Schule des Rades

Hermann Keyserling

Das Buch vom persönlichen Leben

IX. Leiden

Adler-Mensch

Dieses Buch soll von möglichst allem absehen, was nicht dem persönlichen Leben jedes frommen kann. Doch das Problem des Leidens zwingt mich zu einigen religionspsychologischen Betrachtungen. Wo einmal die heute bestehende Basis möglichen Verstehens objektiv erreicht ist — ich sage objektiv, weil die Vorhut der Menschheit ihre bessere und tiefere Einsicht in gemeinverständlichem Ausdruck objektiviert hat — besteht kein Recht mehr dazu, über religiöse Wahrheit durch historische Kritik und Textexegese entscheiden zu wollen. Nicht daß letztere auf ihrer Ebene nicht recht hätten oder haben könnten: ihr Recht-haben ist irrelevant. Jedes religiöse Sinnbild, welches Kraft beweist und Glauben weckt und findet, ob lebendige Gestalt, Ikone, Dogma oder Lehre, ist zunächst einmal Sinnbild einer von dem Gläubigen erahnten Wahrheit. Es ist unmöglich, daß Nicht-Wirkliches so wirkte; kein Mensch ward je von einem geistigen Inhalt tief gepackt, ohne daß Entsprechung bestanden hätte zwischen dem Tiefst-Eigenen und dem Vor-gestellten. Damit sind alle dogmatischen Fragen von der Ebene wissenschaftlicher Wahrheit, auf die sie allzulange gestellt wurden, verbannt: ihre Wahrheit gehört einer anderen Dimension an; sie bezieht sich auf die innerliche Beziehung jenes tiefsten Selbstes, welches nie zum Objekt werden und nie überhaupt seine eigenste Sphäre verlassen kann, zu transzendenter Wirklichkeit. Und der Wert des Ausdrucks, welchen diese Beziehung findet, ist seinerseits niemals ein Eigenwert: er hängt von dem Grade der Verwirklichung jener Beziehung ab, welche er einleitet, und insofern ganz und gar von den Raum-Zeit-bedingten Bereitschaften der Geister und der Seelen.

Von hier aus nun kann man über historische Kritik und Textexegese, ohne zu übertreiben, das Folgende behaupten: sie erweisen vor allein, wie phantastisch unabhängig religiöse Bedeutung von wissenschaftlicher Wahrheit ist. Sogar die parteiischeste Dogmengeschichte kommt um zwei Tatsachen nicht herum: erstens, daß zweifellos christliche Frömmigkeit sich zu so verschiedenen Deutungen der gleichen Urworte bekannt hat, daß von Vereinbarkeit auf der Ebene möglicher Wissenschaft keine Rede sein kann; zweitens, daß lebendiges Christentum an Wahrheiten geglaubt hat und auch heute glaubt, welche nicht allein Paulus, sondern auch Jesus selber nicht gelehrt hat. In dieser Hinsicht ist Albert Schweitzers Mystik des Apostels Paulus (Tübingen 1930), welche wissenschaftlich auf höchster Höhe stehen dürfte, besonders lehrreich: Schweitzers Feststellungen erweisen, daß die Begründer des Christentums persönlich in ungeheurem Maß in Vorstellungen befangen waren, die uns als wesentlich vorchristlich gelten und die infolgedessen kein moderner lebendiger Christ mehr bekennt. Ich brauche absichtlich die Worte: zweifellos christliche Frömmigkeit, lebendiges Christentum, lebendiger Christ: das Wesentliche, welches es einzusehen gilt, ist eben dies, daß nicht die Vorstellungen und Deutungen religiöse Wahrheit machen, sondern ein Tieferes, und daß jene samt und sonders zeitbedingt sind. Deswegen ist auch nicht die erste anerkannte Lehre notwendig die wahrste: die wahrste ist die sinngemäßeste. Religiöse Sinngemäßheit aber hängt von keinem Dogma an sich selbst, sondern von der Exaktheit des Ausdrucks für die wahrhaftig erlebte Beziehung zwischen dem tiefsten Selbst und der transzendenten Wirklichkeit ab. Will man überhaupt eine notwendige Beziehung statuieren zwischen Lehre und religiösem Sinn, dann ist unter traditionellen die katholische Auffassung zweifellos die richtigste. Gemäß dieser stellt die wachsende und sich verwandelnde Kirche mit der Gesamtheit der in ihr lebendigen Tradition die höchste Autorität dar. Doch die letztlich wahre Wahrheit ist eine noch weitere. Alle Ausdeutungen des Evangeliums nicht allein — sämtliche Äußerungen des christlichen Geistes und der christlichen Seele gehören notwendig als Zweige oder Blätter oder Blüten zu dem Stamm, dem sie entsprossen sind — nicht anders, wie alles geistige und geistliche Inderleben dem Hinduismus zugehört. Die besondere und einmalige Mentalität des europäischen Mittelalters ermöglichte es, dieser Wahrheit jahrhundertelang im Totalitätsanspruch der einen christlichen Kirche entsprechenden Ausdruck zu verleihen. Doch die fortlaufenden, immer mehr sich verzweigenden Schismen der späteren Zeit, der Bedeutungsverlust der Kirchen überhaupt, die Verselbständigung der Wissenschaft, der Philosophie, die innere Loslösung von der Kirche alles dessen, was nicht unmittelbar zu Gottesdienst oder zu geistlichem Leben gehört, beweisen durchaus nicht, daß die christliche Ära um wäre, sie beweisen nur dies: daß die Kirche, als Allgemeinbegriff verstanden, mit ihrer kodifizierten historisch gewordenen Theologie und ihrem Machtanspruch, diese sehr spezielle Schöpfung, die aus der Rezeption orientalischer Religiosität durch legistischen Römergeist und germanischen Institutionalismus erwuchs, der Ganzheit christlichen Lebens nicht mehr die Form gibt noch geben kann. Der lebendige Geist Jesu war freilich der tiefste Urheber der christlichen Welt, aber er war und ist nicht ihr einziger Urheber. Das wahre Christentum als Erscheinung ist die lebendige Synthese alles dessen, was letztlich auf den Christus-Impuls zurückgeht oder später auf ihn zurückbezogen worden ist. Als Wesen aber steht und fällt er mit einer bestimmten Tiefenlage und Form zugleich metaphysischen Erlebens, welche der Phase im Prozeß des Einbruchs des Geists entspricht, deren Sinnbild für unseren Kulturkreis Jesus Christus ist.

Dieses Erlebens als Ausdrucks bestimmter kosmologischer Zuständlichkeit ist schlechthin jeder in irgendeinem Grad teilhaftig, welcher dem christlichen Kosmos, als dem Bereich bestimmten Geistes-Einbruchs verstanden, innerlich zugehört. Nicht auf das Glauben, schon gar nicht aufs Für-wahr-Halten kommt es hier an, sondern auf Sein. War es hiermit früher vielleicht wirklich, das heißt objektiv anders bestellt, so lag das an anderer Zuständlichkeit des Menschen, welche nunmehr neuer Platz macht, als welche Neu- und Tieferfassung der Ur-Wahrheit ermöglicht. Von diesem Jedermann her, der seine tiefste eigene Wahrheit an ihnen erlebt, bezogen aber alle christlichen Symbole schon von Anbeginn an ihre Lebenskraft. Wer da an Christus nicht glaubte, d. h. sich nicht in ihm wiedererkannte, wem er nicht ein-leuchtete, für den bedeutete er nichts. Und die Ur-Vorstellung, daß ein solcher vom messianischen Reiche ausgeschlossen war, besagte zutiefst eben dies. Noch heute ist die Zeit im großen wohl nicht reif dazu — zumal in der irreligiösen und antimetaphysischen Geschichtsperiode, in welcher ich dieses schreibe —, um wirklich deutlich zu verstehen, was ich meine. Immerhin dürfte das Folgende den meisten echt religiösen Naturen einleuchten, die zugleich verstehensfähig sind. Jedenfalls von Paulus an war die Lehre vom inwendigen Christus, noch so mißverstanden oder verbrämt, der Kern aller Christologie; bei Paulus selbst beweist dies abschließend die eine Tatsache, daß er seiner eigenen inneren Offenbarung gegenüber der Überlieferung von Jesus den Vorrang zusprach. Diese Lehre nun besteht nicht nur unabhängig vom historischen Tatbestande der Erscheinung Jesu — sie nimmt dieser andererseits auch nichts von ihrer Bedeutung. Der kosmologische Sinn des Impulses, welcher mit Christus und dem Glauben an ihn in die Welt kam, ist der, daß mit ihm ein entscheidender Fortschritt im Prozeß des Einbruchs des Geistes statthatte, welcher seither, in jener diskontinuierlichen stoßweißen Art, in der sich alle Veränderungen in dieser Welt vollziehen, von weiteren Fortschritten, die jedoch alle auf jenen zurückgehen und ihn zum Ahnherrn haben, zu immer weiteren geführt hat. Einiges davon äußert sich in tieferem Verstehen der Urlehre, anderes in völlig Neuem. An diesem Fortschrittsprozesse hatten und haben, entsprechend dem Kairós und der persönlichen Rezeptionsfähigkeit des Einzelnen, alle teil. Doch wie dieses allemal geschieht, so nahm auch hier Einer die allgemeine Entwicklung zeitlich sowohl als der Intensität und Totalität nach vorweg und wurde damit zum Sprachrohr und Verdeutlicher und Schrittmacher und Sinnbild für alle. Er wurde dies objektiv, als Sein, ganz unabhängig von seinen persönlichen Ansichten, welche, wie dies von allen Menschen gilt, von persönlicher Vergangenheit vorausbestimmt waren. Gedenken wir hier des in Einsamkeit Ausgeführten: große Geistmonaden sind nicht allein konkurrenzlose Kräfte, sie sind so objektiv da als diejenigen, welche sie sind, daß ihr Wirken von den Vorstellungen, die damit verbunden werden, unabhängig erscheint. Daher die Verdeutlichung, welche das Bild solcher ganz Großer proportional der seit ihrem Tode verstrichenen Zeit erfährt: immer mehr fallen alle Raum- und Zeit-bedingten Zufälle ab, immer reiner schält sich ihr Eigenes und Einzigartiges heraus. So mag Jesus das, was von ihm geglaubt wird, historisch gewesen sein oder aber auch nicht: jedenfalls vertrat er den inwendigen Christus — dieser aber setzt sich immer bestimmender als Weltmacht durch. Gerade jetzt, 1935, tut dies zu sagen not. Die traditionellen Kirchen verlieren allerdings an Bedeutung, und wohl mag es sein, daß die religiöse Beziehung zum Erlöser-Gott überhaupt an Bedeutung einbüßen wird (W, II, 9). Aber objektiv verchristlicht sich die Welt desto mehr, was allein schon beweist, daß der tiefste Sinn der Erscheinung Christi eben der einer neuen Phase im allgemeinen Prozeß des Einbruchs des Geistes ist. Die christlichen Wahrheiten werden heute von unzähligen Indern, Chinesen und Japanern tiefer verstanden als von offiziellen Christen. Alle ethischen und spirituellen Weltvoraussetzungen sind christlich; alle haben ihren Urgrund in der Erkenntnis und der Anerkennung der Wirklichkeit einer geistigen Menschheitseinheit (W, I, B, 2; RM, II), der jeder Einzelne mit einer tieferen Schicht seines Wesens angehört als irgendeiner empirischen Gemeinschaft — deren Bewußtsein aber brach als historische Macht erstmalig mit Jesus durch. Seither herrscht objektiv, weil vom Unbewußten aller geistbestimmten Menschen unwillkürlich anerkannt, der Geist einer größeren, emotional und ethisch qualifizierten Weltoffenheit, als solche vor Christo Weltvoraussetzung war. Für den Geist bestehen die empirischen Schranken, welche Mensch von Mensch scheiden, seither nicht mehr. Daher die einmütige Empörung des Weltgewissens gegenüber jedem Versuch, vorchristliche Zuständlichkeit wieder herzustellen — ganz einerlei, ob die Empörten jeweils das moralische oder das praktische Recht zu ihrer Empörtheit haben oder nicht. Daher die erwiesene Aussichtslosigkeit jeder Gegenbewegung gegen die christlichen Errungenschaften. Die einzige unter solchen, die in diesem Zusammenhang überhaupt Berücksichtigung verdient, die bolschewistische, ist selber ein invertiertes, zeitweilig ins Satanische umgeschlagenes Christentum. Im übrigen aber gehören die Fortschritte der Technik und Wissenschaft und des exakten Verstehens überhaupt auch mit zum christlichen Impuls, obschon sie von ihm abzuführen scheinen. Nicht umsonst sind sie allesamt und ausschließlich im christlichen Kulturkreis hochgekommen: exaktes Wissen und Verstehen, im Gegensatz zu Vorurteil und Aberglauben und Mißdeutung, ist ja, wie dieses frühere Kapitel erwiesen, das Normalergebnis größerer Weltoffenheit, dessen Dasein ermöglicht, unbefangen als Offenbarung zu erleben, worüber abgesperrtes Bewußtsein klügelt, dekretiert oder phantasiert.

Es ist demnach nicht wahr, daß Änderung in der Auffassung dessen, was Christentum bedeutet, einer Entchristlichung gleichkäme. Im Gegenteil: tieferes Verstehen bei gleichgebliebenem religiös-metaphysischem Erleben würde absoluten Fortschritt bedeuten. In dem Verstande nun sind wir heute in der Lage, den Sinn des Kreuzes tiefer zu verstehen, als jemals früher geschah — und zur verständlichen Vermittelung des tieferen Sinnes mußte ich obige religionspsychologische Betrachtungen anstellen. Das Sinnbild des Kreuzes ist seiner ganzen seelischen Bedeutung nach nicht zu erfassen, wenn man es losgelöst von dem des Adlers betrachtet, unter dessen triumphalem Zeichen es seinen Aufstieg anhub. Zwei und nicht mehr schöpferische Einstellungen sind dem Menschen der Wirklichkeit gegenüber möglich: die eine ist die des Ergreifens, die andere ist die des Ergriffen-werdens oder kürzer der Ergriffenheit. Erstere führt zur Selbstbeherrschung und zur Weltgewaltigkeit. Jede Form von Tätertum setzt sie voraus, der Held ist ihr Höchstausdruck. Doch wenn er allein das Nicht-Ich im weitesten Verstand direkt verwandelt und ihm sein Sein und Sosein aufprägt, so erlebt er innerlich dabei wenig und verändert sich selber nicht; dementsprechend ist sein traditionelles Sinnbild das Erz oder der Granit. Standhaftigkeit ist seine letzte Instanz nach innen zu. Diese Seinsmodalität, die für das Abendland im antiken Heros ihr Urbild hat, gewann ihren völkischen Höchstausdruck im Römertum, das mit einer weder vorher noch nachher je erreichten Ausschließlichkeit unter dem Zeichen des Adlers lebte. Wie dieser nun am Zenit seines Geltungshimmels stand, da alles in seinem Zeichen gesehen und gedeutet ward, da leuchtete zum erstenmal in der Geschichte das Sinnbild des Kreuzes nicht nur auf, sondern mit so ungeheurer Vehemenz und Intensität ein, daß es sich wenige Jahrhunderte später von innen heraus das ganze weite Reich des Adlers unterwarf. Den Sinn dieses Zusammenhangs erklärt das eine Christus-Wort:

Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele. Mt 16,26 A R R O W

Der reine Adler-Mensch denkt an sie überhaupt nicht; sein Leben ist ein durchaus Objektives. Tat, Leistung, Kampf, Sieg oder Niederlage, Tod und objektives Fortleben und Fortwirken in der Erinnerung, als welches der Ruhm ist, geben seinem gesamten Leben Sinn; was er erlebt dabei, was aus ihm selber wird, interessiert ihn nicht. Nicht, daß er notwendig unpersönlich oder ungeistig wäre: sein ganzes Leben erschöpft sich im Ausstrahlen, in der Selbstausgabe als solcher. Insofern bedeutet das Opfern seines Lebens, zu dem der reine Adler-Mensch jederzeit bereit ist, mehr noch als es ist: es bedeutet das Opfern des erlebenden Subjektes überhaupt.

Von hier aus wird nun klar, inwiefern der exklusive Adler-Mensch, spirituell geurteilt, das böse Prinzip vertritt. Im Kapitel Das ethische Problem von Wiedergeburt ward klargemacht, daß das Böse notwendig ist im lebendigen Prozeß, einerseits als destruktive Komponente des Lebens, als welches jeden Augenblick Konstruktion und Destruktion zugleich ist, darin aber zur Grenzen-Schaffung; darauf brauche ich hier also nicht mehr zurückzukommen. In den Meditationen habe ich ausführlich gezeigt, was ich darum gleichfalls nicht ein weiteres Mal auseinanderzusetzen brauche, inwiefern die Natur als solche dem Geist böse erscheinen muß. Allgemein liegt das an der weitgehenden Verschiedenheit und Inkompatibilität von Natur- und Geistnormen. Sobald der Mensch ausschließlich vom Geist her urteilt und alles auf den Geist zurück- oder in dessen Geltungssphäre hineinbeziehen will, muß er einen großen Teil des Natürlichen verurteilen. Umgekehrt aber kann er nicht umhin, wo immer er seine Natur und dessen Notwendigkeiten auslebt, von seinem eigenen Geist als böse Beurteiltes hinzunehmen und zu tun. Die tragische Spannung, aus welcher sich die Unlösbarkeit des ethischen Problems ergibt, ist für jeden Geistbewußten die tiefste Urgegebenheit, welche er anzuerkennen und von der er innerlich auszugehen hat. Und so muß er auch, sofern er wahrhaftig und nicht feige ist, unabänderlich Böses als zu sich gehörig nicht allein, sondern auch als lebensnotwendig akzeptieren. Und zwar muß er es gerade als unabänderlich zu ihm gehöriges Böses anerkennen; er darf zur Rettung seines überkommenen Gleichgewichts keine Umwertung aller Werte versuchen. Er muß auch das Böse als Böses in den Integrationsprozeß, der seine letzte Ganzheit her stellen soll, hineinbeziehen. Der alte Sündgedanke, der einen Fall voraussetzt, schied viel zu sehr zwischen dem Menschen und dem Bösen in ihm. Im Grunde war dessen Erfinder ein Vorläufer Rousseaus: schon er nahm an, daß der Mensch ursprünglich gut sei. Daß er das nicht ist, hat keine Zeit so augenfällig bewiesen wie die unsere: denn deren Greuel nach über zweitausend Jahren der Bildung durch altorientalische, antike, christliche und zuletzt Aufklärungs-entsprungene Heilslehren sind ganz anders beweiskräftig als alles, was vormals verbrochen ward. Und so hat man vom Standpunkt historischer Bedeutsamkeit, trotz Machiavelli und Hobbes, wohl recht, wenn man als Vater der geistigen Möglichkeit dieser Greuel den Umwerter aller Werte Nietzsche ansieht. Denn dessen Umwerten kam, von der psychologischen Wirkung her beurteilt — und die allein zählt historisch — letztlich auf die Behauptung heraus, daß das Böse eben nicht böse sei, und damit auf ein Auf-den-Kopf-stellen, so daß das Untere nunmehr zu oberst lag. Zuerst verführte Nietzsche nur wenige Generationen sogenannter Geistiger. Als deren Gedanken sich aber ausgebreitet hatten, da setzten fortschreitend größere Massen die Umwertung aller Werte immer elementarer, immer primitiver und immer gewaltsamer fort. In Rußland geschah und geschieht es am ausgesprochensten auf dem Gebiet der Tat, in Deutschland auf dem der Deutung. Für all dieses Auf-den-Kopf-stellen ist nur eines, allerdings aber ein sehr Wichtiges anzuführen: Die abendländische (im Gegensatz zumal zur indischen) Tradition enthielt bisher tatsächlich eine wichtigste Lehre nicht: nämlich, daß alle Schöpfung gleichzeitig Zerstörung ist und bedeutet. Deswegen geht es wirklich nicht an, das Destruktive nur negativ zu sehen. Es ist unmöglich, das Leben zu bejahen, ohne gleichzeitig ja zu sagen zum Tod. Es ist unmöglich, fortzuschreiten, ohne fremdes Leben zu bedrohen. Es ist unmöglich zu leben, ohne von Sekunde zu Sekunde hinzurichten oder zu begraben. Und je schöpferischer ein Leben ist, desto schärfer zeichnet sich die zerstörerische Entsprechung oder Komponente ab. Alle schöpferischen Geister ohne Ausnahme hatten und haben starke destruktive Triebe, auch und gerade auf sich selbst gerichtete. Denn insofern sie selbst anders und nicht werden, insofern sie sich selbst verwandeln, wiedergeboren werden wollen, müssen sie trachten, ihren gegebenen Zustand zu vernichten. So gebot Jesus, das Ich zu töten. So bringt sich jeder vorwärtsstürmende Geist wieder und wieder durch sogenannte Fehlhandlungen in Schwierigkeit und zerstört damit die Gelegenheiten, die sich ihm früher boten, weil er eben diese nicht ausnutzen, sondern neu werden will. Denken wir hier wieder einmal an die Urgeschichte des Lebens zurück: niemals haben die augenblicklich erfolgreichsten Geschöpfe für die Dauer gesiegt, denn der Erfolg beruhte allemal auf spezialisierter Anpassung an bestimmte Zustände, und änderten sich diese, so war Neuanpassung gerade für sie unmöglich, denn Spezialisierung ist niemals rückgängig zu machen und bedeutet allemal Plastizitätsverlust. Schon aus diesem allgemein-biologischen Grunde hat. Dean R. W. Inge (der Verfasser des bisher schönsten Werkes über Plotin) recht, die übliche englische Formel nothing succeeds like success in die entgegengesetzte nothing falls like success (nichts bedeutet so sehr Scheiterung als Erfolg) umzufassen. Deswegen muß jeder, dessen vornehmstes Ziel Neu- und Mehr-Werden ist, gerade die durch seine Erfolge bedingten Festlegungen zu liquidieren trachten. Im genau gleichen Sinne lieben alle echten Staatsmänner den Krieg, was immer sie vorgeben, denn sie wollen doch das historische Bild verändern, und das gelingt nur auf der Grundlage erfolgter Zerstörung. So verlassen Künstler um ihres Werkes willen, ohne schlechtes Gewissen, Frau um Frau, Freund auf Freund, Land um Land, denn nur auf ihr geistiges Kind, ihr Werk, kommt es ihnen ernstlich an. Gerade in dieser Wendezeit ersehnen in ihrem tiefsten Herzen nur wenige ehrlich das unter der Suggestion Amerikas als obligatorisch anerkannte happy end. Die meisten Deutschen jedenfalls beherrscht unmittelbarer Todeswille (S. 292). Wer aber den eigenen Tod bejaht, verneint ihn nie zutiefst im Fall von anderen.

Die eigentümliche Nicht-Achtung des eigenen wie des fremden Lebens bedeutet sonach nicht allein, wie dies die meisten, denen das Problem aufging, behaupten, eine psychologische Reaktion auf eine Periode vorgeblichen Optimismus und vorgeblicher Menschlichkeit, welche den wahren Trieben der Menschen nicht entsprechen — sie ist auch eine Reaktion auf ein offenbares Mißverständnis der Wirklichkeit, so wie sie ist, seitens der ganzen christlichen Ära und deren erwiesene Fehlleistung. Ganz bewußt wurde das Mißverständnis erst, nachdem der moralische Optimismus allen psychologischen Pessimismus, der dem ursprünglichen sowohl als dem vollerblühten Christentum eignete, verdrängt hatte; daher konnte diese Reaktion erst jetzt kommen. Doch desto furchtbarer ist sie jetzt gekommen. Und wie dieses immer und überall in der Natur geschieht, wird das Minus gleich durch ein Vielfaches des erforderlichen Plus kompensiert. Es erfolgt ein direkter Rückschlag ins Heidentum in dessen härtestem und grausamstem Aspekt. Tod und Sterben werden auf einmal ähnlich erlebt wie dies die alten antiken und nordischen Völker in ihren düstersten und hoffnungslosesten Stimmungen taten: als unerbittliches Schicksal, welches jedes harret und deshalb jeden ermächtigt, seinerseits unerbittlich zu sein. Nun war das mittelländische Heidentum zu keiner Zeit, so düster wie das nordische; die harmonische Veranlagung der betreffenden Völker bewahrte sie und bewahrt auch ihr heutiges Neuheidentum davor, die Unerbittlichkeit des Schicksals allzusehr überzubetonen.1 Desto mehr geschieht dies seitens der Völker kalter oder rauher, Zonen, denen das Geschenk ursprünglicher Harmonie versagt blieb.

Der Adlermensch als Geistesverkörperer braucht damit nun freilich nicht letztlich das böse Prinzip zu vertreten; inwiefern dieser Satz gilt, werden wir im Schlußkapitel dieses Buches sehen. Wohl aber verkörpert der Adlermensch unabänderlich Böses als Vertreter des Ur-Hungers, des Greifens, Eroberns, In-Besitz-nehmens, Einverleiben, Tötens, Zerstörens und Schaffens neuer Grenzen kraft neuen Siegerrechts. Ohne die aufgezählten Zuständlichkeiten, Haltungen und Betätigungen kann sich das Adlerhafte auf Erden überhaupt nicht manifestieren. Es ist naturnotwendig. Doch so notwendig es in diesem Sinne sei, es bleibt doch böse. Und zwar liegt in seinem unabänderlichem Bösesein gerade sein positiver Sinn: dieser ergibt sich aus dem notwendigen Zusammenhang alles Guten mit entsprechendem Bösen als seiner Grenze (W, II, 8). Zu einem absoluten Negativum wird das Böse erst, wenn der Zusammenhang zerrissen und dieses einseitig betont wird, so daß die zerstörerische Komponente im Leben das absolute Übergewicht erlangt. Zu dieser Grenze aber führen viele Stufen und Zwischenzustände hin. Radikal Böses, wie Kant es hieß, tritt nur dann und erst dann in die Erscheinung, wenn sich spirituell-Böses dem Natur-Bösen einbildet, wenn der Geist, der stets verneint und ursprünglich das Böse will, sich einer auf der Naturebene absolut überwiegenden zerstörerischen Komponente des Lebens einbildet. Das Idealbild des bösen Geists verkörpert Satan, der gefallene Engel. Dessen häßlichster und häufigster Vertreter ist der krötenhafte Neider, Nicht-Gönner und Schadenfreudige. Nicht echter Vertreter des Radikal-Bösen ist der Verbrecher, weil dieser allemal ein Gebrochener, ein Kranker ist. Dagegen ist der Raubtiermensch, als welchen der spirituell so gänzlich blinde Oswald Spengler den Menschen überhaupt bestimmt, gleichzeitig böse und doch schön, so wie das Tigertier. Die Schönheit hat eben, wie anderweitig genau gezeigt ward (SM, VIII; AV, XVI) und worauf wir auch in diesem Buch in anderem Zusammenhang ausführlicher zurückkommen werden, völlig andere Erd-Wurzeln als die Wahrheit. Sie bedeutet einerseits Vollendung möglichen Erd-Ausdrucks überhaupt, andererseits jedoch, wie dies das Urchristentum so tief verstand, Verführung fort vom Wahrheits-bestimmten und wachsen-wollenden Geist. Deswegen zeichnet Schönheit einerseits jede Art Vollendung, also auch die letzter Be-Geistung, andererseits auch die Vollendung des Bösen und im Bösen aus. Weil dem so ist, darum sind gerade die meisten angriffslustigen Raubtiere auffallend schön, darunter am auffallendsten die Schlangen. Der reine und exklusive Adler-Mensch ist nun wesentlich Raubtier. Insofern vertritt er, spirituell geurteilt, daran ist durch Deutung und Umdeutung nichts zu ändern, so schön, ja herrlich er oft erscheine nie das gute, sondern das böse Prinzip.

Daß dem so ist, beweist er vor allein dadurch, daß ihm das Subjektive nichts bedeutet: insofern er vom Subjekte absieht, gibt er gerade das preis, was spirituell allein und letztlich zählt. Und seinen deutlichsten äußeren Ausdruck findet dieses sein wesentlich Böses darin, daß er, der Adlermensch, indem und insofern er sein eigenes Selbst: nicht berücksichtigt, auch anderen Selbsten gegenüber gleichgültig ist. Daher die schauerliche Grausamkeit und Härte aller antiken Völker, besonders gerade der Juden, die sich auf ihre besondere Weise besonders extrem zum Adler-Prinzip bekannten. In ihrer großen Zeit war alles für sie objektiv; auf Gesetzeserfüllung, nicht auf Gesinnung kam es ihnen an. Von der Nachwelt her geurteilt aber sind sie die eigentlichen Väter der modernen Weltgewaltigkeit in allem nicht-militärischen und nicht-politischen Verstand. Wie zwangsläufig jedes exklusiv herrschende Adler-Ethos, sofern es nicht in sakraler Ordnung wurzelt, zu einer Vorherrschaft des Bösen führt, beweist heute im Verstande eines Sinnbildes Amerika, allwo jeder sich grundsätzlich in aller Freundlichkeit und lächelnd das Recht zugesteht, um einer guten Bilanz willen Millionen in Elend und in Tod zu stürzen und wo ausschließliche Einstellung auf Welt-Erfolg die Seele in wahrscheinlich nie dagewesenem Grad verkümmern läßt, beweist endlich die direkte und bewußte Seelenfeindlichkeit des millionenmordenden und jeden Glauben an Höheres verfolgenden Bolschewismus. Man wundere sich nicht, daß ich auch Amerikaner- und Judentum und Bolschewismus auf den Adler zurückbeziehe ist der heldische Kämpfer das Urbild seines Prinzips, sofern er Geist verkörpert, und das Römertum sein bisheriger empirisch-säkularer Höchstausdruck, so gibt es unzählige minderwertige Erscheinungsformen: den Zerstörer ohne Sinn noch Ziel, wie dies die Mongolen-Khans waren, den Abenteurer, welcher völlig sinn- und bedeutungslos für sich und andere sein Leben fort und fort aufs Spiel setzt; den Schieber, welcher, allezeit gleich oberflächlich, alle nur möglichen Konjunkturen ausnutzt; endlich den leeren Intellektualisten als Weltüberwältiger. So verkörpern unter Tieren, vom Kreuz-Prinzip her geurteilt, nicht nur Edel-Adler das Adler-Prinzip, sondern auch Geier und Eulen. Doch auch die Höchstausdrücke des Adlertums vertreten, noch einmal, zum mindesten mit einem großen Teile ihrer, das böse Prinzip. Der reinstgesinnte Soldat muß töten und zerstören, und keine Deutung vermag den ursprünglich bösen spirituellen Sinn dieser Betätigungen zu ändern. Wer immer Herrschaft auf Zwang aufbaut, muß Seelen vergewaltigen, was diese immer in irgendeinem Sinne böser macht, als sie vorher waren, welcher Umstand wiederum auf den Gewalthaber zurückwirkt. Wer immer dem Objektiven gegenüber dem Subjektiven den Vorrang zuspricht, sinkt damit gesinnungsmäßig auf jene Ebene der Sachlichkeit herab, die wir im dritten Kapitel als dem Nicht-Ich zugehörig und untermenschlich bestimmten. Auch das gehört mit zur Tragik dieses Erdenlebens: daß das für die Gemeinschaft Notwendige, ja Unerläßliche, welches überdies noch höchsten und edelsten Einsatz und Opfermut vom Einzelnen fordert, nichtsdestoweniger seinem Eigen-Sinne nach ein völlig unzweideutig Böses sein kann. Und jede Nicht-Berücksichtigung des subjektiven Menschen, oder anders gesagt, des Trägers des spirituellen Prinzips im Menschen, ist ein Böses. Ich weiß, nicht allzu viele haben gerade zu der Zeit, da ich dies schreibe, den Mut, sich dieses einzugestehen und noch weniger die Kraft, die tragische Spannung auszuhalten. Aber das beweist nur, wie wenigen heute Heldenethos wirklich gemäß ist. Alles Heldentum wurde bekanntlich von allen Zeiten, welche wirklich wußten, was Heldentum bedeutet, als tragisches Heldentum verstanden. Ein Heldentum, welches keinen tragischen, d. h. unlösbaren Konflikt bedingt, ist keines (W, I, 37 ff.).

Vor zweitausend Jahren, da der Adler allmächtiger war denn je, wurden der begeisteten Seele zum erstenmal ihr absoluter Eigenwert und ihr Wachstumsrecht bewußt. Gewiß ist dieses Bewußtsein im Osten viel früher schon erwacht, und dennoch darf ich zum ersten Male schreiben, weil nur im Gegensatz zum triumphierenden Adler die ganze Bedeutung des Kreuzes überwältigend klar werden konnte. Nun fühlte der Mensch: Wichtiger als die Welt zu beherrschen, ist sich selber zu verwandeln, um im Geist zu wachsen. Zu dem Ende aber bedarf es einer der Adler-Einstellung genau entgegengesetzten, der auf die eigene und auf die fremde Seele, auf das Subjekt in sich und in den anderen, welche der Adler mißachtet, als allerhöchsten Wert. Der Weg zum Selbst aber führt nicht von Ergreifen zu Ergreifen, sondern von Ergriffenheit zu Ergriffenheit.

1
Ich treffe gerade, während ich dieses schreibe, in Heinrich Zimmers Abhandlung Zur Bedeutung des indischen Tantra-Yoga (Eranos Jahrbuch 1933, Zürich 1934, Rhein-Verlag, Seite 36/37) auf eine ungemein eindrucksvolle und selten plastisch wiedergegebene Illustration des Unterschiedes zwischen hellenischer und germanischer Geistesart, die hier zur Verdeutlichung des Gesagten in extenso wiedergegeben sei:
Im griechischen wie im deutschen Mythos gibt es den zauberkundigen Schmied, den wunderbaren Techniker: Dädalus hier, Wieland bei uns. Das alte Wunder, daß der Mensch es fand, aus starrem Fels das flüssige Metall zu schmelzen und es in alle Gestalten zu gießen, schuf einen neuen Weltstand. Etwas völlig Dämonisches war da am Werke: das Härteste ward bezwungen durch die Glut, ward wie Wasser und ließ sich doch ballen. Der Stein, Waffe und Werkzeug einer Weltzeit, gab aus dem eigenen Schoße seinen vielgestaltigen Überwinder frei. Das Wunder dieser prometheischen Tat senkte sich ins Unbewußte der Menschen in der Gestalt des mythischen Schmiedes, des Magiers der Erze, — davon hat sein Beruf noch heute (zum Beispiel in England der Schmied von Gretna Green, vor dem man Ehen schließt) einen magischen Schimmer. Aber wie verschieden ist diese Hieroglyphe vom kollektiven Unbewußten griechischer und deutscher Überlieferung gestaltet. Der mythische Schmied löst die Menschen aus dem Gefängnis des Steinzeitalters, so löst er sich selbst aus der Haft des Königs, der ihn fronden läßt. Er gewinnt die unendliche Weite einer neuen Menschenzeit; auf den Flügeln, die er sich schuf, entfliegt er himmelauf. Wie tragisch ist die neue Freiheit bei den Griechen: die Flügel, die Ikarus und Dädalus erlösen, bringen Ikarus den frühen Tod. Der vogelgleich Ätherische, Euphorions Bruder im Geiste, hob sich, vom Geist des neuen Weltalters getragen, zu stürmisch der Sonne entgegen und fand den Tod im Meer. Der Vater zahlte für seine titanische Erfinderkraft mit dem schwersten Opfer: sein anderes Ich, den Sohn, seine wiedergeborene Zukunft, mußte er dafür drangeben. Das Erschauern des Griechen vor dem Maßlosen der neuen Möglichkeit, vor dem Titanischen der Naturbezwingung und Zerstörung steinern alter Ordnung fand in dieser Buße den Ausgleich mit den Mächten, die der technische Magier vergewaltigt hatte.
Daneben Dädalus’ dunkler Bruder Wieland, der dumpfe Rächer seiner Gefangenschaft und der Sehnen seiner Füße, die ihm der König zerschneiden ließ, daß ihm der Wundermann nicht auskäme; — auch seine glückhafte Flucht muß schuldloses Leben mit dem Tode bezahlen. Aber nicht das Pathos eines Fluges in die Sonne vergoldet das Dunkel. Die abgeschlagenen Häupter der beiden Königsknaben, die sich verlangend über Wielands Schatz beugen, die Schändung der Königstochter, die mit dem zerbrochenen Goldreif seiner Geliebten zum Schmiede kam und die er betrunken machte, sie zu schänden, — diese maßlose Rache, die den König in seinem Liebsten trifft, seinem zweiten Leben, seiner Zukunft, die aus Hirnschalen, Augen und Zähnen der Knaben Schmuck und Gerät gestaltet und dem König einen Bastard vermacht, legt sich beklemmend und boshaft um die dämonische Gestalt des magischen Erfinders. Wie das kollektive Unbewußte beider Kulturen durch ganz verschiedenes Kolorit sich eigene Varianten derselben Urfigur stilisiert, sie über die Zeiten erinnert in Dichtung und Überlieferung, das spiegelt den Unterschied zwischen den Hellenen und der Nacht des Nordens.
Hermann Keyserling
Das Buch vom persönlichen Leben · 1936
IX. Leiden
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