Schule des Rades

Richard Wilhelm

I Ging · Das Buch der Wandlungen

Zweites Buch: Das Material — Da Dschuan — Die große Abhandlung

Kapitel 10

Die Linien (Fortsetzung)

§ 1
Die Wandlungen sind ein Buch, weit und groß, in dem alles vollständig enthalten ist. Es ist der SINN des Himmels darin, der SINN der Erde darin, der SINN des Menschen darin. Es faßt diese drei Grundmächte zusammen und verdoppelt sie, darum sind sechs Striche da. Die sechs Striche sind nichts anderes als die Wege (SINN) der drei Grundmächte.
§ 2
Der Weg hat Veränderungen und Bewegungen. Darum heißen sie die veränderlichen Striche. Diese Striche haben Stufen, darum stellen sie die Dinge dar. Die Dinge sind mannigfaltig, daraus ergeben sich Linienzüge. Diese Linienzüge sind nicht immer entsprechend. Daraus entstehen Heil und Unheil.

Es werden hier die Plätze nach den drei Grundmächten verteilt. Der Anfangs- und der zweite Strich sind die Plätze der Erde, der dritte und der vierte die des Menschen, der fünfte und der obere die des Himmels. Gleich bei dem Zeichen das Schöpferische kommt diese Einteilung in Betracht. Es wird hier dann aus der Platzgemäßheit der Striche der verschiedenen Stufen auf Heil oder Unheil ihrer Bedeutung geschlossen. Der chinesische Ausdruck Hiau für Strich kann, anders geschrieben, auch nachahmen heißen. Darum heißen sie hier die Veränderlichen, nämlich die nach dem Vorbild des SINNES sich Richtenden. Das Schriftzeichen für Hiau sind H I A U zwei gekreuzte Linienpaare, die eben die Kreuzung zwischen Yang und Yin andeuten.

Richard Wilhelm
I Ging · Das Buch der Wandlungen
Da Dschuan — Die große Abhandlung
© 1998- Schule des Rades
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