Schule des Rades

Feste im Jahreskreis

Der heilige Raum · Spirale der kreativen Zeit

Nord-West Fest 2016 · Mondjahr · Merkurdezennium

Sonntag, 07. August 2016 · 03:50 MEZ/S

Das Fest der Freunde Gottes in diesem Jahr des Mondes ist fordernd. Nichts weniger ist gefordert, als die Zusammenschau von Mensch, Mitmensch und Gott in einer Vision wechselseitiger Freundschaft. Als Gegensatz zu den beschränkten und einschränkenden Sinngebäuden der Vergangenheit, zerstörerisch in unserer heutigen planetarischen Zivilisation, benötigen wir ein solches Großes Bild, das einschließt, verbindet und die potentielle Fülle unseres Zeitalters spiegelt.

Diese neue Beziehung des Menschen zu Mitmensch, Gott und Sinn hat nichts Hierarchisches. Sinn kann nicht mehr durch Unterordnung verwirklicht werden - Unterordnung unter ein gemeinsames Streben, von exemplarischen Einzelnen vorgelebt -, sondern wird durch die Bemühung all derer geschaffen, die ihr Tun im Werk der Erde verstehen, welches auf der Verbindung von zeitlichem, tätigem Ich und ewigem Selbst gründet.

Jeder Einzelne ist Träger des Sinns. Es nicht die Einheit der gemeinsamen Bemühung im Rahmen eines Bekenntnisses, die zählt, sondern die Vielfalt der Werke als ebenso vielfältiger - und gleichrangiger - Verkörperungen des Sinnes. Damit werden Toleranz und Anerkennung der Verschiedenheit wesentlich, die zu einer anderen Art von Zusammensein führen – zur Gemeinschaft der Menschen im Freien, als Freunde, Könner, Inspiratoren, Notable.

Zwei Richtungen eignen dem Ich: die nach außen, der Welt zu, und die nach innen, zum Selbst. Wendet sich das Ich dem Selbst zu, so erfolgt dies jedoch nicht, um sich im Ewigen aufzulösen, sondern um eine Brücke zwischen Ewigem und Zeitlichem zu schaffen, um aus dem Selbst über das Ich in der Welt wirken zu können. Die Beziehung zwischen Selbst und Ich lässt ein Drittes entstehen, das Wesen oder den Wortleib, individueller Zugang zu Transzendenz und Dauer.

In unserem Zeitalter bist du aufgefordert, als höchste Gemeinsamkeit nur die Arbeit am Werk der Erde anzuerkennen und anderen Ideen und Vorstellungen zu entsagen. Welches Unglück solche anrichten können, ist heutzutage offensichtlich. Darum ist die Botschaft dieses Festes – die Botschaft der Freundschaft, die sich von der menschlichen bis in die göttliche Dimension erstreckt - so wichtig, da sie den Menschen zu seinem persönlichen Sinn befreit und die Anerkennung der Vielfalt voraussetzt. Jeder hat seinen ureigenen Weg, der das nur ihm eigene Tor zur Neuen Erde öffnen kann.

Sieh dich in der Mitte der Nacht unter einem sternenübersäten Himmel. Spüre die Erde, wie sie unter dir atmet, besinne dich auf ihre Mitte, und lass dich in ihr Dunkel sinken. Verweile so für einige Zeit, still, ohne Gedanken. Dann wende deinen Blick zum Himmel, schaue den Nordstern und suche dort ein Tor zu erkennen, ein Portal, von einem dunklen Licht erleuchtet. Stell dir die Frage: was ist meine ganz besondere Gabe, Grundlage für meinen Weg, mein Werk? und warte auf eine Antwort, als Wort oder Bild. Schaue nochmals das Portal: mit der dir zugekommenen Antwort als Schlüssel öffnet es sich. Tritt hindurch! Was siehst du?

Diese Vision des Paradieses wird dir helfen, deine Intention zu klären, und sie wird dir Vertrauen und Orientierung verleihen, wenn du Energie und Mut verlierst. Das Werk der Erde verlangt das immer wieder erneuerte Bekenntnis zum eigenen Weg. Wie unscheinbar er auch sein mag, wie unmerklich dein Fortschreiten, weist er doch auf den wahren Norden, die Neue Erde als der eigentlichen geistigen Heimat des Menschen. Erst in unserer Zeit zeichnet sich allmählich die Möglichkeit ab, als Freund Gottes Mensch zu sein und die Normalität des Menschseins zu erreichen.

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