Schule des Rades

Feste im Jahreskreis

Der heilige Raum · Spirale der kreativen Zeit

West Fest 2006 · Mondjahr · Monddezennium

Samstag, 23. September 2006 · 06:03 MEZ/S

Das Fest des Westens im Jahr des Mondes verlangt von mir, zu erkennen, dass nichts meinen geistigen Weg bedingen darf. Alle Ängste, Illusionen und falschen Vorstellungen gilt es zu überwinden, die es mir verwehren, ja zu sagen zu meinem Ich und zu meinem Weg.

Der Westen ist die Richtung des Einstehens für mein Leben. Dieses nährt sich aus den unendlich vielen Möglichkeiten, die dem unerschöpflichen Fonds des Ostens entspringen und die in jedem Moment bereitstehen. Die Stimme der Offenbarung spricht aus dem Osten, dort tauchen die Bilder auf, die ich im Westen aktualisiere und in die Wirklichkeit führe durch meine Wahl und mein Handeln.

Wahl und Entscheidung werden möglich durch Befreiung der Aufmerksamkeit und Klärung der Motivationen. Wir besinnen uns dazu auf den Atem und lassen ihn im Ausströmen nach unten gehen bis zur Mitte der Erde. Sie ist es, die dann zu uns spricht und uns zu den wahren Motiven führt, die unser Tun an das Ganze rückbinden.

Illusion ist, wenn ich meine Vorstellungen und Ichbilder mit der Wirklichkeit verwechsle. Die Wirklichkeit ist immer das Noch-nicht, das Unvorhergesehene, das sich im Augenblick Entfaltende. Im Wollen gibt es keine Bedingtheit und kein Planen. Meine Vergangenheit hat mein Wesen geprägt, aber jeder neue Schritt ist ein unbedingter und führt ins Unbekannte. Und immer dann, wenn ein Schritt gewagt wird und echtem Wollen entstammt, stimmt er uns ein in die große Gemeinschaft aller Wesen und in den Strom der göttlichen Offenbarung.

Das unsterbliche Wesen wächst im Bilde des Kristalls, als Stein der Weisen, der durch die Arbeit am Werk der Erde erzeugt wird. Arbeit ist nicht Mittel zum Überleben, sondern sie setzt an an den Motivationen der Erde und trägt bei zum Entstehen der wahren menschlichen Gemeinschaft, der Gemeinschaft der menschlichen Subjekte, die Gott als dem großen Subjekt gegenüberstehen.

Ich stehe am Abend vor einem Berg, vor dem verschlossenen Eingang zu einer Höhle. Welches Wort taucht in meinem Bewusstsein auf, um mir den Eingang zum Berg zu öffnen? Ich spreche es aus, trete ein in die Höhle und sehe einen Kristall, den ich ergreife und damit vor die Höhle trete. Ich weise mit dem Kristall zum Horizont. Welches Bild oder Symbol taucht dort in der Dämmerung auf, das mir Zeichen ist für den Weg, der über die Bejahung meines Ichs zum Wesen führt?

Ich bin derjenige, der die Wahl trifft. Ich stehe ein für mein Ich, das sich von Wahl zu Wahl und Entscheidung zu Entscheidung formt. Verantwortung für mein Ich heißt Verantwortung für mein Denken und Tun, aber auch Zuwendung zum Du, zum Mitmenschen und allen Mitwesen. Heute im Westen beginne ich den Weg zurück, der über das Bejahen meines Ichs als Handelndem und über die Hingabe an die Welt zurück führt zur Vereinigung im Ursprung, der allem Seienden zugrunde liegt.

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