Schule des Rades

Wilhelmine Keyserling

Anlage als Weg

XII. Das Weltenjahr

II. Zwillingszeit 6680 - 4520 v. Chr.

Die Zwillings-Epoche, das II. Haus Des Menschen, seinem Alter von 7 bis 14 Jahren entsprechend, bringt eine konkrete Beziehung zur Welt der Dinge (II), im Verhältnis der Zeit — die Kalenderkulturen, den Lebenskreis als rituellen Rahmen, Einteilung in Altersstufen, Geheimbünde mit ihren Initiationen. Es ist die erste Periode der Entdeckung und Erkenntnis. Auch die Sprache muß, mit dem Verständnis von Zahl, Zeit und Himmelsrichtung eine wesentliche Wandlung erfahren haben.

Bewußt wird der Gegensatz der Geschlechter im Rahmen des Stammes — und der Gegensatz, so wie die Komplementarität des tierischen und menschlichen Wesens, wie es am klarsten im Gilgamesch Epos erscheint. Heldentaten, mutige Überwindung von Unbill und Gefahr, Wanderschaft in unbekannte Gebiete bringen den Zwillingsmenschen dahin, sein tierisches Wesen zu akzeptieren und unsterblich zu machen.

Die Gottheit, im Gegenzeichen Schütze, ist der Große Geist, dessen Inspiration sich der Einzelne öffnet, um seine Medizin zu finden. Die Kulturform der Indianerstämme geht auf diese Epoche zurück.

Im persönlichen Leben bedeutet die Integration dieser Phase: seinen Schatten zu akzeptieren, und sich mutig und unbelastet dem Abenteuer der eigenen Entwicklung anzuvertrauen.

In der Zwillingszeit (Geist-denken) sah der Mensch wenig Notwendigkeit, seine Erkenntnis in gestaltete Form zu gießen; so ist nicht viel Greifbares aus dieser Periode zurückgeblieben. Die Uneinigkeit verschiedener Gruppen ist im Versuch vom Turmbau zu Babel mythisch dargestellt, der wegen Verwirrung der Sprache mißlingt.

Wilhelmine Keyserling
Anlage als Weg · 1988
Theorie und Methodik der Astrologie der Wassermannzeit
© 1998- Schule des Rades
HOMEDas RAD