, daß sie nie meinem Wesen würden zum Sprachrohr dienen können. Meinem Wesen … aber hatte ich nicht gerade dieses ein volles Jahrzehnt lang unterdrückt? Rührte meine Unbefriedigung nicht am Ende daher, daß ich den Zusammenhang mit ihm verloren hatte? Erstorben war es gewiß nicht, dafür stand allein schon der innere Druck Gewähr, der sich in den Tiefen meines Wesens nunmehr, je länger, desto stärker, bemerkbar machte, bald Explosionen auslösend, bald wiederum extreme Selbsteinkehr. Ein Wort Georg Simmels aus frühen Berliner Tagen beschäftigte erneut meinen Sinn:

Sie werden gewiß noch viele Bücher schreiben, sogar gute Bücher; aber das ist es nicht; dergleichen können Sie nur. Ihre eigentliche Aufgabe scheint mir doch die zu sein, irgendeinmal ein Sein darzustellen.

Ein Sein … Wahrhaftig, gerade ein Sein hatte ich bis dahin, seit Dorpat wenigstens, überhaupt nicht mit Bewußtsein dargestellt; ich hatte vielmehr jede Auswirkung meiner Subjektivität nach Möglichkeit verhindert, oder doch innerlich abgelehnt. Eines Tages, es muß im Frühjahr 1911 gewesen sein, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: mein bisheriges eigentliches Ziel, meinen geistig-seelischen Organismus zu einem vollkommen gehorsamen Erkenntnismittel umzuwandeln, hatte ich ja jetzt, soweit es überhaupt erreichbar war, erreicht; das unausgesetzte Geöffnetsein meiner gesamten Natur bis ins dreißigste Lebensjahr hinein hatte ja die erstrebte Synthesis meiner wandelbaren Vielfalt, der keine Gestaltung grundsätzlich unrealisierbar war, zur möglichen Eindeutigkeit auf höherer Ebene umgeboren. Unter diesen Umständen war es kein Wunder, wenn ich mich unbefriedigt fühlte: es geschah ja, so wie ich von früher her eingestellt war, nichts Neues in mir; ich gebarte mich wie einer, der ein genau bekanntes Stück immer weiter auswendig lernt. Denn tat ich auch mancherlei Anderes und Neues gegenüber dem Menschen von Wien und Paris, so war doch eben meine innere Einstellung die gleiche geblieben, und darauf kommt es an. — Der kurze Augenblick der Befruchtung durch die neue Erkenntnis genügte, um einen neuen Reifeprozeß in mir einzuleiten, der fortan ohne bewußte Anstrengung unaufhaltsam ablief. Die Zeit reiner Vorbereitung lag seit dem Frühjahr 1911 hinter mir.

1Dieses Werk ist mein einziges größeren Umfangs, welches in meinen Augen den Kriterien entspricht, die an eine eigentlich wissenschaftliche Leistung zu stellen sind; ebendeshalb ist es, in seinem Sosein, nicht der Ausdruck eines einmaligen Zustands: es verträgt fortschreitende Veränderung aus sachlichen Gesichtspunkten heraus. Die Veröffentlichung von 1910 stellte gegenüber den Vorträgen von 1907 schon einen großen Fortschritt dar; aber bei jener wird es nicht sein Bewenden haben: vielleicht bald schon werde ich den Zyklus neu vornehmen und durch die Hinzufügung einiger Kapitel, die ich 1920 schon einmal skizzierte, zu einem meine gesamten kritisch-philosophischen Ideen zusammenfassenden Werk erweitern, welches dann wohl mein wissenschaftlich letztes Wort bedeuten wird.
Hermann Keyserling
Menschen als Sinnbilder · 1926
Von der Produktivität des Unzulänglichen
© 1998- Schule des Rades
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