Schule des Rades

Arnold und Wilhelmine Keyserling

Ars Magna

II. Mantik · Das Tor des Ostens

Ordnung der Elemente im Enneagramm

Das Verstehen der Komplexität der Materie ist notwendig, um sich nicht ein zu einfaches Bild des Nagual zu machen; alle Gesetze, die wir in der Massewerdung naturwissenschaftlich verifizieren können, sind Schlüssel für den jenseitigen Bereich. Die bisherigen metaphysischen Konstruktionen und esoterischen Strukturen leiden darunter, daß sie zu wenig Parameter verwenden und damit grob vereinfachen oder verfälschen.

A l p h y s i k

Die erste Schale mit dem Abstand 1 enthält nur zwei Elemente: Wasserstoff, den Grundstoff des Universums, und Helium, den Sonnenstoff. Hierbei kann Wasserstoff sowohl ein überschüssiges Element haben (also +1) als auch eines weniger als das Helium der nullten Gruppe (−1) aufweisen. Der Wasserstoff kann sich außerdem in Energie als Gammastrahlung zurückverwandeln. Yang und Yin sind demnach bereits im mikrokosmischen Bereich nachzuweisen.

Die nullte Gruppe kennzeichnet mit den Edelgasen die jeweils gefüllte Elektronenschale und hat die Achterstruktur des Lichtkreises. In der Esoterik ist diese Struktur ein Postulat, in der Atomphysik eine nachprüfbare Gegebenheit. Alle Elemente weiterer Gruppen können sich mit solchen anderer zu Molekülen verbinden, also Verbindungen eingehen, deren Rahmen die Zahl 8 — die äußerste Elektronenschale — begrenzt ist.

  • Der Achterring beginnt mit den Alkalimetallen und endet mit den Edelgasen. Alkalimetalle wie Natrium und Kalium, die sich am leichtesten verbinden, haben ein überschüssiges Elektron. Ihre Gruppe steht in Entsprechung zum Mond; die Astrologie erhält durch die Elementarstruktur ihre mikrokosmische Komponente.
  • Die zweite Gruppe mit Kalzium und Magnesium, die Grundlage des Pflanzenwuchses in Entsprechung zur Venus, hat zwei Elektronen.
  • Die Aluminiumgruppe mit den Tonerden und den meisten Edelsteinen hat drei Elektronen. Sie entspricht dem Jupiter; hier finden sich die Elemente, die den Körper entgiften und heilen.
  • Die Kohlenstoffgruppe als Mitte des Systems, in Entsprechung zu Pluto, hat vier Elektronen. Diese können sowohl mit positiver als auch mit negativer Ladung, gegenläufigem Spin, als Positronen oder Negatronen auftreten, sind also der Verbindung mit dem eigenen Element fähig. Die Kohlenstoffverbindungen sind das Baugerüst der organischen Stoffe; eine ähnliche strukturierende Rolle kommt dem Silizium der gleichen Gruppe bei den Kieselalgen zu.

Die drei nächsten Elementegruppen haben statt Positronen Negatronen, anders ausgedrückt leere Plätze zur Aufnahme von Elektronen.

  • Die Stickstoffgruppe, Grundlage der Nahrung in Entsprechung zu Saturn, hat drei leere Plätze. In dieser Gruppe befinden sich die meisten Gifte, aber auch die haluzinogenen Stoffe.
  • Die Sauerstoffgruppe, Grundlage der Verbrennung, hat deren zwei. Sie entspricht dem Planet Mars. Zur gleichen Gruppe gehört das Uran, Grundstoff der Atombombe.
  • Die Salzformer, die Halogene, haben einen leeren Platz; sie entsprechen dem Merkur, sind Grundlage der meisten Säuren, mit denen Verbindungen zersetzt werden können, die Urteilskraft des Merkur äußert sich ebenfalls im mikrokosmischen Bereich.
  • Die Edelgase sind für das Tageslicht verantwortlich, das gleich den Neonröhren gleichmäßige Helligkeit verbreitet. Sie können sich mit keinem anderen Element verbinden, denn mit ihnen ist der Achterring vollendet. Sie entsprechen der Sonne, deren Energie auf der Wandlung von 1 zu 2, Wasserstoff in Helium beruht.
  • Diese Ordnung gilt, bis die dritte Schale ausgefüllt ist. Mit der vierten bildet sich ein neuer Zusammenhang. Jetzt füllen sich die Bahnen zuerst positiv +1, +2, +3, +4, +5, +6, +7; dann kommen drei Elemente der VIII. Eisen-Nickel Gruppe in Entsprechung zum Planeten Uranus, die bis zu acht frei verfügbare Elektronen haben und als einzige Magnetismus aufweisen: Massen haften aneinander. Sie treten vor allem gemeinsam im Meteorgestein im Weltenraum auf. Anschließend geht die Reihung negativ rückwärts, −7, −6, −5, −4, −3, −2, −1; erst der achtzehnte Schritt ist ein Edelgas. Die Füllung der fünften Schale vollzieht sich wie die der vierten.
  • Mit der sechsten Schale tritt die neunte Gruppe in Erscheinung, die seltenen Erden in Entsprechung zum Neptun. Sie kommen nach dem dritten Schritt und vertreten gleichsam die Kohlenstoffgruppe. Alle haben sie in der äußeren Schale zwei Elektronen, füllen aber die Vierzehnerbahn der vierten Schale aus. Die Elemente gehen untereinander Verbindungen ein. Während bei der magnetischen uranischen Eisengruppe Massen aneinanderhaften oder einander abstoßen, können seltene Erden ihr Energiepotential ohne Veränderung der äußeren Struktur vermehren. Anschließend geht das gleiche Füllungssystem weiter bis zum Edelgas Radon. Die siebte Periode hat nur sechs natürliche Elemente. Die drei letzten, Thorium 90, Protactinium 91 und Uran 92 können sowohl in der normalen Reihung als auch in Analogie zu den seltenen Erden betrachtet werden. Doch nur dies neptunische Element kann eine Vierzehnerbahn gleichsam ungestraft ausfüllen. Alle Elemente jenseits von Blei, die dank ihrer Elektronenanzahl eine Vierzehnerbahn oder die siebte Schale beginnen müssen, sind radioaktiv und zerfallen nach mehr oder minder langer Zeit in niederere Elemente. Daher ist Blei das Schutzelement gegen Strahlung.

Strahlung
 
Blei 82 Pb
 
K
2
L
8
M
18
N
18
O
18
P
18
Q
(Schalen)
(Elektronenanzahl)
+

Die Tabelle zeigt die Ordnung der Protonen und Elektronen gemäß dem Gamma und dem Lichtkreis, als Potentialität der Massewerdung. Sie bestimmt die Qualitäten. Alle Elemente sind als natürliche Zahlen aufzufassen, da sie in der Zeit verharren. Hierzu tritt die Ordnung der Neutronen oder des Gewichts für die Isotopen, die dem Tonsystem (Quinten-Quartenzirkel) entspricht.

Lichtkreis:
Tonkreis:
1
1
H
 
Fusion47
60
AgFission92
144
U
 
(Protonen)
(Neutronen)

Die Grundlage dieser Ordnung erhellt auf der Spaltungsfähigkeit des letzten natürlichen marsischen Elements Uran. Wird das Isotop 92 U 143 bzw. U 235 durch Einschießen eines Neutrons in U 236 mit 144 Neutronen verwandelt, so zerfällt dieses spontan und bringt in seinem Zerfall die anderen Elemente hervor. Hierbei entstehen die Elemente zwischen Silber und Uran durch Fission, jene zwischen Wasserstoff und Silber durch Fusion. Nur Silber fissioniert und fusioniert nicht. Es bedeutet im Grundton der Elemente die Mitte des Systems, mit der größten elektrischen Leitfähigkeit, und steht in Entsprechung zum Mond.

Nur die Spaltung jenes Uran-Isotops U 236, die spontan erfolgt, erzeugt die Gesamtheit der Elemente und ist auch historisch die Grundlage der ersten Atomspaltung im Jahre 1938 gewesen. Seine Rolle wird dadurch verständlich, daß es in Entsprechung zur Zahlenstruktur des Wirkungsquants steht.


92 U 144
h
 
=
=
92
92
×
+
72
144
×
 
10−27
 
erg·sec.
Protonen und Neutronen

Das System der Elemente befindet sich in keinem Bergwerk; es ist die potentielle Ordnung, derzufolge sich Elemente miteinander verbinden können. Wie uns die Phänomenologie den Schlüssel zur Astrologie gab, zeigt die qualitative Ordnung der Elemente das Verhältnis vom Tonal zum Nagual. Der Tonal ist zwölffältig, weil der Mensch über die zwölf Bewußtseinsfelder seine Welt aus seinem Wesen heraus bestimmt. Der Nagual ist achtfältig, weil von ihm, vom Kosmos her, die Mitte des Rades der Wesen aktiviert wird. Lichtkreis und Tonkreis ergeben zusammen das Rad.

Lambdoma und Gamma fügen sich zum Chi, mittels dessen die Schöpfung sich vollzieht. Platon hatte im Timaios die Struktur des Chi zu erklären versucht, doch fehlte ihm das Grundwissen, wenn es überhaupt zur damaligen Zeit schon artikuliert war. Jedes Wesen ist in seinem Ostpunkt, der Mitte des Rades zugewandt, ein Ich, eine Person, ein Aszendent. Es ist aber nach außen, dem Nagual zu, ein Teil eines größeren Ganzen. Diesen Zusammenhang hat Arthur Koestler als bestimmt, und das Holon wird uns nun ermöglichen, die Art und Weise zu verstehen, wie wir für unser Bewußtsein die gleiche Öffnung gegenüber dem All erreichen können, die das Atom und der Körper von Natur aus haben und nie verlieren.

Die Atomstruktur ist unsterblich, das Wasserstoffatom kann sich, wie gesagt, als Gammastrahlung zurück in Energie verwandeln. Der menschliche Körper ist dagegen sterblich, hat seinen Ursprung im genetischen Code, der sich aus vier Nukleotiden zusammenfügt — Adenin, Cytosin, Guanin und Thymin — die sowohl als Speicher als auch als Botschafter fungieren können. Sie bilden Triplets im Doppelhelix der Aminosäuren. Aus diesen entstehen 8 × 8 = 64 Grundbausteine des organischen Lebens, die Gene. Die Gene sind der Ursprung aller lebendigen Wesen; sie bilden das genetische Alphabet, sind in Entsprechung zur Sprache. Die neunfältige Grammatik des Enneagramms ist der Ursprung der tonalen Aktualisierung. Die 64 Grundworte des Lebens bilden die Grundlage des Verstehens der Instinkte, des Nagual, dessen Bilderwelt das irdische Geschehen lenkt.

Arnold und Wilhelmine Keyserling
Ars Magna · 1982
Kriterien der Offenbarung
© 1998- Schule des Rades
HOMEDas RAD