Schule des Rades

Hermann Keyserling

Das Erbe der Schule der Weisheit

8. - 9. Heft · Der Weg zur Vollendung - 1924

Heilkunst und Tiefenschau · Erkenntniserweiterung

Alles Gesagte ändert natürlich nichts an der ungeheuren Bedeutung der Erkenntniserweiterung, welche wir Sigmund Freud und seinen Nachfolgern verdanken. Auf diese brauche ich aber, wo ich es oft schon getan habe, nicht mehr einzugehen. Dieses Mal war es mir um die praktische Frage allein zu tun in Zusammenhang mit den Zielen, deren Verwirklichung die Schule der Weisheit anstrebt. Doch damit hier keinerlei Mißverständnis bestehen bleibe, muß ich zum Schluß noch eine rein theoretische grundsätzliche Betrachtung anstellen, ich muß, möglichst scharf, in seinen großen Zügen, das Gebiet umreißen, in dem die Analyse kompetiert, und gleichzeitig zeigen, wo ihre Grenzen liegen. Dabei muß ich natürlich, ohne besondere Erläuterung, die Grunderkenntnisse als bekannt voraussetzen, die in meinen Hauptschriften niedergelegt sind1. Also: das Triebleben stellt ohne Zweifel die Wurzel des gesamten irdischen Lebens dar. In ihm liegen alle Urkräfte. Wo des Lebens Wurzel erkrankt ist, erscheint jenes am meisten gefährdet; wo sie im Bewußtsein verdrängt ist, verfügt dieses über seine Hauptkräfte nicht. Andererseits lassen sich durch Wurzelbehandlung auch Erkrankungen von Stamm und Blüte am ehesten von Grund aus heilen, ist Kraftzufuhr zur Wurzel überall vonnöten, wo irgendeine Steigerung verlangt wird. Nur deshalb kann man durch Ruhe und bessere Ernährung den Geist erholen; nur deshalb hat kein Triebschwacher es je zu einem religiösen Erlebnis gebracht. Nur deshalb und insofern hängt alles irdische Schaffen mit dem irdischen Eros zusammen. Aber die Wurzel des Lebens ist nicht dessen Totalität; sie ist, kosmisch betrachtet, nur dessen Insertionspunkt auf der Ebene der physisch-planetarischen Wirklichkeit, welcher es wesentlich nicht angehört. Darum bedeutet es grundsätzliches Mißverstehen, im Triebleben des Lebens allgemeinen Sinn oder in der Lösung von Trieb-Problemen die des geistig-seelischen Lebens zu suchen.

Wohl ist alle höhere (oder tiefere) Problematik auch im Triebleben enthalten; deshalb ist eine Reduktion aller Probleme auf Triebprobleme scheinbar möglich, deshalb gelingt es wieder und wieder tatsächlich, durch Triebentwirrung die Lösung höherer Probleme einzuleiten. Aber der Tatbestand ist nicht dahin zu verstehen, daß alle Lebens-Probleme nichts als Triebprobleme seien, sondern daß diese zu den anderen und höheren in Korrespondenzverhältnis stehen. Im Sinneszusammenhang des Lebens spiegelt sich alles in allem wieder; es ist deshalb ausgeschlossen, irgendeine Frage nicht auf allen seinen Ebenen, in allen seinen Richtungen, dem entsprechenden Niveau gemäß, beantwortet zu finden. Dies Korrespondenzverhältnis äußert sich im normalen Zeitverlauf als Entwicklung des einen aus dem anderen; was im Keim, im Kindesalter rein triebhaft war, wird im Verlauf des Wachstums zu Höherem. Es äußert sich im besonderen Höherentwicklungsfall darin, was die Analyse Sublimierung heißt. Die Dinge liegen aber deshalb nicht so, daß nun wirklich das Höhere in allen Hinsichten das Kind des Niederen und deshalb dieses das wahrhaft Wirkliche wäre, sondern daß das Korrespondenzgesetz immer neueren und höheren geistigen Mächten Verkörperung im Erdmaterial ermöglicht. Dieses leuchtet aus der einen Erwägung ein, die zugleich auf die Gefahr des Analytikers als geistigen Führers das grellste Schlaglicht wirft, daß der Analytiker als solcher keine Werte kennt noch kennen kann. Der Sinneszusammenhang auch des Einzellebens hat eben sein Zentrum nicht im individuellen Triebgefüge, sondern im Mittelpunkt des Geisteskosmos, welchen der Gottesbegriff den meisten am einleuchtendsten bestimmt. Hier haben alle Werturteile ihren Seinsgrund; nur deshalb gibt es Schuld, Reue, überhaupt Höheres und Niederes. Kein geistiger Mensch fühlt sich befriedigt, wenn seine bloßen Triebe entwirrt sind, nicht mehr, wie wenn sein Körper allein in Ordnung ist: er muß im Sinneszusammenhang richtig eingestellt sein, der eine höhere Wirklichkeit darstellt als der Einzelne — auch deshalb ist Lieblosigkeit schon pathologisch, führt mangelndes Gemeinschaftsgefühl an sich schon zur Neurose — sein Leben muß nicht allein Sinn sein, sondern einen Sinn haben. Harmonie mit dem tiefsten Weltsinn allein schafft vollkommene Selbstverwirklichung. Nur als Werteverwirklicher fühlt sich der Mensch überhaupt als Sinnerfüller. Hieraus folgt denn das vom Standpunkt unserer heutigen Betrachtungen Entscheidende: Wer das Wesentliche im Triebleben sieht, der mißversteht recht eigentlich Exzentrisches als Zentrum, denn die irdische Wurzel des Lebens ist in bezug auf dessen eigentlichen Sinn ein äußerliches Moment. Aus diesen Grunderkenntnissen heraus erscheint nun das gesamte Problem der Analyse im richtigen Licht. So sicher es ihr gelingt — die Literatur beweist es über allen Zweifel erhaben — die Trieb-Korrespondenz alles Geistigen aufzudecken; so unbedingt nötig es sei, Triebverdrängungen oder —verschränkungen zu heilen, um Kraft für Höheres freizumachen denn auf Erden steckt in den Trieben die ganze Kraft von der Analyse oder der analytischen Einstellung her ist nicht ein einziges nicht-analytisches Problem zu lösen. Vielmehr kann Analyse genau nur insoweit nützen, als sie sich selbst im Geisteskosmos richtig einstellt. Diese entscheidende Wahrheit verkennen nun, soweit ich sehe, sämtliche bisherigen Analytiker. Am primitivsten äußert sich dies in den Schriften der Freudianer, für die Gott nichts als der Vater oder gar der Phallus ist (das eine Beispiel genüge für alle, die ihm entsprechen), oder in den Erziehungsplänen solcher, welche behaupten, Selbstanalyse sei das gleiche, wie Katharsis im religiösen Sinn, oder Integration im Sinne Jungs schaffe an sich schon den vollkommen tiefen Menschen. Analyse geht ausschließlich auf Triebhaftes, sie bewegt sich deshalb in genau entgegengesetzter Richtung, wie religiöse Erlösung. Diese nun erstrebt die Einbildung nicht-irdischer Inhalte in das Erdgebundene. Sie will Werte verwirklichen, von deren Wirklichkeit Analyse nichts weiß noch wissen kann. Sie braucht es auch nicht zu wissen, sofern sie nicht mehr sein will als sie tatsächlich vorstellt — allein da sie sich immer mehr zu einer alles umfassen wollenden Weltanschauung auswächst, so kann sie, bis daß sie sich bescheiden lernt, vom Geistesstandpunkt nicht scharf genug bekämpft werden. Aber bevor man kämpft, gilt es den Feind zu kennen. Deshalb verweise ich an dieser Stelle noch einmal auf August Vetters Kritik des Gefühls, weil das analytische Grund-Mißverständnis in diesem Buch seinen geistig höchststehenden und deshalb lehrreichsten Ausdruck gefunden hat. Was ich darüber im letzten Heft dieser Mitteilungen ausführte, setze ich als bekannt voraus. Ich will hier nur auf drei Momente nochmals hinweisen: erstens darauf, daß für Vetter der klassische Zustand im ausgeglichenen als solchen besteht. Zweitens daß ihm Schuldgefühl ein wesentlich Imaginäres ist, und endlich auf den Abschnitt auf S. 303, den ich in extenso hersetze:

Damit es (zur restlosen Überwindung der Ohrenbeichte und ihrer Äquivalente) kommen könne, muß die Psyche aufrichtig willens sein, von ihren Konflikten befreit zu werden. Alsdann nämlich gelangt sie mit Notwendigkeit zur Erkenntnis, daß alles seelische Leiden nur in ihr selbst begründet sei und sie nur durch sich selbst erlöst werden könne. Wenn also der religiöse Moralist, genau wie der Neurotiker, nicht zu dieser Selbsterkenntnis und rein psychologischen Einstellung gelangt, so bekundet er damit, daß er in seinen Triebgründen gar nicht von dem quälenden Zwiespalt, dem Schuldgefühl und dem Sündenbewußtsein, durch das er sich interessant macht, loskommen will. Dies ist nun der Fall des Christen, wie auch der aller unpersönlichen Ethiker. Sie brauchen den Spannungsgegensatz, um sich zu fühlen. Aus diesem Grunde suchen oder schaffen sie sich ein selbstloses Ideal, oder einen fremdpersönlichen Götzen, zu dem sie sich in Widerspruch setzen können. Der Fromme steht so in masochistischer Selbsterniedrigung vor seinem Gott — und als Heiliger wiederum in sadistischer Selbstüberhebung vor dem Sünder. Der entfernte Nachklang dieses Spannungsverhältnisses ist zwischen dem Seelenarzt und dem Patienten spürbar, die beide an dem gleichen moralischen Konflikte leiden, nur daß der eine ihn gleichsam in männlicher, der andere in weiblicher Fassung zum Ausdruck bringt. Für beide aber ist das Leiden lustbetont. Deshalb spielen sie mit ihm. Und in dieser Ambivalenz besteht die Religion, wie auch die unpsychologische Moral.

Ich kenne wenig schiefer Gedachtes und im Ergebnis Flacheres in der gesamten Weltliteratur. Es läuft implizite auf eine Negation aller Werte außer deren des Glücks hinaus. Da nun Vetter ein sehr gescheiter Mensch ist, dessen Buch eine Fülle trefflicher Einzeleinsichten enthält, so ist sein wesentliches Versagen desto bedeutsamer: es ist die unvermeidliche Folge der Voraussetzung, daß von der Analyse her irgendein tieferes Problem zu lösen ist, was seinerseits nur auf Grund vollkommenen Verkennens der geistig-seelischen Wirklichkeit möglich erscheint. Vetter gibt ausdrücklich zu, daß es unsinnliche Wirklichkeit für ihn nicht gibt. Das heißt, er weiß nichts von der sinngebenden Wirklichkeit. Das heißt, er ist im buchstäblichen Sinne terre à terre. Gleiches gilt nun, mehr oder weniger bewußt, von allen Analytikern, deren Fall ich näher bedacht habe: sie alle sind Positivisten. Für sie alle ist, was immer sie behaupten, das Triebhafte die einzige Wirklichkeit. Von geistigen Werten wissen sie alle nichts. Und dies muß auch von ihnen gelten, insofern sie sich zur psychoanalytischen Weltanschauung hingezogen fühlen, denn zu deren mechanistischem Charakter gehört eben, daß es nichts eigentlich Neues, Schöpferisches im Leben gibt. Von hier aus erscheint denn der Analytikeranspruch, dem Leben einen neuen Sinn zu geben, nicht nur als widersinnig überhaupt, sondern als ungeheuerliche Groteske. Es ist alles richtig, was von deren Seite über die Gebrechen unserer Zeit behauptet wird: daß sie das Triebleben verdrängt hat, daß es dieses neu ins Leben hineinzubeziehen gilt, ja daß dies heute eine genau so wichtige Aufgabe ist wie nach dem analytisch normalen klassischen Heidentum die christliche Vergeistigung. Aber es bedeutet nicht das, was sie behaupten. Die analytische Erkenntnis kann erst fruchtbar werden, wenn sie von der über-analytischen Erkenntnis her, welche allen Dimensionen der geistigen Wirklichkeit Rechnung trägt, in den Sinneszusammenhang richtig eingestellt ward. Indessen aber ist jede Praxis schonungslos zu bekämpfen, die sich aus dem grundsätzlichen Mißverständnis der Analytiker ergibt. Wer andere daraufhin zu lösen unternimmt, daß alles Höhere nur Verkleidung von Triebhaftem bedeutet, der entwickelt den Menschen durch seinen Einfluß zum Tier zurück. Wer dem Menschen sein Schuldgefühl nehmen will, weil es nichts als das Sinnbild ungelöster Spannungen sei, durch die er sich vor sich selber interessant mache, der versündigt sich an seinem göttlichen Kern. Die betreffenden Spannungen, die als solche freilich rein psychologische Gründe haben, sind ihrerseits das Ausdrucksmittel des Widerstreits zwischen empirischem Ich und Gott. Wer alle Spannungen ausgleichen will, bekämpft damit jede Fortschrittsmöglichkeit. In diesem Zusammenhang wäre Vetter zu entgegnen, daß allerdings kein höherer Mensch in seinem Sinne je seinen inneren Zwiespalt loswerden will. Wer in der richtigen Erkenntnis, wieviel Schwindel und Lüge den Verkehr der Menschen untereinander beherrscht, alle geistigen Zwischeninstanzen und Distanzierungen dergestalt abbaut, daß nur noch ein Verkehr von Mensch zu Mensch bestehen bleibt, der läßt in Wahrheit nicht den Menschen allein übrig, sondern er zerstört vielmehr das spezifisch Menschliche, und was nachbleibt, ist ein Verkehr von Tier zu Tier. Denn was bedeutet es anderes, wenn einer an den Worten des anderen immer nur bemerkt, was diese analytisch, das heißt in der Triebsphäre bedeuten? Jede höhere Wirklichkeit ist geistgeboren; reduziert man das vom Triebstandpunkt also Künstliche, so schafft man den Geist aus der Welt, denn dieses verwirklicht sich nur durch Subjekte und damit durch Subjektives hindurch. Überdies haben sachliche Wahrheiten mit ihrer Triebgrundlage grundsätzlich nichts zu tun. Das wahre Menschentum beginnt oft genau an der Stelle, wo der Analytiker das Künstliche beginnen läßt. Und hieraus erklärt sich das Grundgebrechen derer, die von der hier skizzierten Weltanschauung ausgehen: ihr in der ganzen Menschheitsgeschichte bisher unerreichter Mangel an Feingefühl und an Takt. Es bedeutet etwas, und zwar überaus Schlimmes, wenn Freudianer den Gegenstand jeder Neigung ausgerechnet Sexualobjekt heißen, wie sehr sie vielleicht sachlich recht haben mögen. Es bedeutet etwas, wenn vorzüglich sadistische Naturen unter die Analytiker gehen. Es bedeutet etwas, und zwar eine Barbarei der Seele, die wohl bei keinem Neger anzutreffen ist, wenn analytisch beeinflußte Kreise gar nicht verstehen können, warum man nicht auch in persönlichem Verkehre analytisch vorgehen kann, das heißt jede Äußerung auf ihre Triebwurzel hin dem Partner gegenüber ausdeutend, kein Privates respektierend, keine persönlichen Reservatrechte anerkennend. Takt bedeutet nicht etwa eine Konzession an die subjektive Schwäche des anderen, sondern das sachlich-richtige Verhalten zu dessen seelischem Kern. Dieser liegt tiefer als alles Analysierbare; was sich analysieren läßt, ist immer nur das Ausdrucksmittel des eigentlichen Menschen. Dieser nun ist etwas überaus Zartes, Empfindliches, Einziges, wesentlich Geheimes und Privates. Um seinetwillen sind die verschiedenen Formen der Distanzierung, die den Verkehr von Mensch zu Mensch in allen gebildeten Kreisen regeln, unbedingt vonnöten; um seinetwillen ist es nicht gleichgültig, wie man eine Wahrheit sagt und wieviel von ihr man offenbart. Mir fehlt der Raum, auch noch diesen Gedankengang hier näher auszuführen.

Wem es aus meinen kurzen Sätzen heraus nicht einleuchten sollte, den verweise ich bis auf weiteres auf das Büchlein Grenzen der Gemeinschaft von Helmuth Plessner (Bonn 1924, Friedrich Cohen) von S. 72 ab — dort wird er mit seltener Klarheit ausgeführt finden, inwiefern eine Irrealisierung der menschlichen Beziehung unbedingt erforderlich ist, damit die Seele sich behaupten kann. Und dann gedenke er dessen, was alle tieferen Menschen von jeher gepredigt haben: nämlich daß Ehrfurcht vor dem Geheimnis des anderen die einzig sinngemäße Einstellung ist. Jede Wahrhaftigkeit, welche diese verletzt, ist recht eigentlich ein Beweis dessen, daß der Betreffende vom metaphysischen Kern, dem Göttlichen im Menschen nichts weiß. Und hier komme ich denn zum Endergebnis alles, was für oder gegen die Analyse zu sagen ist. Nur unbedingte Unbefangenheit frommt; alles Höhere, Schöpferische quillt aus dem ungestörten Unbewußten heraus. Heute tut Analyse sehr vielen Europäern not, weil ihre Triebseite verdrängt ist und sie deshalb nicht wirklich unbefangen sein können, weil es heute gilt, einen Höherbau der Menschenseele auszuführen durch Hineinbeziehung des bisher Unbewußten ins Bewußtsein hinein. Aber nicht als Dauerzustand ist Analyse je zu empfehlen, sondern in jedem besondern Falle als möglichst kurze, ja möglichst bald vergessene Kur. Die Psychoanalyse ist, noch einmal, ein chirurgisches Instrument, mit Vorsicht anzuwenden. Nur der darf sie anwenden, der die äußerste Verantwortung spürt. Was aber die Erkenntnisse betrifft, die sie zutage gefördert, so müssen sie baldmöglichst selbstverständlich werden, das heißt die nicht weiter beachtete Grundlage des Lebens. Nur um diesen Prozeß zu beschleunigen, habe ich das Studium der Theorie und Praxis allseitig empfohlen. Wir müssen uns heute alle recht eigentlich deshalb mit der Analyse auseinandersetzen, damit unsere Kinder dies nicht mehr zu tun brauchen, damit es verbildete Menschen, die der Analyse bedürfen, recht bald nicht mehr gäbe. Auch in dieser Hinsicht müssen wir uns als Pioniere fühlen. Wie es bei allem Pioniertum geht, so werden auch hier nicht wenige an dem, was sie zum Besten Späterer tun, verderben. Immerhin droht keinem, der Analyse treibt, Lebensgefahr, sofern er den folgenden Satz als Leitspruch verstehend in seinem Gedächtnis aufbewahrt: Analyse kann der Welt keinesfalls einen neuen Sinn erteilen — sie muß sich vielmehr selbst in den Geisteskosmos richtig einordnen; als Lehre von der Unterwelt des Menschen, von dessen Standpunkt betrachtet; von dem des Kosmos, als die von dem Teil des wesentlich geistigen Lebens, der seinen Zusammenhang mit unserem sterblichen Planeten schafft.

1Neben der Schöpferischen Erkenntnis berufe ich mich hier ausdrücklich auf meine Tagungsvorträge der Jahre 1922, 23 und 24, in den Leuchtern des jeweils folgenden Jahres abgedruckt.
Hermann Keyserling
Das Erbe der Schule der Weisheit · 1981
Der Weg zur Vollendung
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