Schule des Rades

Feste im Jahreskreis

Der heilige Raum · Spirale der kreativen Zeit

Süd-Ost Fest 1986 · Mondjahr · Venusdezennium

Dienstag, 4. Februar 1986 · 04:07 MEZ

Wie sollen wir uns auf das Südost-Fest im Mondjahr 1986 einstellen?

Laßt euch zuerst einmal in eure Liebe einstimmen. Ihr seid die Mitte der neuen Welt. Dann glaubt alles was euch begegnet. Vernachlässigt kein unscheinbares Ereignis, gerade das Unbemerkte ist trächtig. Als dann sucht den Kürschner der Wesen. Wer ist es, der euch hilft?

Ihr seid allesamt ausgesucht, laßt keine Eifersüchte mehr das gemeinsame Ziel aus den Augen verlieren. Das Ziel ist wundersam gleich einer Kristallburg; niemand kann es verstehen. Aber dennoch wird es euch führen. Folgt dem blauen Licht und erwartet den freudigen Zufall von überall.

Wer ist der Kürschner der Wesen?
Der euch das richtige Fell gibt, um die tierische Intelligenz mit der menschlichen Geschicklichkeit zu vereinen. Er ist da und ihr kennt ihn.

Wer ist er?
Er ist der unliebsame Bote, der euch die ganze Zeit ärgert und ohne den nichts weiterginge.

Wir sollen also den Unliebsamen suchen?
Nein. Ihr sollt euch darüber im Klaren sein, daß Schicklichkeit und Moral euch nichts helfen, sondern nur das Fell.

Ist der Kürschner einer von den 9 Impulsen? (G)
Nein, er kommt mit dem Halleyschen Kometen frisch zu euch. Er heißt Gargantua, war aber noch nie auf der Erde. Seine Beschreibung war nur symbolisch. Die Gier der Menschen nach Fülle und Freude wird der Brennstoff der neuen Bemühung.

Ist dieses Fell unsere eigentliche Freudenmaske? (G)
Ja, du hast ihn verstanden, er wackelt vor Freude.

Ist es, daß wir uns spaßhaft und bewußt mit einem schillernden Schein bekleiden?
Du redest zu kompliziert. Hängt euch jeder ein Fell um, das genügt damit Gargantua wirken kann. Keiner ohne Fell.

Ist der Leopard mir zugedacht? (W)
Ja, sobald du ihn nimmst. Es ist kein Zudenken, sondern Nehmen ist der erste Akt des Mondjahres.

Gibt es ein Tier, das mir mehr entspricht, z. B. Fohlen? (W)
Tier ist Tier.

Gibt es ein Motto für das Fest? (G)
Durch das Tier zur wahren Menschlichkeit kommen.

Wieso hat der Mond mit den Tieren zu tun?
Du hast deine Aufgabe nicht gelernt – Tier ist Seele, Seele ist durch Mond zu erwecken.

Wie kann man die Gier mit Liebe und Freundlichkeit zusammenbringen? (G)
Indem man es tut. Alles Natürliche ist auf Liebe gerichtet, nur nicht der Verstand. Der Uranus heiratet den Mond – damit ist er entgiftet. Kein Tier bedrängt euch, wenn ihr die große Ordnung der Tiere kennt.

Wie können wir die große Ordnung der Tiere kennen lernen? (G)
Schon vor dem Fest wählt jeder seinen Tierfreund – nicht das Krafttier – den er einlädt. Dann wartet er auf spontane Gedichte. Die ganze Nacht muß strukturiert werden. Karneval wird Wirklichkeit und Reichtum.

Wie sollen wir die Vermählung des Uranus mit Mond feiern? (G)
Das geht euch nichts an, das ist kosmisch. Kümmert euch um euren Tierfreund, dann feiert ihr mit.

Ist Gargantua was uns der Komet bringt?
Für euch ja. Für andere bringt er viel Leid. Wer nicht sein Tier akzeptiert, verhärtet wie Holz und landet im Tod der Verbrennung.

Wie ist die Struktur des Abends?
Das ist die Angelegenheit von Graf, er soll Pantagruel innerlich fragen.

Wie soll ich es machen? (G)
Jede Runde muß ein Fürwort haben – ein Für-Wort ist: Lust – Glaube – Nachdenken – Wasser – was immer dir einfällt. Wort für – keine Grammatik. Laß es dir einfallen. Lasse keinen Augenblick die Regie aus, außer den bewußten Eß- und Trinkpausen.

Lieben sie alle Tiere?
Ja und nein. Ja, wenn Liebe Intensität ist; nein, wenn Liebe nur freundlich ist. Tod und Liebe gehören zusammen.

Werden wir einander nicht fressen, wenn wir Tiere sind?
Wenn ihr einander schmeckt, warum nicht. Aber der Sinn ist höher. Ihr macht diese Nacht jahrtausende altes Unrecht gegen die Tierwelt wieder gut. Es ist ein Sühnetanz.

Was bedeutet die Freundschaft der Tiere in den Märchen?
Was für Märchen? Tiere und Menschen sind eins. Der Mensch, der kein Tier ist, hat kein Herz.

Wie können Löwe und Maus sich vertragen?
Weil sie einander nicht Beute sind. Fressen und gefressen werden ist Tod und Leben.

Hat ein Sühneritual einen bestimmten Ablauf? (G)
Ja. Zuerst Sammlung, dann Kleidung, dann siebzehn Bewegungen, die du erfinden mußt, weil dieses Fest noch nie gefeiert wurde. Hierzu brauchst du nur Papier und Bleistift, dann fällt dir alles ein.

Ist es der Tag, wo Löwe und Lamm sich vertragen?
Dies hat nichts mit christlichen Allegorien zu tun. Der Löwe hat genau so wenig gegen das Lamm, wie du wenn du ein Kotelett ißt.

Wie kann ich die Anrufung im Erdheiligtum gestalten? (W)
Du bist die Erdpriesterin. Wie immer. Es bleibt die gleiche Regel, nur daß du es mit einer Freude machen wirst, die dir noch nicht begegnet ist. Die Zeit ist reif, die Wesen kommen dir aus allen Welten entgegen.

Was sagen die Ahnen dazu?
Sie freuen sich, aber sind erstaunt. Sie verstehen was sie falsch gemacht haben und werden selbst entsühnt von Amfortas.

Ist es richtig, daß wir uns umarmen und festhalten und tanzen im Kreis? (W)
Nicht zu viel planen. Alles das kommt aus den siebzehn Tänzen.

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