Schule des Rades

Arnold Keyserling

Das magische Rad Zentralasiens

II. Kosmogonie

Elementegruppen

Raum bedeutet Mitte und Richtungen. Beim Molekül sind es acht Richtungen, wodurch die Mitte, geometrisch im Hyperkubus, mit dem All in Beziehung steht. Betrachten wir nun die Ordnung des periodischen Systems der chemischen Elemente, die sich aus dem Multiplikationsfeld mit seinen funktionalen Diagonalen, den Vektoren ergibt. Um den Atomkern, im Bewußtsein um das ungreifbare Selbst als Mitte des Rades, bilden sich sieben Schalen, in denen die Elektronen in höchstens vier Bahnen kreisen. Ihre Anzahl strebt nach Übereinstimmung mit der Anzahl der Protonen. Die Neutronen haben keine qualitative Bedeutung, sie verändern nur das Gewicht der Isotopen.

In der ersten Schale finden wir zwei Elektronen, die bei allen höheren Elementen konstant bleiben. In der Sonne sind es Wasserstoff und Helium. Wasserstoff ist im ganzen All, er schafft die sich dunkel ausdehnenden Raumkugeln. Helium als erstes gesättigtes Molekül erzeugt eine Mitte und begründet die Eigenenergie durch den Packungseffekt. Zwei Wasserstoffprotonen wiegen mehr als ein Heliumproton; die überschüssige Masse verwandelt sich nach der einsteinschen Formel zur Strahlungsenergie.

Die Elektronen sind voneinander abhängig, ferner als Beziehung von Proton zu Elektron, deren Ladung gegensätzlich ist. Die Vereinigung zu zwei Protonen schafft die Energie. Daher ist die Zwei das Gesetz des Lebens, und wie wir aus der Musik wissen auch der fraktalen Kombinatorik. Aus zwei entsteht die Identität, die Skaleninvarianz.

Die zweite und dritte Schale haben eine Kapazität von acht Elektronen die wir als + 4 oder − 4 bestimmen können. Ihnen entstammen die acht regulären Gruppen des periodischen Systems:

1
2
3
4
5
6
7
0
Alkalimetalle
Kalziumgruppe
Aluminiumgruppe
Kohlenstoffgruppe
Stickstoffgruppe
Sauerstoffgruppe
Halogene
Edelgase
1
2
3
4
3
2
1
4
8
Außenelektron
Elektronen
Elektronen
Elektronen oder Leerplätze
Leerplätze
Leerplätze
Leerplatz
Elektronen oder Leerplätze
Außenelektronen.

Die Ordnung entspricht dem mathematischen Dimensionskreis:

D i m e n s i o n s k r e i s

Die nullte Gruppe sind die Edelgase, deren Achterring gesättigt ist und die sich mit keinem anderen Element verbinden; sie sind Schaltstellen zwischen Urlicht und Urkraft.

Die dritte Schale hat die gleiche Füllung wie die zweite. Ab der vierten Schale bildet sich ein neuer Zusammenhang. Zuerst kommen sieben Elemente mit Leerplätzen, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7; dann drei Elemente der Eisengruppe, die magnetisch sind, und dann geht der Weg zurück in Minuswerten der Leerplätze, −7, −6, −5, −4, −3, −2, −1. Erst das achtzehnte Element ist ein Edelgas. Der gleiche Zusammenhang gilt für die fünfte Schale.

In der sechsten taucht die neunte Gruppe auf. Sie bildet in der vierten Schale zu den achtzehn Elektronen mit den Bahnen 2, 6, 10 noch eine vierte mit vierzehn Elektronen. Alle ihre Elemente sind äußerlich dreiwertig. Sie sind die Seltenen Erden, welche die innere Struktur vermehren.

Die siebte Schale im Abstand von 49 Einheiten, ist der Abschluß. Jedes Element ab 84, Polonium ist radioaktiv und zerfällt in niedrigere Elemente.

In der Natur gibt es 92 Elemente, doch können künstlich weitere bis zur Atomzahl 118 gebildet werden. 118 als natürliche Zahl ist 10 : 1 + 1 + 8 = 10.

SchaleKLMNOPQ
1234567
 1H1

Die Elektronenverteilung
in den Atomen
im Grundzustand

(niederste Energiestufe)

 2He2
 3Li21
 4Be22
 5B221
 6-9222-5
10Ne226
11Na2261












12Mg2262
13Al22621
14-1722622-5
18Ar22626
19K22626
1









20Ca226262
21Sc2262612
22Ti2262622
23-28226263-82(1)
29Cu22626101
30Zn22626102
31Ga226261021
32-35226261022-5
36Kr226261026
37Rb226261026

1





38Sr2262610262
39Y22626102612
40Zr22626102622
41-452262610264-81(2)
46Pd22626102610

47Ag226261026101
48Cd226261026102
49In2262610261021
50-532262610261022-5
54Xe2262610261026
55Cs22626102610
26
1


56Ba22626102610262
57La226261026102612
58Ce2262610261012612
59Pr2262610261022612
60-70226261036103-132612
71Lu22626102610142612
72Hf22626102610142622
73-782262610261014263-82
79Au226261026101426102
80Hg226261026101426102
81Tl2262610261014261021
82-852262610261014261022-5
86Rn2262610261014261026
87Fr2262610261014261026
1
88Ra2262610261014261026
2
89Ac226261026101426102612
90Th226261026101426102622
91Pa226261026101426102632
92U226261026101426102642


2

8

18

32

18

Für das Gewahrsein entsprechen die Naturreiche Bewußtseinsschichten. Durch ihre Bestimmung können wir die Materie verstehen. Folgende Entsprechungen bilden sich:

4 Mineral
3 Pflanze
2 Tier
1 Mensch
0 Gott
Schlaf
Traum
Vorstellung
Wachen
Gewahrsein

In der vierten Dimension ist das Bewußtsein im Schlaf. Die Fähigkeit der Energieaufnahme ist unbegrenzt; sie verlangt die Öffnung im Wollen, die Anjochung der Aufmerksamkeit an die schwarze Sonne oder die Erdmitte. Später werden wir sehen, wie diese Anjochung vor sich gehen kann, womit die potentielle Energie des Menschen, das Chi fast beliebig gesteigert werden kann. Betrachten wir aber vorher noch die anderen Naturreiche in ihren Entsprechungen.

Das Verhältnis 1 : 2, Wasserstoff zu Helium in der ersten Schale ist bei jedem höheren Atom stabil. In der Sonne ist es die Fähigkeit des Strahlens. So muß es in anderen Elementen die Fähigkeit des Eigenfeuers, der Selbstorganisation bedeuten.

Als Gruppe sind die Edelgase 0 oder 10. Was die Zehn erreicht, wird zum Durchgangstor zwischen Urkraft und Urlicht. In der Achterreihe der zweiten und dritten Schale steht die nullte Gruppe für die gesättigte Verbindung und damit am Ort der Sonne im Tierkreis, und die erste Gruppe mit einem Außenelektron für den Mond. In der ersten Schale wird der Wasserstoff, der überall im Weltenraum ist, durch Fusion gebunden und das Helium ist stabil. Vergleichen wir diesen Zusammenhang mit den Quanten, so sind diese als Einzelwesen überall, aber finden im Helium, in der Zwei ihre Qualität und Identität. Die Oktave als Gleichklang ist das Grundgesetz der Identität. So entspricht dem Ich der Mond, dem Wesen die Sonne und dem Selbst als Ursprung der Vereinigung beider die Erde. Mond, Erde und Sonne sind in der senkrechten Ordnung des Aufstiegs, die Determinanten von Mineral, Pflanze und Tier. Aus ihnen entsteht der physische Organismus. In der mittleren Schicht des Tieres vollzieht sich die Umkehr: Galaxie und All, Mensch und Gott wesen oberhalb der natürlichen Evolution, sie bilden deren Ziel, das aber nur Einzelwesen aus freiem Entschluß erreichen können.

Beim Menschen sind Raum und Zeit, Selbst und Ich, so lange getrennt, bis er sie zusammenfügt und die Wesenswerdung beginnt. Das Selbst, makrokosmisch der Erdmitte vergleichbar, bedeutet mikrokosmisch den Atomkern mit seinen dreifältigen Protonen. Dieser Kern ist beim Menschen das Riesenmolekül des genetischen Codes. Der Quell der Selbstorganisation ist das Feuer, das die Information dauernd von 0 zu 1, vom energetischen Zustand in den inkarnierten verwandelt, in David Bohms Worten, vom implicate zum explicate order. So ist das Finden des eigenen genetischen Codes, der molekularen Struktur der Anlage, eine Voraussetzung des möglichen Aufstiegs.

Die Homöopathie erklärt: alles, was den Menschen krank macht, mache ihn auch gesund, weil es die Rolle zeigt, die er im mineralischen Ganzen hätte. In der Skala der Evolution steht das Mineral symmetrisch zu Gott; die nullte und vierte mathematische Dimension gehören zusammen. Daher bildet das Verständnis des Minerals die Voraussetzung zur Erkenntnis der Wesensidentität.

Aus der Sicht des Rades ist der Mensch nicht letztes Ergebnis der Evolution sondern Inkarnation eines im Himmel präexistenten Wesens. Mit Mineral, Pflanze und Tier wurden Aspekte des Menschlichen inkarniert. Gleichzeitig aber blieb das Wissen über das Mineral bis vor hundert Jahren stückhaft; man unterschied in der Neuzeit nur sieben Metalle in Entsprechung zu den Wochenplaneten. Analog war der philosophische Ansatz der Alchemie hilfreich; doch durch die moderne mathematische Naturwissenschaft können wir den Zusammenhang heute exakt verstehen. Jeder trägt in sich alle 92 auf der Erde vorkommenden Elemente; doch die Information als Systemik des genetischen Codes ist jenseitig, gleich der Sonne im kreativen Prozeß der Selbstorganisation. So muß er die bewußtseinsmäßige Entsprechung des Minerals in allen Einzelheiten erfassen, damit er sich zum Ansatz seines Weges entscheiden kann.

Arnold Keyserling
Das magische Rad Zentralasiens · 1993
Schlüssel der Urreligion
© 1998- Schule des Rades
HOMEDas RAD