Schule des Rades

Arnold Keyserling

Atlas des Rades

VI. Chronosophie

4. Weltenjahr

P o l · d e r · E k l i p t i k

Der Lebenskreis und das Jahr sind direkt, das Weltenjahr und der Tag sind rückläufig. Das Weltenjahr dauert 25.920 Jahre, ein Weltenmonat 2.160 Jahre und ein Weltentag, die Präzession um ein Grad, beträgt 72 Jahre; die Dauer der kommunistischen Herrschaft in Rußland, im Übergang von der Fischezeit zur Wassermannzeit. Diese begann am 5. Februar 1962 mit einer totalen Sonnenfinsternis über Neuguinea am Erdübergang Löwe-Krebs mit den lunaren Planeten auf 15° Wassermann.

W e l t e n j a h r

Jeder Weltenmonat ist auf den Vollmond, also 15° des Zeichens für die Dauer fixiert, hat aber die Bedeutung der Altersstufe des Jahrsiebts. So sind wir in der Wassermannzeit im sechsten Abschnitt der Arbeit mit dem mentalen Alter von fünfunddreißig bis zweiundvierzig Jahren, mit dem Schwerpunkt auf der Wirtschaft, der Technologie des Körper-Denkens und des globalen Bewußtseins.

Beginn
8840
6680
4520
2360
200
1962
Gemeinschaft
Krebs · Klan
Zwillinge · Stamm
Stier · Stadt
Widder · Volk
Fische · Reich
Wassermann · Menschheit
Gottesbegriff
Steinbock · Tradition
Schütze · Großer Geist
Skorpion · Götterfolge
Waage · Gesetzgeber
Jungfrau · Götterbote
Löwe · Mensch im All

In der Krebszeit war der Klan die Gemeinschaft, und der Gottesbegriff waren Vater und Mutter, die Organisation der Familien im Rahmen einer geoffenbarten soziokulturellen Tradition. In der solaren Zwillingszeit trat an die Stelle der in Höhlen seßhaften Klans der wandernde Stamm. Sein Gottesbegriff ist wie noch heute bei den nordamerikanischen Indianern der Große Geist, dessen Visionen den Stamm führen. Im dritten Weltenmonat (Stierzeit) vereinten sich die Stämme zu Städten mit festen Bauten und den Astralsymbolen wie in Ägypten und Babylonien die Stieralleen. Der Gottesbegriff waren die Göttergenerationen, die Ahnen als jene Wesen, die den Weg zur Neuen Erde vollendet haben. Die Stierzeit brachte den Beginn der Schrift; Totenbücher beschrieben, wie man die nachtodliche Traumwelt des Hades als unsichtbare Rückkehr der Sonne vom Westen nach Osten verstehen und erlernen kann. Im vierten Abschnitt der Widderzeit wurden bei den heiligen Völkern die Religionen auf die Generationenfolge geeicht. Der Alltag wurde im Essen und Geschlecht geheiligt, Gott erschien als Gesetzgeber, der sich wie Jahwe als Ewige Zukunft offenbarte:

Ich werde dasein, als der Ich dasein werde.

Während die früheren Weltenmonate sich nach dem Paradies als Erinnerung an die Geborgenheit in der Tierwelt zurücksehnten, verschob sich nun die Erwartung in die Zukunft. Drei Menschen brachten das Geschenk der Umkehr: Buddha noch in der Widderzeit als Erweckung der Seinsvernunft, Christus als Aufsichnahme jedes Schicksals und dem Gebot der Liebe und Mohammed, letztere beiden schon in der Fischezeit, als Gottoffenheit: jedes Geschehnis ist eine Frage Gottes, auf die der Gläubige sinn- und situationsgemäß antworten soll.

In der Fischezeit schlossen sich im Rahmen einer Buchoffenbarung im Gegenzeichen Jungfrau die Völker zu Reichen zusammen. Gott manifestierte sich in seinen Gesandten auf der Erde als Sohn des Menschen oder als letzter Prophet. Die Grundlage der Reiche waren das Bekenntnis und die Meisterung der Leidenschaften im Sinne des fünften Hauses.

Arnold Keyserling
Atlas des Rades · 1995
Numerologischer Schlüssel des analogen Denkens
© 1998- Schule des Rades
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