Schule des Rades

Feste im Jahreskreis

Der heilige Raum · Spirale der kreativen Zeit

Nord-West Fest 2017 · Merkurjahr · Merkurdezennium

Montag, 07. August 2017 · 09:37 MEZ/S

Das Fest des Nord-Westens ist das Fest der Engel, der Boten, die dir deinen Weg zeigen und den Mut verleihen, diesen auch zu beschreiten. Indem dir die Engel zu deiner Aufgabe helfen, helfen sie dir auch, dich auf das Ganze einzustimmen und Freund zu werden, Freund der Menschen und Freund Gottes. Die Bedürfnisse der anderen anzuerkennen, in Aufgabe, Werk und Weg zwar verschieden zu sein, doch einander zu achten und zu bejahen, und gemeinsam auf die ungreifbare, sich erst im Voranschreiten eröffnende menschheitliche Zukunft hinzuwirken, das ist der Sinn dieses Festes.

Um bereit zu sein für die Botschaft der Engel und die Arbeit am Werk, entledige dich alles Negativen. Notiere deine Ängste und Sorgen auf einen Zettel, den du dann ins Feuer wirfst. Nichts soll dich hindern, die Offenbarung der Engel zu vernehmen und, indem du danach handelst, zu einem Träger des Lichts zu werden.

Wir befinden uns an einem Punkt der Geschichte, an dem die geistige Unabhängigkeit des Menschen entscheidend wird. Die Rationalität von Wissenschaft und Technologie tragen entscheidend zu dieser Unabhängigkeit bei, doch genügt diese alleine nicht, muss doch das moderne rationale Wissen ergänzt werden durch eine Klarheit gleichen Ranges, was die Rückbindung zum Ganzen betrifft.

Im Rahmen religiöser Bekenntnisse ist diese Rückbindung nicht mehr möglich. Diese verlangen die Unterordnung unter ein Dogma und versperren damit den persönlichen Zugang zum Sinn. Im Zeitalter des Menschen kann der Sinn nur mehr individuell verwirklicht werden, im wesenhaften Werk, woraus sich wiederum die Anerkennung der Werke der anderen als ebenso wesenhaft ergibt. Der persönliche Sinn ist, im Gegensatz zu den traditionellen Bekenntnissen, nicht aus-, sondern einschließend.

All dies setzt den Respekt vor der Schöpfung voraus. Nicht eine unsichtbare geistige Welt ist mit dem Wort „Schöpfung“ gemeint, sondern ganz konkret die Materie, unsere Erde, unser Universum. Sinn ist nicht von der Materie unabhängig oder ihr entgegengesetzt, ganz im Gegenteil, er ist in der Materie verkörpert und kann von jedem Menschen guten Willens als Möglichkeit erkannt, ergriffen und zum Ausdruck gebracht werden.

Dies ist das Neue an unserer Zeit: das Bewusstsein von der Heiligkeit der Materie und, unabhängig von den Religionen, der unendlichen Vielfalt an Ausformungen des Sinnes.

Jeder Mensch hat seinen eigenen Zugang, ihn zu schaffen ist seine Aufgabe, ihn zu versäumen ist sein eigenes Versäumnis. Individualität steht nicht im Widerspruch zum Sinn, da dieser nicht durch Unterordnung entsteht, sondern durch Entfaltung. Erkennt der Mensch Gott an als Freund, die Engel als Boten des Weges und die Erde als Urgrund der Verwirklichung, dann kann er Angst, Unsicherheit und Schuld aufgeben, Vertrauen fassen und sich in seinem Werk der Zukunft zuwenden.

Frage dich: Was bin ich? Worin besteht die Sinnhaftigkeit meines Tuns? Inwiefern kann mein Weg für andere hilfreich sein?

Sieh dich auf einem Berggipfel, unter einem sternenübersäten Himmel, wie er im August so häufig ist. Schau auf die unzähligen Haufen der Sterne und bitte um ein Bild als Botschaft des Nord-Westens. Warte, mit dem funkelnden, strahlenden und stillen Himmel über dir, bis sich die Sterne bewegen und, als Antwort auf deine Bitte, zu einem Bild, einer Szenerie, einer Geschichte gruppieren. Präge dir dieses Bild ein, fasse diese Szenerie in einen Satz, und nimm sie mit, als Erinnerung und Inspiration für die nächsten Wochen.

Unsere Zeit ist in vieler Hinsicht bedrohlich, doch lass dich nicht entmutigen! Allen Gefahren und Widerständen zum Trotz findet ein langsamer, aber unaufhaltsamer Übergang statt zur neuen Etappe in der Entfaltung des Alls, dem Zeitalter wahrer Menschlichkeit und wahren Menschseins.

Das Subjekt des Alls kann angesprochen werden, als Freund und Gegenüber, es antwortet auf die Fragen des Menschen und erinnert ihn immer wieder an die Ganzheit. Dies nicht zu vergessen, die Heiligkeit der Materie zu erkennen und die Entfaltung des Sinns im eigenen Tun zu finden, dafür feiern wir das heutige Fest der Engel und der Freunde Gottes.

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