Schule des Rades

Feste im Jahreskreis

Der heilige Raum · Spirale der kreativen Zeit

Süd Fest 2011 · Plutojahr · Monddezennium

Donnerstag, 22. Dezember 2011 · 06:30 MEZ

In der Wassermannzeit gibt es keine vorgeformten und vorentschiedenen Wege mehr, nur das Ergreifen und Aktualisieren der dem Göttlichen entspringenden Möglichkeiten. Gott ist nicht mehr allmächtiger Herr und Gebieter – um den Sinn des Lebens und den geistigen Zusammenhang der Welt erkennen und erreichen zu können, braucht es weder Läuterung noch Gehorsam und Nachfolge. In unserem neuen Zeitalter ist Gott nicht höchste Wirklichkeit, sondern höchste Möglichkeit, und es ist der Mensch, der die Potentialität Gottes aktualisiert. In diesem Akt des Aktualisierens erfährt der Mensch Gott als Freund, als denjenigen, der ihm in jedem Augenblick zu den Möglichkeiten des nächsten Schrittes verhilft.

Erkenne all deinem Tun zweifache Bedeutung und zweifachen Sinn zu! Selbst in deinem alltäglichen Leben und Tun vermagst du Mitspieler und Mitgestalter der Schöpfung zu sein, Mitwirkender am großen Werk der Erde, das auf die höchste Möglichkeit der Zeit abzielt, die Menschwerdung, die gleichzeitig auch das Werden Gottes bedeutet. Der Weg geht vom Dunkel zum Licht, er verläuft von unten nach oben und gemäß der Freiheit sowohl Gottes als auch des Menschen ist er nicht vorbestimmt, das heißt, jeder Schritt in den großen Zusammenhang erfolgt aus dem Nicht-Gewußten, dem sich erst das Pleroma der schöpferischen Potentialität eröffnet.

Mit dem wiederkehrenden Licht im Jahr des Pluto erneuerst du heute das Vertrauen in deinen eigenen Weg. In die Zukunft blickend, ist er immer im Dunkel, in die Vergangenheit zurückdenkend, kannst du ihn hingegen ausmachen als Kette von Geschehnissen, die du als Ausdruck eines vielleicht nur vage gefühlten Sinns erleben und vielleicht ebenso vage als Beitrag zum Werden von etwas Neuem erahnen konntest. Dieses Neue ist die werdende Zeit, deren Norm das zweifache Leben ist, in dem die praktischen Dinge des Alltags mit der Verkörperung des Sinns zusammenfallen.

Auf deinem Weg stehen dir Unschuld und Vertrauen als Mächte des pflanzlichen Wachstums zur Seite. So wie Pflanzen aus Erde und Licht ihre Energie beziehen und wachsen, so wird auch dein Leben getragen von der Kraft der Erde und den Lichtkeimen des Himmels, die für die immer neu sich ereignende Entfaltung deines inneren Wesens sorgen.

Versuche dich zu erinnern, wann du zum ersten Mal erlebtest, dass sich Dinge und Geschehnisse um dich herum sinnvoll zu fügen begannen. Es ist wichtig, dies zu formulieren, da der Weg immer nur im Rückblick erkennbar ist. Der Rückblick fördert dann das Vertrauen, dass ein nächster Schritt sich aus der inneren Notwendigkeit der Entfaltung des Wesens eröffnen wird. Das Licht kehrt wieder, wenn die Dunkelheit ihren Höhepunkt erreicht hat. Darum sind auch Verzweiflung, Unsicherheit, Verzagen und Angst nicht so wichtig. So unangenehm sie für das äußere Leben sind, verweisen diese Zustände doch auf den wesentlichen Aspekt der Dunkelheit, auf das Nicht-Wissen, dem deine Freiheit entspringt. Dieses Nicht-Wissen ist es, das dich, allen praktischen Schwierigkeiten und inneren Einwänden zum Trotz, auf den Weg des werdenden Menschen befördert.

Zum Fest des Südens im Jahr des Pluto sind alle neun Impulse des Pleroma deiner Wahl zugänglich. Stell dich vor dem Ritus irgendwo im Erdheiligtum unter die Bäume, lass deinen Atem entlang der Achse zur Mitte der Erde sinken und dann in den Himmel steigen, damit sich die Kraft der Erde und das wiederkehrende Licht des Himmels in dir treffen. Dann wähle eine Zahl, die du in den nächsten Wochen und Monaten als wesentlichen Impuls deines Tuns zu verstehen suchst und als Erinnerung dafür nimmst, dass du in deinem Wesen beiträgst zu unserer Zeit, die sich zwischen den Polen der Menschwerdung und der mitmenschlichen Gemeinschaft, zwischen dem gemeinsamen Werk und dem Einenden Einen der Mitte als dem göttlichen Subjekt ereignet und verwirklicht.

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