Schule des Rades

Arnold Keyserling

Der neue Name Gottes

Mensch im All

Gott ist das Absolute, der Schöpfer und Erhalter des Universums. Es gibt auf der Erde keine geistige Tradition, die nicht auf Gott zurückging oder hinzielt. Gott ist der Gleichnamige unter allen Namen, und sobald man sich an ihn wendet, antwortet er.

Doch in jedem Zeitalter ist ein anderer Name entscheidend. So war bei den Juden Gott der Herr, dem man in Nachfolge Abrahams gehorsam folgen mußte. Im Islam bedeutet Allah einen Verdurstenden in der Wüste. Nur wenn man sich nach Gott sehnt, wie der Verdurstende nach Wasser, kann man zu ihm durchstoßen. Für die Christen war Gott der verzeihende und sorgende Vater.

Im Ursprung waren alle Monade, Wirkwesen Teil Gottes. Und das Wesen Gottes ist, daß er Mensch werden will, wie dies C. G. Jung beschreibt.

Gott ist der Zusammenhalt des Seienden, der einende Eine. Als Wer antwortet er auf jede Frage, als Was ist er die gesamte aktuelle und virtuelle Wirklichkeit.

Das Wesen Gottes und des Menschen wird im Rad veranschaulicht. Das Rad ist das Urbild, und wer seiner innewird, erreicht damit den ersten Schritt zur Wiedervereinigung mit Gott, wie Daskalos in Zypern mannigfach erklärte.

Die tragende Funktion zum Innewerden Gottes ist Dui, das Fühlen, der Beginn zum Aufstieg durch das magische Rad. Fühlen ist Einswerden und erreichbar ist dieses Einswerden in der Liebe. So ist der endgültige Begriff der Vereinigung mit Gott und den Menschen die Liebe als das Fühlen das zu sich selbst gekommen ist.

Gott ist die Liebe, wie es Christus verkündete. Man macht nicht Liebe, sondern wird durch sie begnadet, ergriffen.

Aber die Liebe verbindet nicht nur Menschen — sie ist der Zusammenhang des All. Da der Kosmos gleichsam Gotteskleid ist, müssen wir uns mit den Worten bekleiden, die die Vereinigung auf allen Schichten bestimmen.

Die erste Manifestation Gottes sind die neun Ziffern und die Null oder Zehn. Die Kabbalisten und Pythagoras hatten recht — die physikalische Beweisführung ist erst mit der Super-String-Theorie artikuliert worden.

Alle Religionen zeigen Facetten des Weges zu Gott. Die Gottlosigkeit unserer ideologischen und fundamentalistischen Epoche ist die Voraussetzung, um den Weg zur Weisheit, zum Einklang mit dem Göttlichen in vollem Gewahrsein gehen zu können.

12 Tage

Der älteste Ritus auf der ganzen Erde sind die zwölf Tage oder Nächte — Odins wilde Jagd, die Rauhnächte vor Weihnachten, im Islam der Ramadan — 12 Tage und Nächte bestimmen den Zusammenhang zwischen Mond und Sonne, die 12 Wege der Bhagavad Gita, deren Konstellation der Beginn der Wassermannzeit war. Auch im Sufischen offenbart sich Gott in jedem Zeitalter unter einem anderen Namen, seit der großen Auferstehung, dem Fest der Freunde Gottes, am 8. August 1164. Bei diesem Fest, daß wir in die Reihe unserer Feste aufgenommen haben, heißt es, die Rolle der Propheten ist vorüber es gibt keine neuen Gesetze mehr, und jeder müsse nun als Freund Gottes anderen zu ihrem Heil verhelfen — eine Vorwegnahme der Thematik der Wassermannzeit, verkündet von Hassan, dem Alten vom Berge auf der Festung El Alamut, doch nur anerkannt von einer schiitischen Gruppe in Persien.

Im September 1972 feierten wir mit unseren Mitarbeitern das erste Mal den astrologischen Ritus der 12 Tage, nach der Bedeutung des Häuserkreises. Es handelt sich darum, an jedem Tag im Rahmen der Thematik zu unterscheiden, welche Ereignisse von unserem Verstand erzeugt wurden, und welche im Sinne der Jungschen Synchronizitäten sind.

1. Tag
2. Tag
3. Tag
4. Tag
5. Tag
6. Tag
7. Tag
8. Tag
9. Tag
10. Tag
11. Tag
12. Tag
I. Haus
II. Haus
III. Haus
IV. Haus
V. Haus
VI. Haus
VII. Haus
VIII. Haus
IX. Haus
X. Haus
XI. Haus
XII. Haus
Person
Besitz, Lebensunterhalt
Werdegang, Beziehungen
Familie
Meisterung
Arbeit
Gemeinschaft
Tod
Aufgabe
Beruf
Werk
Erfüllung

Am 18. Dezember um 4 Uhr nachmittags sah ich mich plötzlich veranlaßt, medial zu schreiben, und erfuhr nun zu den seltsamsten Zeiten 15 Botschaften, in denen der neue Name Gottes und unsere Aufgabe geschildert wurde.

Die Stimme erklärte, es sei der Mensch im All, das Urbild jeder Religion, Urbild des Menschen in seiner Vollendung, und damit eine neue Offenbarung Gottes, aber diesmal für alle Menschen gültig.

Ich veröffentlichte diese Botschaften unter dem Titel Freund im All. In der Wassermannzeit ist Gott nicht Herr oder allmächtiger Gesetzgeber, auch nicht Vater, sondern Freund des Menschen.

Der zypriotische Heiler Daskalos verkündet, daß das Erleben dieses Urbildes den Beginn des geistigen Weges anzeigt. So kam ich zur eigentlichen Bedeutung des Rades, denn es ist nicht nur das Bild des Bewußtseins, wie ich in meinem ersten Buch Urstimmung des Gemüts vermutet hatte, sondern die Zusammenfassung aller Elemente des erfahrbaren Kosmos, also der Intention nach eine Vereinigung von Kants Vernunftkritik, der Semiotik, und der Goetheschen und Husserlschen Phänomenologie.

Nach der 15. Botschaft hörte ich wieder die Erste, so daß mir die Begrenzung klar wurde — 15 ist ja die Zahl der Diagonalen im magischen Quadrat, die durch die Mitte gehen. (Neu veröffentlicht mit den Botschaften der Mächte in Stimme des All 1995)

Ich höre die Stimme wie Radio oder Telephon, ohne besondere Vorbereitung im Unterschied zum sogenannten Channeling. Meistens höre ich vor einem Fest, um zu begreifen, wie wir dieses im Erdheiligtum feiern sollen. Der Weg führt vom Dunkel zum Licht — wer nicht das Dunkel achtet, veranschaulicht im schwarzen Quadrat, das das Rad umgibt, kann nie das Licht erreichen.

Aus den Botschaften ergibt sich eine Beschreibung des menschlichen Energieleibes, der Chakras und auch der Substanzen, welche die Erkenntnisse der jüngsten Naturwissenschaft zum erkennbaren Sinn des Lebens artikulieren.

Das Fühlen vollendet sich in der Liebe. Und so ist der ewige Name Gottes die Liebe. Die aber nicht nur die Menschen aus der Vereinsamung erlöst, sondern alle Wesen in allen drei Welten.

Arnold Keyserling
Der neue Name Gottes · 1999
Mensch im All
© 1998- Schule des Rades
HOMEDas RAD