Schule des Rades
Wilhelmine Keyserling
Das Nichts im Etwas
Vijnana Bhairava Tantra
Urkraft - Betrachtung
Pfauenauge meditiert,
stürzt in den Abgrund seiner Mitte,
in die unvergleichbare Leere.
erhabenes Gefäß
in dem köstliche Wohltat
sich sammelt.
Betrachtung des inneren Himmels.
Wenn die Vorstellung allmählich versiegt,
Gedanken innehalten,
wird das
unermeßlich Unterscheidbare
unterschieden.
ist das, was sich da-zwischen hält:
der feinsten Faser eines Lotusstengels gleich.
Wer dessen innewird
dem offenbart sich
das göttliche Licht.
mit beiden Händen
und dringt ins Augenbrauenzentrum ein,
dem wird, wenn dieser Punkt
und seine Mitte schwinden
das Erhabenste offenbar.
den leuchtenden Stern meditiert,
wird endlich, wenn der Funke auch verschwunden,
im Urlicht aufgehen.
wer im Urlaut badet
den tonlosen Ton vernimmt,
der donnernd einströmt
in das Gefäß Ohr.
wo die Schwingung verklingt,
wer dort der Leere innewird,
erfährt die ungeheure Macht der Leere.
Oh Seligkeit der Leere!
Das Nichts im Etwas · 1984
Mystik der Wassermannzeit
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