Schule des Rades

Wilhelmine Keyserling

Anlage als Weg

IV. Der Lebenskreis

IX. HAUS · Geist wollen · 56 - 63 Jahre

Im IX. Haus findet der Mensch seine geistige Richtung. Entweder wird ihm die Teilnahme an einem traditionellen Weg bedeutsam, oder wagt er es, sich in seiner Offenheit ganz dem Augenblick und seiner Inspiration anzuvertrauen, oder spürt er in prophetischer Intuition die Richtung als Zukunft, weiß sich als Erfüllender, Berufener. In irgendeiner Weise hat er sein Gegenüber im All gefunden; sein Du, den Heiligen Geist — einen Stern von Bethlehem; etwas, das ihn ergreift und führt, wenn er es ergreift. Dieser Stern kann aber keine statische fixe Idee sein, sondern eine Inspiration, die sich erneuert, indem er nichts will, sondern nur will, das heißt, jenem Unbekannten zugewandt ist. Aber der Stern ist kein Aushängeschild und Ziele sind nur Marksteine in der unendlichen Richtung; nur diese kann er wahren, in tiefster Überzeugung. Dann reihen sich die kleinsten Schritte zum Weg. Er wirkt durch seine Einstellung im Tun, die jede Information auch für andere bedeutsam werden läßt. Sein Wirken wird zur Aufgabe, an der andere anknüpfen können; er findet Nachfolge. Seine Worte, die Information und klare Erkenntnis (III. Haus) vereinen, finden Gehör. Jene, die mit ihm zu tun haben, werden in Bewegung gebracht. Dieser Aufbruch kann einzelne zu Gruppen verbinden (Gegenzeichen), denn in der Richtung suchen alle die Bezogenheit zum Ganzen, denn alle echten Wege münden in die Lichterstraße; aber wehe, wenn es an Selbstlosigkeit gebricht, denn es gibt auch Holzwege, Irrwege. Im IX. Haus muß der Mensch zur Antenne werden, die den nächsten Schritt empfängt, dann wird die Idee (man nennt das neunte auch das Haus der Ideen) im jeweiligen Gebiet der Unternehmung: Handwerk, Erziehung, Recht, Kunst… auch segensreichen Aufbruch schaffen.

Wilhelmine Keyserling
Anlage als Weg · 1988
Theorie und Methodik der Astrologie der Wassermannzeit
© 1998- Schule des Rades
HOMEDas RAD